Der Regionalexpress von Amberg nach Schwandorf war am Samstagmorgen mit rund 110 km/h unterwegs, als die Triebfahrzeugführerin gegen 8.35 Uhr am Stadtrand von Amberg, an der Leopoldstraße, einen Menschen sah, der neben den Gleisen ging. Das ist, wie die Bundespolizei Waldmünchen mitteilt, sehr gefährlich und deshalb auch verboten. Die Bahnbetriebszentrale meldete der zuständigen Bundespolizei Waldmünchen deshalb auch "eine Beeinträchtigung des Zugverkehrs durch eine Person im Gleisbereich".
Die Lokführerin gab einen sogenannten "Achtungspfiff" ab – ein schrilles Warnsignal, das eigentlich dazu auffordert, den gefährlichen Gleisbereich sofort zu verlassen. Das tat die unbekannte Person aber nicht. Deshalb musste die Lokführerin voll in die Eisen steigen: Bei einem Zug geschieht dies durch eine "Schnellbremsung". Nach diesem Notfall-Manöver fuhr der Zug laut Bundespolizei langsam an dem Gleisgänger vorbei – ein Mann, etwa 1,70 Meter groß.
Bundespolizei ermittelt
Obwohl sofort eine Streife der Polizeiinspektion Amberg ausrückte, war der Unbekannte bereits verschwunden, als die Beamten am Ort des Geschehens eintrafen. So ein Spaziergang am Gleis ist ein "gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr", weshalb die Bundespolizei Waldmünchen ein Ermittlungsverfahren gegen den Unbekannten eingeleitet hat. Um den Mann ausfindig zu machen, setzen die Ermittler auf Hinweise. Zeugen sind aufgerufen, sich an die Bundespolizei Waldmünchen zu wenden. Erreichbar ist diese telefonisch (09972/94080) oder per E-Mail (bpoli.waldmuenchen[at]polizei.bund[dot]de).
Den aktuellen Vorfall nimmt die Bundespolizei Waldmünchen zum Anlass für eine Warnung: "Der Aufenthalt im Gleisbereich ist gefährlich und verboten." Das hat natürlich einen guten Grund, "denn Züge haben einen langen Bremsweg und entfalten beim Vorbeifahren eine Sogwirkung", wie es in der Mitteilung der Bundespolizei heißt. Züge könnten auch nicht ausweichen.
Gefährlich und verboten
"Zudem nähern sich insbesondere die modernen Züge fast lautlos" und könnten daher, je nach Windrichtung, erst sehr spät wahrgenommen werden. Deshalb würden Triebfahrzeugführer in Fällen wie dem aktuellen aus Amberg zur Warnung "Achtungspfiffe" abgeben. "Dies ist eine Aufforderung, den Gefahrenbereich sofort zu verlassen", betont die Polizei und verweist auch auf die Folgen unerlaubter Spaziergänge am Gleis – nämlich "Geldbußen wegen Ordnungswidrigkeiten oder gar strafrechtliche Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr".















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