24.09.2021 - 17:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Interkulturelle Woche: Zeichen gegen Alltagsrassismus

Erneut haben die Organisatoren der interkulturellen Woche in Amberg wegen Corona auf Präsenzveranstaltungen verzichtet. Ein Zeichen wollen sie dennoch setzen: Sie appellieren an die Bürger, sich gegen Alltagsrassismus zu positionieren.

"Amberg macht die Augen auf": Mit einer Aktion (Pantomime und Verteilung von Postkarten) am Marktplatz starteten die interkulturellen Wochen in Amberg.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Alljährlich im Herbst hat der Arbeitskreis Kultur und Religion des interkommunalen Bündnisses für Migration und Integration die interkulturelle Woche mit vielen Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Im Mittelpunkt standen vor allem Begegnungen. Begegnungen, die aktuell wegen Corona nicht oder nur einschränkt möglich wären. Deshalb verzichten die Organisatoren auch heuer auf ein Präsenzprogramm. Dennoch ist es ihnen ein großes Anliegen, die Bürger für ein wichtiges Thema zu sensibilisieren: nämlich gegen Alltagsrassismus einzutreten.

Arbeitskreis-Mitglied Andrea Rausch vom Jugendmigrationsdienst CJD mit Sitz in Sulzbach-Rosenberg verweist in diesem Zusammenhang auf die Filmbeiträge zu #Ambergmachtdieaugenauf, die sowohl auf Youtube als auch auf Facebook zu sehen sind. Darin schildern Migranten aus Amberg und dem Landkreis oder Menschen, die einen Bezug zur Region haben, ihre Erfahrungen. Alltagsrassismus hat viele Facetten. Vieles sei dahingesagt, manches nehme man selbst gar nicht so wahr, dass es rassistisch sei. Zum Beispiel, wenn Menschen rein darauf reduziert werden, Ausländer zu sein. Oder jemand allein ob seines Namens gefragt werde, woher er denn komme. Antworte er dann, dass er aus München sei, werde noch insistiert: "Ja, aber wo kommst du ursprünglich her?" Oder wenn Migranten in der Schule weniger zugetraut werde als anderen.

Der Arbeitskreis möchte deshalb anlässlich der interkulturellen Woche Menschen auffordern, sich selbst zu hinterfragen: "Wie gehe ich denn selbst mit dem Thema um?" Andrea Rausch findet, dass Begegnungen das beste Mittel sind, um Vorurteile abzubauen. "Sprecht mit anderen Leuten, lernt sie kennen", lautet deshalb ihre Aufforderung. Rausch und ihre Mitstreiter aus dem Arbeitskreis und dem interkulturellen Bündnis appellieren an die Bürger, in Bezug auf Alltagsrassismus die Augen aufzumachen, hinzuschauen – und sich dagegen auch zu wehren. "Es geht um ein friedliches Miteinander mit allen Kulturen und Religionen", wirbt Rausch für Verständnis untereinander. "Und da geht der Appell an jeden Einzelnen", sagt sie.

Als sichtbares Zeichen werden an Restaurants und Cafés in Amberg für die interkulturelle Woche von Sonntag, 26. September, bis Sonntag, 3. Oktober, Bierdeckel zu #ambergmachtdieaugenauf verteilt. Rund 10.000 Exemplare davon gibt es. Gefördert wird die Aktion laut Andrea Rausch durch das Bundesprogramm "Demokratie leben". Bereits am Freitag gab es einen Vorgeschmack auf die interkulturelle Woche: Pantomime am Marktplatz und in der Fußgängerzone. Verteilt dabei wurden außerdem Postkarten, die es auch zum Diversity-Tag schon gegeben hatte.

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Sulzbach-Rosenberg

 

 

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