04.07.2019 - 17:30 Uhr
AmbergOberpfalz

"Fridays for Future": Fünfte Klima-Demo in Amberg

Aktion für das Klima oder Eingriff in den Straßenverkehr? Die Amberger "Fridays-for Future"-Organisatoren wollten die Demo am Freitag, 5. Juli, ursprünglich über den Kaiser-Wilhelm-Ring laufen lassen. Die Polizei hat davon abgeraten.

Aziza Ernst möchte zusammen mit dem Amberger Organisationsteam von "Fridays for Future" unter anderem für mehr Bewusstsein im Bereich Mobilität sorgen.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Zum fünften Mal wollen die Amberger Klima-Aktivisten heute um 14 Uhr im Maltesergarten mit einer Demonstration zu mehr Klima- und Umweltbewusstsein aufrufen. Bekannt gemacht haben das die Initiatoren erst vor ein paar Tagen. Dafür gab es Gründe. "Es hat sich ein bisschen hingezogen bis die Stadt es dieses Mal genehmigt hat", sagt Aziza Ernst aus der "Fridays for Future"-Ortsgruppe.

Ursprünglich sei angedacht gewesen, die Route dieses Mal so zu legen, dass sie teilweise über den Ring verläuft und Teile des Verkehrs lahmlegt. "Die Polizei hat das aber nicht genehmigt", sagt sie. "Die Beamten haben uns ans Herz gelegt, einen anderen Weg zu wählen. Es hieß, das könnte rechtliche Konsequenzen haben, könnte vielleicht sogar vor Gericht landen."

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Auf Probleme hinweisen

Die Vorwürfe, die Ortsgruppe der "Fridays for Future" wolle absichtlich die Rechte anderer Menschen einschränken, entspreche nicht den Intentionen der Demo-Teilnehmer. "Prinzipiell ist das doch selbstverständlich, dass wir die Rechte anderer wahren." Allerdings könne eine Demonstration, die den Verkehr aufhält, für mehr Aufmerksamkeit sorgen. "Genau darum aber würde es uns ja gehen. Wir stehen dafür ein, den Verkehr an solchen Stellen zu beschränken, wenn wir aktiv etwas für den Klimaschutz tun wollen."

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Deshalb habe die Gruppe die Route ursprünglich ganz bewusst entlang des Rings geplant. "Das ist natürlich eine Gratwanderung. Einerseits wollen wir den Leuten nichts vorschreiben. Auf der anderen Seite würde die Verkehrseinschränkung schon Reichweite bringen."

Polizeihauptkommissar Peter Klinger teilte auf Nachfrage mit, dass sich die Demonstranten nach Rücksprache mit der Polizei verkehrsgerecht verhalten werden. "Wir leben in einer Demokratie, in der Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Die Rechte aller müssen geschützt sein." Im Gespräch mit Ernst sei er auf Verständnis getroffen. "Eine Verkehrsbehinderung würde ja der Sache allgemein nicht helfen. Wir müssen auf andere Rücksicht nehmen. So sieht es im Übrigen auch der Gesetzgeber."

Neue Route mit Aktion

Für den Weg vom Malteser zum Marktplatz haben die Veranstalter rund um Aziza Ernst nun eine andere Route gewählt. Vom Malteser geht es in die Lange Gasse. Über die Jesuitenfahrt weiter in die Mühlgasse. Von dort an werden die Demonstranten dennoch an oder auf einer Straße mit Verkehr gehen. "Wie genau das ablaufen wird, sehen wir morgen kurz vor Beginn", sagte Ernst am Donnerstagnachmittag.

Peter Klinger am selben Tag wörtlich: "Die Teilnehmer werden den Verkehr nicht über das entstehende Maß hinaus behindern." Weiter geht der Zug zum Schrannenplatz über die Weinstraße in die Fußgängerzone bis hin zum Marktplatz.

Etwas Besonderes soll die Demo aber noch haben. Ernst: Wir haben einen Rahmen aus Karton gebaut. Der ist genauso groß wie ein Auto." Sinn und Zweck sei es, darauf hinzuweisen, wie viel Platz ein Pkw in der Innenstadt im Schnitt wegnimmt.

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