28.03.2019 - 14:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Freispruch für Lehrlinge des Elektro-Handwerks

Es ist eine Feier mit würdigem Rahmen und traditionellem Hintergrund. Dennoch wird auch über Fachkräftemangel gesprochen.

von Redaktion ONETZProfil

Die Elektro-Innung der Mittleren Oberpfalz hatte zur Freisprechfeier ins Gasthaus Zum Wulfen in Kauerhof eingeladen. Obermeister Michael Kunz erinnerte eingangs an die Tradition der Freisprechung, die schon bei den mittelalterlichen Zünften gepflegt wurde. Im voll besetzten Saal wurde jedoch keinem Azubi Wasser über den Kopf gegossen, er musste auch nicht seinem Lehrmeister ein angemessenes Mahl spendieren. Das hatte schon die Innung übernommen. Vielmehr sollten die frischgebackenen Gesellen in würdigem Rahmen mit der Übergabe der Zeugnisse in einen neuen Lebensabschnitt entlassen werden. Für Musik sorgte die Band Burst, die mit so manch eigenwilliger Interpretation eines bekannten Songs viel Applaus erhielten.

Uli Götz von der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz lobte das duale Ausbildungssystem und machte deutlich, dass Erfolg, soll er von Dauer sein, stetiger Weiterbildung bedarf. Das Elektrohandwerk biete sehr gute Perspektiven, man müsse jedoch mit der Zukunft gehen.

Bürgermeister Michael Göth lobte die Entscheidung der jungen Leute, einen Handwerksberuf zu erlernen. Die beruflichen Möglichkeiten seien derzeit ausgesprochen gut. Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny hoffte, dass der Bannerspruch des Elektrohandwerks, "Deine Stadt braucht Dich", auch auf fruchtbaren Boden fällt und dass die frischgebackenen Fachkräfte in der Region bleiben. Stellvertretende Landrat Hans Kummert überbrachte Glückwünsche von Landrat Richard Reisinger. Er zitierte den Spruch "Ein Grußwort muss so kurz wie ein Minirock sein" - und hielt sich auch daran.

Sabine Fersch, Leiterin des Beruflichen Schulzentrums Sulzbach-Rosenberg, gab den Junghandwerkern beste Wünsche mit auf ihren Weg und zeigte auf, dass gemäß einer Umfrage Familie und echte Freunde ihren hohen Stellenwert auch in Zukunft nicht verlieren sollten.

Ehrenobermeister Hermann Klier dankte den Schulen, der Innung und der Kammer für die geleistete Unterstützung bei der Ausbildung. Er merkte aber auch an, dass die Lernphase nie zu Ende sein wird.

29 Azubis wurden als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik freigesprochen. Fabian Pemp und Felix Konadl hatten die Ausbildung als Prüfungsbeste abgeschlossen. Pemp hatte sich entschuldigt, so dass nur Konald die Ehrung persönlich entgegennehmen konnte. Prüfungsbester aus der Gesellenprüfung im Sommer 2018 in Cham war Julian Laußer. Er wurde während dieser Feier ebenfalls geehrt.

Felix Konadl kann sich nicht nur über seine Leistung als Prüfungsbester freuen. Sein Ausbildungsbetrieb, die K+B E-Tech GmbH & Co. KG in Cham, wird ihn als Geselle weiter beschäftigen. Ambitionen, sich in Zukunft selbstständig zu machen, hat Konadl nicht. "Solange das Geld stimmt, werde ich mir in diese Richtung keine Gedanken machen." Und mit einem Lächeln ergänzt er: "Und das stimmt jetzt."

Auf den Fachkräftemangel wurde in den Reden mehrfach hingewiesen. Dieser macht sich auch in der Oberpfalz bemerkbar. Nicht alle Lehrstellen werden sich im neuen Ausbildungsjahr besetzen lassen. Nach den Dankesworten der Prüflinge durch Peter Kraus und Stefan Rubenbauer wurden Ehrungen für langjährige Betriebszugehörigkeit ausgesprochen. Johann Gruber blickt auf eine erfüllte 45-jährige Betriebszugehörigkeit zurück. Hier kann man getrost von Zuverlässigkeit und Beständigkeit sprechen.

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