Amberg
18.11.2018 - 09:59 Uhr

Gemeinsam effektiv und innovativ

Das zwölfte ist formal auch das letzte Treffen beim Energieeffizienz-Netzwerk für Kommunen. Doch auf Abschied stehen die Zeichen hier keinesfalls. Denn die zwölf beteiligten Gemeinden und die OTH machen einfach weiter.

Sie treffen sich regelmäßig, besuchen sich gegenseitig oder telefonieren zwischendrin einfach mal. Die Mitglieder des ersten Energieeffizienz-Netzwerks für Kommunen, das vor drei Jahren an der OTH gestartet wurde, sind eine starke Gemeinschaft. Bild: Wolfgang Steinbacher
Sie treffen sich regelmäßig, besuchen sich gegenseitig oder telefonieren zwischendrin einfach mal. Die Mitglieder des ersten Energieeffizienz-Netzwerks für Kommunen, das vor drei Jahren an der OTH gestartet wurde, sind eine starke Gemeinschaft.

Möglich macht das die Tatsache, dass der Freistaat die Förderung des Programms vom Bund übernommen hat, der die vergangenen drei Jahre verantwortlich war. Das Energieeffizienz-Netzwerk für Kommunen, ein Zusammenschluss von zwölf ganz unterschiedlich großen Städten von Feucht über Haßfurt, Neustadt an der Donau bis hin zu Kemnath oder Vohburg, hat unter der Führung von Professor Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Projekte begleitet und die Verbindung zwischen den einzelnen Gemeinden hergestellt.

Mit sechs Projekten in drei Jahren liegen Haßfurt und Kemnath zahlenmäßig an der Spitze, aber auch kleinere Gemeinden wie Baar-Ebenhausen im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm mit seinen knapp 5300 Einwohnern profitieren nach Aussage von Bürgermeister Ludwig Wayand zum Teil erheblich. Von der Tiefgaragenbeleuchtung bis hin zum kompletten Wärmeverbund reichte das Spektrum. Ein Vorteil: Die Organisation ist eine Art "Machete durch den Förderdschungel", wie es Jens Machold, der Bürgermeister von Wolnzach sagt.

Nicht im Alleingang

Vieles von dem, was Kommunen im Bereich der Energieeffizienz anpacken wollen, sei im Alleingang nur schwer zu realisieren, lobt Machold die Vorteile des Verbundes, der als angenehmer Nebeneffekt mit hohen Förderquoten aufwarten konnte und wohl auch in Zukunft kann. Kein Wunder, dass nach den ersten drei Jahren keiner ans Aufhören denkt. Das Amberger Team von Professor Markus Brautsch übt aber auch noch eine ganz andere Funktion aus, den der Wolnzacher Bürgermeister keineswegs missen will: "Wir bekommen in Sachen Energieeffizienz jeden Tag unzählige Mails." Doch am Ende des Regenbogens wartet dann meist nicht ein Topf voll Gold für die Gemeinde, sondern jemand, der sich auf deren Kosten eine goldene Nase verdienen will. Hier helfe das Netzwerk bei der Vermeidung von Fehlern, weil es keine eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt.

"Das Paket stimmt einfach", pflichtet ihm sein Bürgermeisterkollege Konrad Rupprecht aus Feucht zu. Doch auch energetisch erfolgreiche Gemeinden wie das unterfränkische Haßfurt wissen sich durchaus der Vorteile zu bedienen. Haßfurt mit seinen fast 14 000 Einwohnern kooperiert über seine eigenen Stadtwerke mit Greenpeace Energy in Sachen Umwandlung von Windenergie in Wasserstoff, um das schwierige Speicherproblem regenerativer Energien zu lösen. Aber auch hier wird der Rat und die Unterstützung aus Amberg und von den Bürgermeisterkollegen gerne angenommen.

Denn eines haben sie hier festgestellt: Die großen, überregionalen Energieversorger haben sich längst verabschiedet aus der Innovation. Brennstoffzellen beziehen die Haßfurter inzwischen aus Japan. Neuerungen seien allenfalls auf lokaler Ebene zu erwarten - auch ein Grund, um sich an diesem Verbund zu beteiligen. Aber auch der Blick in die Zukunft schweißt diese Gemeinschaft zusammen. Die größte Herausforderung der kommenden Jahre heißt Klärschlammentsorgung, daran sind sich die Bürgermeister einig. Hier heißen die Alternativen, sich einem der großen Entsorger ausliefern oder aber selbst Lösungen zu finden, wie das Problem gelöst werden kann. Da bietet ein Netzwerk aus mehreren Gemeinden eine andere Basis, um sich von den Großen unabhängig auf eigene Beine zu stellen.

Rund 130 Kommunen

Der Erfolg bestätigt die OTH. Dem einen Verbund sind 13 weitere Netzwerke gefolgt. Aktuell betreut das Team um Brautsch und Denise Hofmann rund 130 Kommunen. Manchmal, schränkt Brautsch aber ein, müsse sein Haus auch die Akteure vor vorschnellen Handlungen und damit Fehlern bewahren. "Wenn etwas unwirtschaftlich ist, sind wir die berühmten Show-Stopper."

 
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