28.08.2020 - 10:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Digitaler Kirwa-Ansturm im Landkreis Amberg-Sulzbach

Die Kirwa als Immaterielles Kulturerbe? Um diesen Titel möchte sich der Landkreis Amberg-Sulzbach jedenfalls bewerben. Dass das offensichtlich gut ankommt, zeigt die starke Beteiligung an einer Online-Umfrage.

Tänze, Stimmung, Trachten und gute Laune, so soll eine Kirwa (wie hier in Leinhof anno 2017) sein – wenn nicht Corona dazwischenfunkt.
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Ende Juli hatte Landrat Richard Reisinger die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich bis Ende des Jahres an einer Online-Umfrage zu beteiligen, um möglichst viele Informationen über das gelebte Kirwa-Brauchtum im Amberg-Sulzbacher Land zu sammeln und zusammentragen zu können. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist gigantisch.

Bereits mehr als 1000 Menschen haben in den ersten vier Wochen an der Umfrage im Internet teilgenommen, heißt es aus dem Landratsamt. Die Begeisterung darüber ist Landrat Richard Reisinger, Tourismusfachwirtin Regina Wolfohr und Kreisheimatpfleger Dieter Kohl beim Pressegespräch im Landratsamt Amberg-Sulzbach regelrecht anzusehen. „Diese Welle an Unterstützung durch unsere Landkreisbewohner hätten wir uns nicht träumen lassen“, sagt Reisinger freudestrahlend. „Für die Amberg-Sulzbacher ist die Kirwa eben nicht nur irgendein Fest, sondern ein Lebensgefühl, eine lebendige Tradition, die seit Jahrzehnten von Generation zu Generation weitergegeben wird. Ein Brauchtum, das den sozialen Zusammenhalt und das Wir-Gefühl stärkt“, so der Landkreischef.

Auch Regina Wolfohr ist überwältigt: „Diese Resonanz übertrifft jegliche Erwartungen. Die Menschen schicken uns auch per Post alte Zeitungsberichte, die uns immens weiterhelfen", erzählt die Touristikerin. Doch damit soll noch längst nicht Schluss sein. Noch bis 31. Dezember können sich alle unter www.amberg-sulzbacher-land.de an der Online-Umfrage beteiligen und den Touristikern des Landkreises Informationen über Kirwan zukommen lassen.

Reisinger und sein Team wollen sogar noch einen Schritt weitergehen. Für die Bewerbung als Immaterielles Kulturerbe werden Dokumente jeglicher Art benötigt. „Sie sind wertvolle Zeugnisse vergangener Zeiten, die oft auf Dachböden oder sogar in Gemeinde- und Kirchenarchiven schlummern“, weiß Kreisheimatpfleger Dieter Kohl und hat ein Angebot für Hobbyarchivare parat, die Lust haben, sich künftig der Archivarbeit zum Thema „Kirwa“ zu widmen.

Am Freitag, 25. September, um 19 Uhr findet dazu im König-Ruprecht-Saal des Landratsamtes Amberg-Sulzbach eine Informationsveranstaltung statt. Archivar David Austermann erklärt, wie Archivarbeit funktioniert und wie er Unterstützung leisten kann. Eine Brotzeit und Getränke sind an diesem Abend inklusive.

Wegen der Corona-Hygieneauflagen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung vorab zwingend erforderlich; entweder telefonisch unter 09621/39-135 oder per Mail an regina.wolfohr[at]amberg-sulzbach[dot]de. Reisinger, Wolfohr und Kohl wünschen sich, ähnlich zur Beteiligung an der Online-Umfrage, auch für diesen Abend ein reges Interesse der Landkreisbewohner. Denn der Infoabend ist für das Vorhaben des Landkreises Amberg-Sulzbach der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zum Ziel, der Bewerbung der Kirwan als Immaterielles Kulturerbe, heißt es.

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