15.07.2021 - 16:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Diese Corona-Helden gehen ins Kino

Die Corona-Helden-Aktion hat voll eingeschlagen. Aus über 100 Bewerbungen mussten 25 Gewinner ausgewählt werden. Darunter sind einige ganz besondere Menschen und Geschichten.

Diese ausgeflippte Truppe aus Pressath freut sich schon jetzt auf den Kinobesuch (von links): Claudia Schieder, Regina Fröhlich, Nicole Pautsch, Sharyan Hussein, Christian Götz, Tanja Hochholzer, Gerlinde Lindner-Haller, Cordula Grabinger und Sarina Becker-König.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Letztlich waren es ganz schwierige Entscheidungen. Bei der Corona-Helden-Aktion, bei der Oberpfalz-Medien und das Cineplex Amberg kooperieren, haben die Redaktion wahnsinnig viele (über 100) und anrührende Geschichten erreicht. Eltern haben ihre Kinder als Corona-Helden vorgeschlagen. Kinder ihre Eltern. Ganze Gruppen wie eine Friseur-Truppe aus Pressath, Reinigungskräfte in einer Pflege-Einrichtung oder ein Kinderärzte-Team aus Amberg sind genauso nominiert worden wie alleinerziehende Mütter, Polizisten und Nachbarn, die geholfen und angepackt haben. Letztlich musste sich die Redaktion für 25 Helden entscheiden, die nun nach und nach in der Zeitung und im Onetz mit ihrer Geschichte vorgestellt werden. Folgende fünf machen den Anfang:

Krankenschwester und vierfache Mama

Kathrin Suttner ist bei der Aktion gleich zweimal vorgeschlagen worden. Von ihrer Schwester und einer guten Freundin. Was die 33-jährige Hirschauerin leistet, ist auch außergewöhnlich. Sie arbeitet auf der Corona-Station im Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg und im Nebenjob in einer Apotheke an einer Corona-Teststation. Zudem ist sie Mama von vier Kindern (16, 13, 3 und 2 Jahre alt). In Zeiten von hohen Inzidenzen, Lockdowns und Distanzunterricht ein ziemlich forderndes Gesamtpaket. Suttner sagt selbst: "Das war nicht immer so einfach." Trotzdem hat sie sich durch die vergangenen Monate gekämpft und alles bewältigt. Suttner Schwester Stefanie Pröls erklärte in einer E-Mail an die Redaktion: "Sie ist meine Corona-Heldin, weil sie es jeden Tag aufs Neue schafft, alles unter einen Hut zu bekommen."

Wertvolle Arbeit hinterm Steuer

Als es zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gekommen ist, sind viele Lkw-Fahrer als Helden gefeiert worden. Dabei ist es ihnen in dieser Zeit nicht immer einfach gemacht worden, wie Christoph Kiesenbauer aus Kümmersbruck erzählt. Auf den Raststätten seien Toiletten zugesperrt gewesen, zum Essen ist auch nichts verkauft worden. Trotzdem sorgte der 47-Jährige dafür, dass wichtige Güter von A nach B transportiert worden sind. Auch wenn es eineinviertel Jahre nach dem Beginn der Pandemie mittlerweile wieder etwas aus dem Fokus geraten ist: Kiesenbauer und seine Kollegen hinterm Steuer leisten auch heute noch wertvolle Arbeit.

Friseure und Seelentröster

Aus Pressath hat sich gleich ein ganzes Friseurteam beworben. Tanja Hochholzer, Inhaberin von "Glanzhaft", schreibt in einer E-Mail: "Wir haben nach der langen Schließung mehr als nur Vollgas gegeben, um unsere lieben Kunden endlich wieder hübsch zu machen." Tatsächlich trafen die Lockdowns in den vergangenen Monaten einige Branchen besonders schwer - Friseure zählen sicherlich dazu. Die Wiedereröffnung war dann laut Hochholzer eine Herausforderung: "Allein die Vorbereitung von Terminen war Chaos pur. Wir haben nicht nur mit dem Festnetz, sondern mit all unseren Handys telefoniert." Als es dann endlich losging, habe ihr Team selbst an den Montagen gearbeitet, an denen eigentlich geschlossen ist. "Viele Kunden waren super glücklich, andere genervt oder ängstlich. Aber wir sind ja nicht nur Friseure, sondern auch Seelentröster und Psychologen: Kurzum: Wir haben es geschafft."

Stolze Tochter

Die 13-Jährige Mara ist stolz auf ihre Mama. Das sagt sie zwar nicht direkt so. Es ist aber aus ihrer Bewerbung herauszulesen. Über die 41-jährige Anja Zanner aus Neustadt a. d. Waldnaab schreibt Mara: "Ich schlage meine Mama Anja vor, sie arbeitet in Irchenrieth im Wohnheim. Oft hat sie Angst gehabt, dass sie sich, mich, einen Bewohner oder meine Oma anstecken könnte. Meine Oma hatte Krebs und Asthma. Wir sind dann nicht mehr zur Oma gefahren, damit nix passiert. Meine Mama hat es geschafft, Homescooling und Arbeit zu schaffen." Für Oberpfalz-Medien ganz klar eine Heldin, die sich und ihre Tochter mit Umsicht und Engagement durch die schwierige Coronazeit manövrierte.

Drei Wochen in Quarantäne

Hildegard Weiß und ihre Familie hat es erwischt: Sie sind alle an Corona erkrankt und waren in dieser Zeit drei Wochen in häuslicher Quarantäne. Ihre Freundin Sonja Wein (62) aus Pirkensee zögerte nicht lange und half. Sie brachte täglich, manchmal sogar mehrmals am Tag, frische Lebensmittel, Getränke und Medikamente.

Auf diesen Aufruf zur Corona-Helden-Aktion sind über 100 Bewerbungen an die Redaktion gesendet worden

Amberg
Info:

Die Aktion Corona-Helden

  • Oberpfalz-Medien hat aufgerufen, Corona-Helden vorzuschlagen
  • 25 dieser Helden dürfen nun mit jeweils neun Freunden ins Cineplex Amberg und am Dienstag, 3. August, den neuen Eberhofer-Film "Kaiserschmarrndrama" ansehen
  • Einen Teil der insgesamt 250 Kinokarten sponsert Oberpfalz-Medien
  • Oberpfalz-Medien ist am 3. August auch mit einem Stand vertreten. Am Glücksrad gibt es viele tolle Preise zu gewinnen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, am Jubiläums-Gewinnspiel teilzunehmen, bei dem es in der Endauslosung sogar einen Fiat zu gewinnen gibt
Kathrin Suttner arbeitet auf der Corona-Station im Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg und zieht vier Kinder groß.
Christoph Kiesenbauer erzählt von seiner Zeit als Lkw-Fahrer während der Coronapandemie.
Mara (rechts) mit ihrer Mama Anja Zanner.
Sonja Wein aus Pirkensee hat eine Freundin während einer schweren Zeit unterstützt.

 

 

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