26.08.2020 - 09:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus Amberg: Neuer Stadtteil entsteht

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Die Nachfolgenutzung des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses schien aus dem Fokus geraten zu sein. Im April 2017 stellte Jürgen Dziumbla, Geschäftsführer des Investors Denkmalneu GmbH, die Pläne vor. Seitdem ist viel passiert.

Die Sanierung des ehemaligen Bettenhauses (links) ist im vollen Gange. Rechts ist etwas verdeckt der bisher einzige Neubau zu sehen.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Als die Golden Gate GmbH Insolvenz anmelden musste, stand hinter der Zukunft des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses ein großes Fragezeichen. Der Investor aus München, der 2009 das komplette Areal an der Köferinger Straße für 4,6 Millionen Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erworben hatte, war aus dem Rennen, ein Nachfolger aber relativ schnell gefunden. Die Forchheimer Denkmalneu GmbH sicherte sich für einen nicht bekannten Kaufpreis das 80.000 Quadratmeter große Gelände. Geschäftsführer Jürgen Dziumbla war im April 2017 auf Einladung des Gailoher CSU-Ortsverbandes nach Amberg gekommen und stellte die Planungen vor. Wörtlich sagte er damals mit Blick auf das ehemalige Bettenhaus, das saniert werden sollte: "Bis zur zweiten Juni-Woche wollen wir mit den Grundrissplanungen der Wohnungen fertig sein."

Hauptsächlich Kapitalanleger

Weitere Informationen über den Fortschritt gab es danach nicht. In dieser Woche nahm sich Dziumbla auf Nachfrage der Amberger Zeitung und Oberpfalz-Medien aber Zeit für ein ausführliches Gespräch, in dem er gleich zu Beginn sagte: "Wenn man Eigentümer eines solch großen Areals ist, muss man sich Gedanken machen, was man als Entwickler selbst macht und was nicht." Mit anderen Worten: Die Denkmalneu GmbH habe sich um die Ansiedlung des Netto-Markts an der Köferinger Straße und um die Sanierung des ehemaligen Schwesternwohnheims gekümmert: "Alle 63 Wohneinheiten sind veräußert" - hauptsächlich an Kapitalanleger. Zudem habe die GmbH für den Verkauf von mehr als 40 Wohnungen gesorgt, die in einem bereits stehenden Neubau untergebracht sind. Gleiches gelte für die 119 Wohnungen im ehemaligen Bettenhaus. Den Bau beziehungsweise die Sanierung habe die Denkmalneu GmbH aber abgetreten: "Wir sind da nicht mehr Eigentümer." Das sei nun die Süddeutsche Gesellschaft für Immobilienentwicklung (SGI) mit Hauptsitz in Baden-Baden. Auch wenn er für den bisher einzigen Neubau auf dem Gelände, dessen Tiefgarage und die Bettenhaus-Sanierung nicht mehr zuständig ist, weiß Dziumbla: "Es ist alles verkauft. Es gibt nichts mehr."

Warum sich die Denkmalneu GmbH an dieser Stelle von Amberg verabschiedet hat, erklärt der Geschäftsführer mit diesen Worten: "Wir sind überregional tätig. Wir haben Projekte in Dresden, Leipzig, Berlin, Erlangen und Wien am Laufen. Da muss man irgendwann mal Prioritäten setzen." Bei der SGI handle es sich um ein "gutes Nachfolgeunternehmen", das die Zielsetzung habe, bis Ende dieses Jahres mit der Sanierung des Bettenhauses fertig zu sein. Aber auch an anderer Stelle sei Denkmalneu nun nicht mehr federführend tätig.

Parkdeck und betreutes Wohnen

Gegenüber vom Einkaufsmarkt, direkt am Kreisverkehr, baut die Amberger Firma Mickan ein neues Parkdeck für mehr als 200 Autos. Hintergrund sei der erforderliche Stellplatznachweis, da mittlerweile auch das Landesamt für Pflege, das noch weiter personell wachsen soll, an die Köferinger Straße umgezogen ist. Apropos Pflege: Wie Jürgen Dziumbla zudem wissen ließ, hat sich die Bayern Care GmbH aus Erlangen die letzten beiden freien Grundstücke gesichert, um dort künftig betreute Wohnformen anzubieten.

Hintergrund:

Keine Flüchtlinge mehr auf BWK-Gelände

Kurz vor Weihnachten 2015 unterschrieb die Stadt den Mietvertrag: Amberg stieg damals größer als zunächst vorgesehen in die Aufnahme von Flüchtlingen ein – mit dem ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus, das die räumlichen Möglichkeiten dazu bot. Die Gebäude 6 und 7, in denen bis zu 280 Neuankömmlinge untergebracht wurden, dienten einst dem Sanitätsdienst der Bundeswehr. Danach wurden sie zur Bleibe von Flüchtlingen. Das ist laut Jürgen Dziumbla von der Denkmalneu GmbH nun nicht mehr der Fall: „Der Mietvertrag ist im April ausgelaufen“ – und er sei auch nicht verlängert worden.

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