22.09.2021 - 15:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Israelitische Kultusgemeinde Amberg feiert Sukkot

Sukkot wird vielfach als jüdisches Erntedankfest bezeichnet. Spezielle Vorbereitungen sind dafür erforderlich. So errichten sich Juden in aller Welt eine Laubhütte, woher auch der Name des Fests herrührt: Laubhüttenfest.

Daniel Rybintcev und Max Roberts (von links) binden in der Laubhütte der Israelitischen Kultusgemeinde in Amberg die Sträuße aus "vier Arten".
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Wenn es Herbst wird und im Innenhof der Israelitischen Kultusgemeinde in Amberg eine Hütte auf Zeit errichtet wird, dann naht ein jüdisches Fest mit einem ganz speziellen Brauch: Sukkot. Übersetzt aus dem Hebräischen bedeutet dies: Laubhüttenfest. Und dafür errichten sich gläubige Juden eine Laubhütte. Und auch die Mitglieder der israelitischen Kultusgemeinde kommen zum Gebet in die Synagoge und essen anschließend in der Sukka, wie die Laubhütte auch genannt wird.

Um mit Amberger Juden am Montagabend den Auftakt des siebentägigen Festes zu feiern, sind als auswärtige Gäste Daniel Rybintcev und Max Roberts zur Israelitischen Kultusgemeinde gekommen. In Vertretung von Ambergs Rabbiner Elias Dray trafen sie sich zunächst mit den Gemeindemitgliedern in der Synagoge zum Gebet, ehe es in die Sukka ging. Diese war im Vorfeld errichtet worden. Die Laubhütten symbolisieren die spärlichen Unterkünfte der Juden während ihres Auszugs aus Ägypten. Die Tradition will es, dass die Sukka unter freiem Himmel steht. In Israel errichten gläubige Juden überall, wo Platz ist, diese Hütten: in ihren Gärten, auf Balkonen, in Höfen und sogar auf Parkplätzen.

Zumeist wird dort nur gegessen, strenggläubige Juden verbringen während des siebentägigen Fests die Zeit darin komplett: Sie leben, essen und schlafen dort. Amberger Juden waren seit Montagabend zum Gebet in der Synagoge und zu Mahlzeiten in ihre Gemeinde-Sukka eingeladen. Serviert wurden bei den verschiedenen Essen unter anderem gefillter Fisch, Braten mit Kartoffeln, Kalbsschnitzel mit grünen Bohnen und gebackener Lachs. Sukkot dauert noch bis Montag, 27. September.

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Amberg
Hintergrund:

Die vier Arten zu Sukkot

Zu den Bräuchen des jüdischen Fests Sukkot gehört es, einen Feststrauß zu binden. Dieser besteht aus "vier Arten" und symbolisiert die Einheit aller Juden. Für die vier Arten stehen:

  • Zitrusfrucht: Sie duftet gut und schmeckt gut. Sie symbolisiert Menschen, die die Tora studieren und gute Taten vollbringen.
  • Zweig einer Dattelpalme: An ihm wachsen leckere Früchte, aber er riecht nicht gut. Somit ist er Symbol für Menschen, die zwar die Tora studieren, aber keine guten Taten vollbringen.
  • Myrtenzweige: Sie riechen gut, schmecken aber nicht. Somit stehen sie für Menschen, die zwar weniger die Tora studieren, dafür aber viel Gutes tun.
  • Weidenzweige: Weder riechen sie besonders gut, noch sind sie essbar. Somit sind sie Symbol für alle, die sich weder der Tora widmen noch gute Taten vollbringen.

 

 

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