17.07.2019 - 12:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Erste 5G-Sendemasten in Deutschland: Birgland als Pilotprojekt

Die einen jubeln, die anderen sind mehr als skeptisch: An der Autobahn bei Schwend ist am Mittwoch einer der ersten 5G-Mobilfunkmasten Deutschlands in Betrieb gegangen. Das Funkloch in der Gemeinde Birgland beseitigt die Anlage nicht.

In Schwenderöd (Gemeinde Birgland) steht - direkt an der Autobahn A6 - diese Sendeanlage für Mobilfunk. Bürgermeisterin Brigitte Bachmann geht davon aus, der Mast für die 5G-Technologie nachgerüstet worden ist.
von Uli Piehler Kontakt Profil
So sehen die Funkanlagen für die 5G-Technologie aus. Im Birgland (Kreis Amberg-Sulzbach) ist seit Mittwoch ein solcher Sendemast aktiv.

Den Sendemast bei Schwend betreibt der Mobilfunkanbieter Vodafone. Er nahm am Mittwoch 25 5G-Stationen in Deutschland ans Netz. Sie stehen vor allem in Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Hamburg, aber auch auf dem Land. Neben dem Birgland listet Vodafone auch Seehausen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Wendelstein im Landkreis Roth auf. Vodafone will den Ausbau der 5G-Technologie zügig vorantreiben. "Zum Ende des Jahres 2020 werden 10 Millionen Menschen ans 5G-Netz angeschlossen sein", heißt es in einer Pressemitteilung. Unternehmenschef Hannes Ametsreiter wird darin auch zur Auswahl der ersten Standorte zitiert: „Wir wollen mit den ersten 5G-Stationen noch besser verstehen, wie und wo unsere Kunden 5G tatsächlich nutzen, um den Ausbau noch besser an die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen.“

Warum gerade das Birgland? Mit der seit Jahren vorgebrachten Klage über die schlechte Mobilfunk-Abdeckung in der Kommune hat das Pilotprojekt wahrscheinlich wenig zu tun. Bürgermeisterin Brigitte Bachmann klagt: "Was hilft uns ein Funkmast an der Autobahn? Was wir brauchen, ist eine ordentliche Abdeckung im Hinterland." Für die Rathauschefin ist das Funkloch-Problem mit dem Vodafone-Pilotprojekt nicht gelöst. "Autonomes Fahren ist jetzt nicht mein vordringlichstes Anliegen", sagt Bachmann und erinnert an den jüngsten Löscheinsatz der Feuerwehr in Schwend: "Da gibt es keinen Empfang, Du kommst nicht rein und nicht raus." Für die Einsatzkräfte sei das ein echtes Problem.

Was die Bürgermeisterin ärgert: "Da wird der 5G-Funkmast deutschlandweit als große Errungenschaft gepriesen. Aber vom Start des Projekts erfährt die Gemeinde nichts. Da merkt man schon wieder die Wertschätzung, die diese großen Firmen den Kommunen entgegenbringen."

Die Bürgermeister kämpfen seit Jahren für eine bessere Mobilfunk-Abdeckung

Sulzbach-Rosenberg

5G steht für "Mobilfunk der fünften Generation". Mit der Technik sollen bis zu 10 Gigabit pro Sekunde übertragen werden. Laut Experten ist das eine wichtige Voraussetzung zum Beispiel für autonomes Fahren. Ausprobieren können das Angebot bislang nur wenige. Wer den neuen Technikstandard nutzen will, muss sich erst ein 5G-fähiges Smartphone zulegen. Die Mobilfunkanbieter präsentieren natürlich gleich die passenden Geräte und Tarife.

Der Bund stellt Geld für ein 5G-Pilotprojekt in der Oberpfalz zur Verfügung

Amberg

Zur Pressemitteilung des Anbieters Vodafone

Info:

Widerstand gegen 5G-Technik

Just in der Woche, in der Vodafone seinen ersten Sendemasten für die 5G-Technologie in der Region in Betrieb nimmt, geht eine neu gegründete Bürgerinitiative "5G-freie Zukunft" in Amberg an die Öffentlichkeit. BI-Sprecher Anton Stöcklmeier versandte einen Brief an die Elternbeiräte Amberger Schulen, in dem er eindringlich vor den Auspauplänen für die neue Mobilfunk-Technik warnt. Hintergrund für seine Besorgnis ist unter anderem die Information, dass das 5G-Netz in Amberg bei einem vom Bund finanziell geförderten Pilotprojekt zunächst wohl an der Hochschule errichtet werden soll. "Da sich im direkten Umkreis der OTH zwei Gymnasien, die Max-Josef-Schule, eine Musikschule und ein Wohngebiet befinden, werden über tausend Jugendliche und Kinder betroffen sein", heißt es in dem Schreiben. Stöcklmeier beklagt ein eklatantes Informationsdefizit in Gesellschaft und Politik. Die zunehmende Mobilfunkstrahlung gefährde alle Lebewesen, "vor allem aber Schwangere, Babys, Kinder und Jugendliche". Deswegen will die BI bei einem öffentlichen Vortrag im Musikomm aufklären. Am Samstag, 27. Juli, um 19 Uhr spricht dort der schon bei vielen ähnlichen Vorträgen aufgetretene Mobilfunk-Kritiker Ulrich Weiner.

Was wir wissen und was nicht - Über die Risiken der 5G-Technologie

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