12.10.2020 - 17:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Herbstmesse rund ums Bauen in Amberg: Diesmal keine Corona-Absage

Im März musste er seine Baumesse im ACC absagen. In letzter Minute, wegen Corona. Jetzt, am Wochenende 17./18. Oktober, wagt Veranstalter Thomas Resch einen neuen Versuch. Und ist sich sicher: Diesmal klappt es. Trotz Corona.

Eigentlich findet die Oberpfälzer Baumesse im ACC immer im Frühjahr statt. Doch diesmal kam Corona dazwischen. Jetzt wagt Veranstalter Thomas Resch einen neuen Versuch, am Wochenende 17. und 18. Oktober.
von Heike Unger Kontakt Profil

Organisator Thomas Resch sieht sich, seine Aussteller und die Besucher mit seinem Hygiene- und Sicherheits-Konzept, das alle staatlichen Vorgaben erfülle, gut gerüstet für den zweiten Anlauf. So gut, dass er seine Messe im ACC auch dann nicht in Gefahr sieht, falls die Infizierten-Zahlen in der Region bis zum Wochenende weiter steigen. Selbst wenn Amberg nach dem ersten Warnwert am vergangenen Freitag in den nächsten Tagen auch noch den zweiten überschreiten würde, könne die Messe stattfinden: "Wir werden allen Anforderungen gerecht", betont der Organisator.

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Corona erfordert Einschränkungen

Natürlich wird es keine Messe wie gewohnt: Die Corona-Pandemie erfordert Abstriche. Und sie verlangt Resch auch einigen finanziellen Aufwand ab. Aber, so betont der Veranstalter aus Niederbayern, das sei es ihm die Sache wert – er denke dabei an seine "Kunden", die Aussteller, die dringend auf neue Geschäftskontakte angewiesen seien. Resch spricht von einer engen Verbindung zwischen ihm und den teilnehmenden Firmen, gewachsen in über 20 Jahren Baumesse in Amberg. Er weiß: Viele Firmen haben die Pandemie und der Lockdown schwer getroffen. Viele Unternehmer hätten inzwischen "eine gewisse Existenzangst".

Resch erinnert sich an ein Telefonat mit einer Ausstellerin im Frühjahr nach dem plötzlichen staatlichen Messe-Verbot: "Sie hat geweint." Auch andere Gesprächspartner seien "sehr verzweifelt" gewesen. Die Unternehmen bräuchten jetzt "Kundenkontakte, sonst wird es hässlich". Umso größer sei die Freude bei den beteiligten Firmen darüber, dass Resch jetzt einen zweiten Versuch wagt: "Die Aussteller freuen sich, das endlich wieder etwas geht und sie wieder ein paar neue Adressen in ihre Bücher bekommen." Resch räumt ein, dass dies für ihn mit finanziellen Einbußen verbunden ist. An seine Aussteller gibt er die Zusatzkosten nicht weiter. Sein Beitrag, um "die Sache wieder ins Laufen zu bringen" und seinen Geschäftspartnern auch "etwas Gutes zu tun, damit sie diese schwere Zeit überstehen". Durchaus auch im eigenen Interesse: "Ich kann meine Aussteller jetzt nicht hängen lassen", sagt Resch und gibt zu, dass er größtes Interesse daran habe, dass seine Geschäftspartner auch bei der nächsten Baumesse 2021 wieder an Bord sind. Immerhin: Resch hat bislang noch nicht gehört, dass einer seiner Aussteller wegen Corona aufgeben musste.

