18.07.2021 - 10:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Gebäude aus 16. Jahrhundert: Haus am Paradeplatz in Amberg wieder wie neu

Die Stadt Amberg spricht von einer beispielhaften Sanierung. Gemeint ist die Modernisierung des Anwesens am Paradeplatz 16. Erbaut wurde es im 16. Jahrhundert.

von Externer BeitragProfil

Sich für die Sanierung eines historischen Gebäudes zu entschließen, bedeutet für die Bauherren, sich auf ein ebenso interessantes und spannendes wie anspruchsvolles Vorhaben einzulassen. Ein laut Pressemitteilung der Stadt Amberg "besonders gelungenes Projekt" dieser Art konnte vor Kurzem in der Amberger Altstadt fertiggestellt und bezogen werden. Es handelt sich dabei um das Wohnhaus am Paradeplatz 16, das nach sorgfältiger Renovierung nun wieder in altem Glanz erstrahlt.

„Es ist wirklich hübsch geworden“, werden Baureferent Markus Kühne und Jasmin Hannich, die Leiterin des Bauordnungs-, Baurechts- und Stadtentwicklungsamtes, in dem Schreiben zitiert. Hannich sowie deren für die Denkmalpflege zuständige Stellvertreterin Kerstin Weiß zeigten sich bei der Abschlussbesichtigung "hochzufrieden mit dem Ergebnis".

In Absprache mit Denkmalpflege

Im Vorfeld habe in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege eine umfassende Voruntersuchung gegeben. Auf dessen Basis seien Gipsdecken, Vorsatzschalen und neuzeitliche Bodenaufbauten entfernt worden. Dieses Vorgehen habe es ermöglichte, die „verborgenen Qualitäten“ des Gebäudes zu erkennen und diese mehr als bisher herauszustellen. Umgesetzt wurden die Pläne von der Amberger Architekten-Gemeinschaft Johann Ernst und Urban Meiller.

Durch die Sanierung konnte so aus einem weit mehr als 400 Jahre alten Gebäude ein sorgsam restauriertes, modernes Wohnhaus entstehen. Der vordere Gebäudeteil stammt aus den Jahren 1585 bis 1587. Schon damals wurde das Haus mit zwei Vollgeschossen sowie einem Dachgeschoss errichtet, das von dem bis heute im Original erhaltenen Kehlbalkendach mit stehendem Stuhl überdeckt wird.

Barocker Anbau von 1735

Aus Platzgründen wurde im Jahr 1735 ein barocker Anbau erstellt. Fenster, Türen, Treppe und Böden waren im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mal erneuert worden. Sie galt es nun, durch moderne, aber dem historischen Bestand entsprechende Einbauten zu ersetzen. Zudem wurden auch die im 20. Jahrhundert errichteten Dachgauben wieder herausgenommen und – gemäß historischem Vorbild – durch zwei Schleppgauben im unteren Dachraum ersetzt. Auch die bauzeitlichen Werksteingewände der Fenster und der Eingangstüre, die vom Paradeplatz aus sichtbar sind und dem Haus zusammen mit den eingearbeiteten Datierungen sein Gesicht geben, wurden wieder hergestellt.

Für das Gebäude am Paradeplatz wurden laut Angaben der Stadt gleich mehrere Förder- und Zuschussgeber aktiv. So haben die Städtebauförderung, bei der sich Bund, Land und Gemeinde je zu einem Drittel beteiligen, der Bezirk Oberpfalz, die Bayerische Landesstiftung, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und auch die Stadt Amberg ihren Beitrag geleistet, das historische Gebäude zu einem Vorzeigeobjekt zu machen.

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