16.03.2020 - 14:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Erster Coronafall im Stadtgebiet Amberg

Der Einzelfall, der wahrscheinlich keiner mehr ist: Der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach sieht die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus rasch ansteigen. Auch die Labore testen an der Kapazitätsgrenze.

Die Kapazitäten in den Laboren geraten langsam an ihre Grenzen: Auch im Stadtgebiet Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es immer mehr Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach, bestätigte am Montag auf Nachfrage, dass es nun auch im Stadtgebiet von Amberg einen Corona-Fall gibt – genau wie es auf der Karte des bayerischen Gesundheitsamtes zu sehen ist.

Übersichtskarte zu Coronavirusinfektionen in Bayern

Aufgrund der Vielzahl der aktuellen Tests konnte er keine Angaben zu Alter und Vorerkrankungen der betroffenen Person machen: „Wir unterscheiden nicht zwischen Stadt und Landkreis. Die Lage ist derzeit höchst dynamisch. Je mehr Menschen getestet werden, desto mehr positive Befunde gibt es. Einige haben kaum Symptome. Es ist davon auszugehen, dass es auch im Stadtgebiet bereits viel mehr Erkrankte gibt.“ Brey geht aktuell von circa 15 bis 20 Personen im Landkreis aus, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden: „Die Zahlen steigen gerade stark – fast schlagartig – an.“ Sich mit Einzelfällen zu beschäftigen, sei daher nicht sinnvoll. „Wir befinden uns in der Phase der Verbreitung.“

Hier geht's zur Liste der Veranstaltungsabsagen in Amberg

Amberg

Dass es in der Stadt Amberg bisher keine positiven Laborbefunde gegeben hatte, bezeichnete Brey als reinen Zufall. „Wir befinden uns nun im Katastrophenzustand. Fachlich haben wir als Gesundheitsamt keine Kompetenzen mehr. Wir können keine Auskünfte zu Veranstaltungsabsagen oder Ähnlichem erteilen. Es gelten die Vorgaben von oben. Für uns heißt das vor allem: Verdachtsfälle testen und Kontaktpersonen ermitteln.“ Die Testkapazitäten seien bereits „sehr stark erschöpft“. Die Maßnahmen, die von der Landesregierung umgesetzt werden, lassen Brey hoffen, dass sich die Geschwindigkeit, in der die Zahl der Erkrankten zunimmt, verlangsamt. Sein Appell: Jeder der sich momentan krank fühlt, soll sich von Personen der Risikogruppen fernhalten. „Nur so können wir verhindern, dass sich die Lage in den Krankenhäusern, wie in Italien, extrem anspannt.“

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