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Neuer Name, Thema bleibt

Heuer im März wäre es die 25. Baumesse im ACC gewesen. Jetzt, am 17. und 18. Oktober, ist es die erste – um diese Zeit im Jahr. Deshalb heißt sie diesmal auch nicht "Oberpfälzer Baumesse" sondern "Oberpfälzer Herbstmesse". Ihr Anliegen aber ist laut Resch gleich geblieben: Besuchern möglichst umfassende Informationen rund ums Thema Bauen und Wohnen zu geben und dabei Kontakte zu den entsprechenden Firmen aus der Region zu vermitteln. Wegen der Corona-Pandemie muss all dies allerdings in kleinerem Rahmen stattfinden: Statt der sonst rund 100 Aussteller dürfen nur 75 dabei sein. Und die Vorschriften erlauben auch nur knapp 350 Messe-Besucher gleichzeitig im ACC. Letzteres regelt Resch über einen Sicherheitsdienst, der mit sogenannten Klickern jeden Gast mitzählt, der das Kongresszentrum betritt: Ist die Maximalzahl erreicht, müssen weitere Interessenten draußen warten, bis jemand die Messe verlässt, um dann nachzurücken. Aussteller ausladen musste der Veranstalter nicht: Einige wollten oder konnten den Terminwechsel von März auf Oktober nicht mitmachen, so dass es am Ende genau auf die erlaubte Zahl hinauslief.

Um die gesetzlichen Vorgaben, insbesondere in Sachen Abstand, einhalten zu können, habe er "zusätzlichen Raum freischaufeln müssen", berichtet Thomas Resch. Dabei ging es besonders um die bei Besuchern wie Ausstellern gleichermaßen beliebten Vorträge. Damit sie in zwei größeren Sälen stattfinden können, mussten einige Aussteller umziehen. Seit Anfang September sind Messen wieder erlaubt. Resch hat sich seither auf etlichen solcher Veranstaltungen umgeschaut, um Ideen zu sammeln, was in Sachen Corona-Sicherheit funktioniert und was nicht. Sein Eindruck: Es läuft gut. "Ich habe festgestellt, die Besucher sind sehr diszipliniert. Ich habe keine Maskenverweigerer gesehen, kein Drängeln, zum Beispiel an der Kasse. Und es gibt auch kein Gemaule, wenn mal jemand warten muss."

Abstands- und Maskenpflicht

So eine Messe sei eben doch "etwas anderes als eine private Festivität mit reichlich Alkohol", meint Resch. Ihn haben natürlich auch die Varianten interessiert, mit denen andere Veranstalter die Besucher-Registrierung umsetzen. Erfassung über QR-Code, Vorab-Registrierung durch personalisierten Karten-Vorverkauf: Nichts davon hat ihn wirklich überzeugt. "Das ist alles nicht wirklich ausgereift", ist sein Eindruck. Deshalb hat er sich für einen ganz banalen "analogen" Weg entschieden: Die Besucher kaufen ihre Eintrittskarten direkt vor Messebesuch an der Kasse im ACC, dort bekommt jeder eine Art Postkarte, auf die er seine Daten einträgt, die die Behörden im Fall einer Corona-Kontakt-Nachverfolgung brauchen. Einen eigenen Stift dazu gibt es auch für jeden, ihn dürfen die Besucher behalten. Ansonsten gelten wie sonst auch im öffentlichen Leben die inzwischen bekannten Corona-Regeln, insbesondere Abstands- und Maskenpflicht.

Wenn sich alle an diese Eckpunkte halten, "wird es möglich sein, eine saubere Veranstaltung durchzuführen", da ist Resch ganz zuversichtlich. Er betont, "mein Blick geht nach vorne, auf keinen Fall nach hinten". Deshalb macht er auch niemandem Vorwürfe wegen des kurzfristigen Messe-Verbots im Frühjahr: "Es hat doch keiner gewusst, wie man damit umgehen soll."

Im Blickpunkt:

Messe mit Coronaregeln

  • Für Besucher gilt Maskenpflicht
  • Abstände müssen eingehalten werden
  • Es dürfen knapp 350 Besucher ins ACC. Weitere Interessierte müssen dann warten, bis jemand geht
  • Besucher müssen Kontaktdaten angeben
  • Karten gibt es an der Kasse des ACC (Eintritt unverändert vier Euro)
  • Bei den Vorträgen ist die Teilnehmerzahl begrenzt (rechtzeitig da sein empfiehlt sich).
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