04.08.2021 - 16:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Kinder können wieder das Schwimmen lernen

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 hat es in Amberg keine Schwimmkurse für Anfänger mehr gegeben. Seither stehen zahlreiche Kinder auf den Wartelisten. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache.

Die Vorfreude ist schon da, jetzt müssen nur noch die Kinder zu den Schwimmkursen im Kurfürstenbad kommen. