25.10.2019 - 20:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Junge Union Amberg plant eigenständigen Wahlkampf für den Stadtrat

Die Amberger Junge Union hätte auch dem Beispiel des Amberg-Sulzbacher CSU-Nachwuchses folgen und bei der Stadtratswahl mit einer eigenen Liste antreten können. Tut sie aber nicht. Sie sorgt lieber für neue Gesichter auf der CSU-Liste.

BMit frischen Ideen – bei weitem nicht nur mit Brezen in Form des CSU-Schriftzugs – wollen die JU-Kandidaten auf der Stadtratsliste der Christsozialen für Furore sorgen. Hier die drei Jüngsten (von links): Tobias Konrad (18), Constanze Niebler (25) und Florian Füger (25).
von Markus Müller Kontakt Profil

"Wir haben da wirklich lange überlegt", sagte der Amberger JU-Kreisvorsitzende Florian Füger dazu am Rande der Kreisvertreterversammlung der CSU am Donnerstag im Pfarrsaal von St. Konrad. Erst Anfang des Jahres sei die Entscheidung gefallen, doch auf der CSU-Liste zu kandidieren, "nachdem uns der Kreisvorstand signalisiert hatte, dass wir gute Plätze bekommen". Zudem könne die Mutterpartei auf diese Weise "den Prozess einer ständigen Erneuerung und Verjüngung glaubhaft schaffen".

Das ist notwendig, finden Füger und seine JU-Mitstreiter mit Blick auf das zuletzt "miserable Abschneiden der CSU bei jungen Leuten": Die Wahlergebnisse bei der jungen Generation seien "weit entfernt vom eigenen Anspruch einer Volkspartei". Die am Donnerstag verabschiedete 40-köpfige CSU-Liste umfasst zehn JUler, darunter Gina Renner (Platz 4) und Florian Füger (9) im ersten Viertel. Von diesen Plätzen aus sei es realistisch, in den Stadtrat einzuziehen, meinte Letzterer. Man werde einen eigenen Wahlkampf führen, um junge Leute anzusprechen. "Wir überlegen etwa, ob wir Kinowerbung machen können." Inhaltlich hätten junge Leute einen anderen Blick auf Amberg, das man stärker als Studentenstadt in den Fokus rücken wolle. Zudem wolle man "Ansprechpartner und Sprachrohr für die Jugend, junge Erwachsene und junge Familien werden".

Als zum Schluss die JU-Kandidaten gesammelt auf die Bühne gerufen wurden, schenkte Kreisverbands-Schriftführer Maximilian Großer Füger einen Kaktus, um zu dokumentieren, dass die Jungen auch Unangenehmes sagen dürften: "Aber ehrlich muss es sein."

Info:

Das Fleisch der CSU

Der Spruch ist nicht mehr neu, genießt in der Jungen Union aber noch hohe Popularität: Der Parteinachwuchs möchte der „Stachel im Fleisch der CSU“ sein. Was wohl heißen soll: mit jugendlichem Sturm und Drang vermeiden, dass die Verantwortlichen sich auf Erfolgen ausruhen und bequem werden. Auch der Amberger JU-Vorsitzende Florian Füger (25) gebrauchte ihn bei seiner Vorstellung für die CSU-Stadtratsliste. In Fraktionschef Dieter Mußemann rief das fast nostalgische Gefühle wach: Vor 30 Jahren habe er das – ebenfalls als JU-Vertreter auf der Liste und 25 Jahre alt – genauso gesagt. Mit der Zeit sehe man natürlich manches anders. Matthias Schöberl, im Nebenberuf als schlagfertiger Fastenprediger bekannt, rief ihm zu, was sich seither geändert hat: „Jetzt bist du das Fleisch der CSU.“ (ll)

Wie die Nominierungsversammlung verlief und wie die Stadtratsliste aussieht

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