27.03.2020 - 17:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Gibt's bald keine Knöllchen mehr in Amberg?

Kostenlos Parken in der Altstadt – ein Traum für viele Autofahrer. Wegen des Coronavirus ist das in einigen Städten bereits wahr geworden. Doch wie sieht die Lage in Amberg aus? Gibt's bald keine Knöllchen mehr?

Keinen Parkschein lösen zu müssen, dürfte vielen Autofahrern gefallen. In Amberg ist das auch trotz der Coronakrise keine Option.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Düsseldorf und Friedrichshafen haben es bereits beschlossen, Wien auch: Die Städte verzichten auf die Erhebung der Parkgebühren - wegen des Coronavirus. Die Maßnahme soll die Bevölkerung dazu animieren, statt mit Bus oder Bahn, mit dem Auto zur Arbeit zu kommen, um die Ansteckungsgefahr im öffentlichen Nahverkehr zu reduzieren. Ist das nun auch in Amberg geplant?

Die Pressesprecherin der Stadt, Susanne Schwab, verneint: "In der Stadt Amberg wurde dieses Thema bereits diskutiert. Aber wir sind zu einem anderen Schluss gekommen als die großen Städte, deren öffentlicher Personennahverkehr ganz anders belastet ist als unserer." Die Verantwortlichen sehen in Amberg andere Schwierigkeiten: "Wenn nun die ganze in der Altstadt arbeitende Bevölkerung mit dem Auto kommt, ist die Gefahr groß, dass die für den Besuch von Ärzten oder Apotheken wichtigen Stellplätze ganztägig blockiert werden." Aktuell habe sich die Parksituation in der Altstadt zwar entspannt, dies könne sich aber bei einem Verzicht des Parkentgelts rasch ändern. Susanne Schwab erklärt, dass die Stadt Amberg aktuell durchaus dort, wo es sinnvoll und möglich erscheine, von den allgemeinen Regeln abweiche - nicht aber bei den Parkgebühren: "Nach wie vor werden auch Kontrollen durch unseren Verkehrsüberwachsungsdienst durchgeführt. Wenn auch in angepasstem Modus und unter Verzicht auf direkten Personenkontakt." In diesem Zusammenhang weist die Stadt auf das Fortbestehen der Geschwindigkeitsmessungen durch den Zweckverband Verkehrssicherheit hin: "Es soll verhindert werden, dass die aktuelle Stresssituation und die wenig befahrenen Straßen Autofahrer dazu verleiten, Geschwindigkeitsbegrenzungen zu missachten." Ziel ist es laut Schwab, das Risiko für schwere Unfälle zu verringern. Diese Notfälle würden unter Umständen nur den - derzeit dringend benötigten - Bedarf an Intensivbetten beziehungsweise Beatmungsgeräten in den Krankenhäusern erhöhen und so zur Verschlimmerung der Gesamtsituation beitragen. Die Stadt Sulzbach-Rosenberg teilt auf Nachfrage mit, dass es derzeit, aufgrund der nicht stattfindenden Stadtratssitzungen, formal nicht möglich sei, die Verordnung über die Parkgebühren zu ändern. Beim Vollzug der aktuellen Verordnung werde jedoch versucht, an die derzeitige Situation angepasst, Fingerspitzengefühl walten zu lassen.

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