04.08.2020 - 18:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Ziel: Amberg-Sulzbacher Kirwa als Unesco-Kulturerbe

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Der Kötztinger Pfingstritt und der Further Drachenstich stehen schon im Bayerischen Landesverzeichnis Immaterielles Kulturerbe der Unesco. Amberg-Sulzbach will hier auch verewigt werden – als "der" Kirwa-Landkreis.

Die Kirwan im Landkreis Amberg-Sulzbach sollen Unesco-Kulturerbe werden. Das wünschen sich (von links) Landrat Richard Reisinger, Tourismusfachwirtin Regina Wolfohr und Dieter Kohl, der Kirwabeauftragte des Landkreises.
von Heike Unger Kontakt Profil

"Der Landkreis Amberg-Sulzbach ist Kirwa-Landkreis", betont Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landratsamts Amberg-Sulzbach. Und sie liefert auch gleich Zahlen, die das belegen: "In den 27 Landkreisgemeinden werden das ganze Jahr über verteilt mehr als 120 Kirwan gefeiert – auf der Welt ist das vermutlich einzigartig." Grund genug, sich mit dieser Besonderheit um einen Platz auf der Liste Immaterielles Kulturerbe der Unesco zu bewerben.

Landratsamt sammelt Historisches und Wissenwertes zur Kirwa-Tradition

Amberg

Landkreis setzt auf Hilfe der Bürger

Bayern ist auf dieser Liste laut Hollederer schon stark vertreten. "54 Einträge, darunter der Further Drachenstich oder der Kötztinger Pfingstritt, haben es bislang in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes geschafft." Vielleicht werde die Auflsitung nun schon bald um die sehr lebendige Kirwa-Tradition im Amberg-Sulzbacher Land erweitert: "Der Landkreis möchte sich jedenfalls für den Titel Immaterielles Kulturerbe der Unesco bewerben und zählt hier auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung."

"Kirwa ist Lebensgefühl", betont Hollederer: "Welchen Stellenwert die Kirwan im Amberg-Sulzbacher Land genießen, zeigt sich auch daran, dass im Innenhof des Landratsamtes eine Bronzefigur eines tanzenden Kirwapaares steht." Die Kirwan seien in der Region "lebendige Traditionen, die seit Jahrzehnten von Generation zu Generation weitergegeben werden", fügt Landrat Richard Reisinger hinzu. Für ihn ist dieser "gelebte Kulturschatz" auch "ein Brauchtum, das den sozialen Zusammenhalt und das Wir-Gefühl stärkt“.

Ein langer Weg

Den Landratsamts-Vertretern ist klar: Der Weg bis zur Aufnahme in die internationale Unesco-Liste ist lang. "Um als Kulturerbe anerkannt zu werden, braucht es zunächst einen Eintrag im Bundesverzeichnis", erläutert Hollederer. Aus den dort gelisteten Traditionen wähle die Kulturministerkonferenz im Benehmen mit der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung "im Regelfall einmal jährlich einen Kandidaten aus" und schlage diesen bei der Unesco in Paris zur Aufnahme vor.

2014 war schon einmal eine Besonderheit im Landkreis Amberg-Sulzbach Bewerber für die Kulturerbe-Liste: Schmidmühlen machte sich mit seinem Fischzug, einem besonders alten Aschermittwochsbrauch, Hoffnungen. Am Ende reichte es damals allerdings nicht für eine Aufnahme ins offizielle Kulturerbe-Verzeichnis: Die Bayerische Staatsregierung wählte aus 18 Bewerben die Passionsspiele in Oberammergau und die Lindenkirchweih im oberfränkischen Limmersdorf (Landkreis Kulmbach) aus.

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