18.10.2019 - 15:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Haupttäter hat "gesoffen wie ein Loch"

Sechs Verhandlungstage waren angesetzt. Dann gab es schon zur vermeintlichen Halbzeit ein Urteil gegen vier junge Leute. Die Anklage lautete auf schweren Bandendiebstahl.

Symbolbild
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Dem Quartett im Alter von 18 bis 23 Jahren waren zahlreiche Vergehen wie Einbruch, Nötigung und Körperverletzung zur Last gelegt worden. Schnell kristallisierte sich ein 20 Jahre alter Landkreisbewohner als treibende Kraft heraus. Unter seiner Regie wurde im Januar dieses Jahres in eine Amberger Gaststätte eingebrochen und Beute gemacht, bei einer zweiten Lokalität scheiterte der Versuch.

Der Hauptangeklagte soll zudem zwei Personen gewürgt, geschlagen, bedroht und auch verletzt haben. Der 20-Jährige und zwei ebenfalls angeklagte junge Männer waren geständig. Eine junge Frau (18) hatte wohl keinen Beitrag zu den Taten geleistet. Sie wurde freigesprochen. Der Vorwurf des Bandendiebstahls erhärtete sich auch deswegen nicht, da der 20-Jährige als Haupttäter angesehen wurde, der seine Begleiter angestiftet habe. Gegen ihn sprach Amtsrichter Peter Jung am Donnerstagabend eine Freiheitsstrafe von vier Jahren aus. Der Jurist legte Jugendstrafrecht zugrunde. Ins Gefängnis muss der Verurteilte nicht, da er wegen seiner Sucht (Alkohol und Drogen) für 24 Monate in eine Entziehungsanstalt eingewiesen wird. Der Rest der Strafe könne im Erfolgsfall zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Mittäter, ein 18-Jähriger und ein 23-Jähriger, der den Fluchtwagen fuhr, bekamen jeweils einjährige Freiheitsstrafen, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Der Jüngere muss zudem eine Woche in Arrest, was der Richter als Warnschuss bezeichnete.

Am letzten Verhandlungstag wurden die Suchtprobleme des vorbestraften 20-Jährigen deutlich: „Er hat gesoffen wie ein Loch“, sagte Rechtsanwalt Helmut Miek. Sein Mandant habe täglich bis zu 15 Bier und einige Joints konsumiert. Während der Einbrüche soll er zudem unter Ectasy-Einfluss gestanden haben. Das Gericht ging deswegen davon aus, dass Beschaffungskriminalität das Motiv war. Die Suchtprobleme des Hauptangeklagten bestätigte auch eine Bekannte, die als Zeugin auftrat. Sie gab zu Protokoll, vor den Einbrüchen von dem 20-Jährigen mehrfach gewürgt und auch verletzt worden zu sein.

Der erste Verhandlungstag

Amberg

Der zweite Verhandlungstag

Amberg
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