16.12.2020 - 14:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Heftiger Ansturm auf FFP2-Masken

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Seit Dienstag erhalten Menschen ab 60 Jahren und Vorerkrankte kostenlos drei FFP2-Masken, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. In einigen Amberger Apotheken warteten die Kunden beim Ausgabestart in langen Schlangen vor den Geschäften.

Frederik Strobl von der Apotheke St. Marien in Amberg erlebt mit seinem Team einen enormen Ansturm auf die kostenlosen FFP2-Masken.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Es sei ein extremer Ansturm gewesen, sagt Frederik Strobl von der Apotheke St. Marien in Amberg. Von 7.30 Uhr bis Ladenschluss um 18.30 Uhr hätten die Kunden am Dienstag in einer langen Schlange vor der Ladentür gewartet, um an die drei kostenlosen FFP2-Masken zu kommen. Menschen ab 60 Jahren und jüngere Menschen mit Vorerkrankungen erhalten die Masken. Strobl weiß, dass bei einigen Apotheken bereits mittags die Masken weg waren. „Viele Amberger Kollegen haben die Ware nicht erhalten.“ In sein Geschäft seien daher auch Kunden gekommen, die eigentlich eine andere Stammapotheke haben.

„Das Drama, wie es sich Anfang des Jahres zugetragen hat, als es nirgends mehr Masken zu kaufen gab, sollte sich nicht wiederholen“, sagt Strobl. Man habe daher ausreichend, frühzeitig und aufgrund der Erfahrungswerte vom Frühjahr bereits Ware bestellt. „Anders, wie viele Kunden glauben, werden die FFP2-Masken nicht vom Bund gestellt, sondern die Apotheken müssen sie selbst besorgen.“ Der Vorrat reiche auch, wenn die Krankenkassen demnächst Coupons an alle Berechtigten schicken. „Der Coupon berechtigt, für Januar und Februar erneut Masken zu holen.“ Kunden, die jetzt schon ihre „Dezember-Masken“ bei ihm geholt hätten, deren Masken für später lagerten schon im Keller der St-Marien-Apotheke, verspricht Strobl.

"Kein Maskenschalter"

Einen ebenfalls „enormen Kundenansturm“ hatte die Email-Apotheke in der Marienstraße am Dienstag zu bewältigen. „Mein kleines Team hat unterm Strich mehr geleistet als zu sonst jeder Zeit. Es war ein Rekordtag in der vierjährigen Geschichte der Email-Apotheke“, beschreibt Chef Robert Winkler die Zustände, die sich rund um die Ausgabe der FFP2-Masken abgespielt haben. Schon vorab hatte er sich über die Verteilungsaktionen in Bremen informiert. „Die Kollegen dort hatten von sehr chaotischen Zuständen gesprochen.“

"Mein kleines Team hat unterm Strich mehr geleistet als zu sonst jeder Zeit. Es war ein Rekordtag."

Apotheker Robert Winkler

Apotheker Robert Winkler

Deshalb habe es Überlegungen gegeben, einen separaten „Maskenschalter“ aufzubauen. „Wir haben uns aber dazu entschlossen, nichts extra zu organisieren, sondern einfach unsere normale Verkaufsorganisation zu nutzen, weil diese den Mindestabstand gewährleistet und an jedem Platz ein Mitarbeiter die Abgabe und andere Aufträge effizient bearbeiten kann.“ 2600 Masken standen in der Email-Apotheke zu Beginn der Ausgabe am Dienstagfrüh zur Verfügung. „Gegen Mittag war die letzte Kiste leer.“ Doch Winkler hatte vorgesorgt und nachgeordert.

Am Nachmittag brachte ein Spediteur den ersehnten Nachschub: 12 000 Stück. Am Mittwoch ging es mit dem Andrang in der Email-Apotheke dann genauso weiter wie tags zuvor. Das den Apothekern offiziell zugesprochene Budget reicht für insgesamt 7445 Masken. Robert Winkler geht davon aus, dass es am Donnerstag aufgebraucht sein wird.

Telefonische Nachfragen

In der Daig-Apotheke am Rossmarkt bildeten sich am Dienstag und Mittwoch hingegen keine Schlangen vor der Ladentür. „Die Innenstadt ist mit dem Lockdown sowieso tot“, sagt Anneliese Daig. Es hätten sich aber zwischen 20 und 30 Stammkunden bei ihr telefonisch erkundigt, ob ihr Geschäft die kostenlosen Masken vorrätig hat. „Das macht auch Sinn, dass sich vor allem Ältere nicht umsonst auf den Weg in Stadt machen.“ Am Dienstagmittag traf die Lieferung am Rossmarkt ein, dann seien vor allem Ältere gekommen, um sich die Masken zu holen. Daig geht davon aus, dass ihre Kunden den ersten Ansturm abwarten. „Mit der Ausgabe sind wir noch lange nicht durch.“

Apotheker in der Region erwarteten großen Ansturm

Amberg

Einen riesigen Ansturm hat derweil die Antonius-Apotheke in Kümmersbruck erlebt. "Gleich um 8 Uhr in der Früh ging es los", sagt Elisabeth Paper. Nach kurzer Zeit waren alle Masken weg. Denn unter den Kunden waren viele dabei, die ansonsten nicht zum festen Kundenstamm zählen. "Auch aus Schmidmühlen kamen die Leute, um sich die Masken zu holen." Paper sagt, das Problem sei gewesen, dass die Apotheker erst sehr spät informiert wurden, dass sie die Masken verteilen sollten. Erfahren habe sie das aus der Zeitung. Noch am gleichen Tag bestellte sie mehrere tausend Stück. "Es sind noch nicht alle geliefert."

Durch die Ausgabe der Masken sei das Alltagsgeschäft ihrer Apotheke in den Hintergrund geraten. "Es rufen viele Menschen an und fragen nach, ob wir noch Ware haben." Paper geht davon aus, dass es auch in den kommenden Tagen so weitergeht.

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