21.07.2021 - 11:41 Uhr
AmbergOberpfalz

Einbrüche zur Finanzierung der Drogensucht

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Es war Beschaffungskriminalität. Nach mehreren Einbrüchen im Landkreis Schwandorf bekam ein 20-Jähriger zwei Jahre und drei Monate Gefängnis. Ihm wurde allerdings vom Gericht gestattet, eine längerfristige Drogenentzugstherapie zu machen.

Weil er mehrere Einbrüche begangen hatte, wurde ein 20-Jähriger zu eine 27 Monate langen Haftstrafe verurteilt,.
von Autor HWOProfil

Polizeibeamte führten den jungen Mann, der seinen Wohnsitz im nördlichen Kreis Schwandorf hat, aus der Untersuchungshaft vor. Sie war kurz vor dem Jahreswechsel von einem Richter angeordnet worden, da sich zu dieser Zeit die Straftaten gehäuft hatten.

Drei Einbrüche ließ der 20-Jährige über seinen Anwalt Gunther Haberl einräumen. Die Serie, an der auch noch andere und gesondert von der Staatsanwaltschaft verfolgte Männer beteiligt waren, begann am 16. Juli vergangenen Jahres. Nachts wurde in eine Lagergarage der SpVgg Pfreimd vorgedrungen. Aus dem am Stadtgraben stehenden Gebäude kamen 20 Liter Diesel, zwei Laubbläser und vier Schlüssel für Rasenmähertraktoren abhanden. Der Beutewert wurde auf rund 2000 Euro geschätzt.

Getränke als Beute

In der Nacht zum 13. Dezember gab es einen weiteren Einbruch. Diesmal im Sportheim des SV Trisching. Die Täter kamen über den Keller und bedienten sich mit sieben Kisten alkoholfreier Getränke, drei Kästen Bier und einem Steckschlüsselkasten. Der Beutewert betrug knapp 300 Euro. Allerdings, so stand es zumindest in der Anklageschrift, soll ein Sachschaden von 15 000 Euro entstanden sein.

In der gleichen Nacht tauchten die Täter im benachbarten Schmidgaden auf. Sie knackten nahe des Sportplatzes einen verschlossenen Paintball-Container und nahmen neben 25 sogenannten Gotcha-Waffen auch 80 Gotcha-Magazine mit. In diesem Fall handelte es sich um einen Beutewert von rund 30 000 Euro. Auch hier hatten Mittäter den 20-Jährigen begleitet.

"Das ist so alles richtig", hörte das unter Vorsitz von Michaela Frauendorfer tagende Amberger Jugendschöffengericht. Die Beteiligung an einer vierten Straftat wies der Angeklagte jedoch strikt von sich. Am 16. Dezember war gegen 3.30 Uhr morgens in Nabburg mit einer Brechstange und einem Hammer an der Regensburger Straße versucht worden, einen Bankautomaten zu öffnen. Dabei entstand zwar ein Schaden von 10 000 Euro an dem Gerät. Doch den Tätern, die zuvor auch eine Zugangstür zu dem Geldinstitut aufgewuchtet hatten, gelang es nicht, bis zu dem im Automaten liegenden Bargeld vorzudringen.

"Ich war nicht dort", hörten die Richter von dem 20-Jährigen. Da sich seine Beteiligung nicht nachweisen ließ, wurde das Verfahren in dieser Sache während des Prozessverlaufs eingestellt. Das geschah mit dem Hinweis darauf, dass ohnehin eine spürbare Strafe gegen den Angeklagten verhängt werden würde.

Bereits vorgeahndet

Der Drogenkonsum des Beschuldigten hatte bereits vor etlichen Jahren begonnen. Das führte im Lauf der Zeit auch zu Ahndungen durch die Justiz. Nun wurde dem 20-Jährigen eine Abhängigkeit durch den medizinischen Sachverständigen Thomas Lippert (Nürnberg) attestiert. Das schlug sich im Urteil nieder. Wegen der Beteiligung an drei Einbrüchen gab es zwei Jahre und drei Monate Haft. Parallel dazu erfolgte die Unterbringung in einer Drogentherapie.

In gleicher Sache wird es weitere Verfahren geben. Während der Verhandlung tauchten die Namen von drei Männern auf, die wechselweise an den Einbrüchen beteiligt gewesen sein sollen.

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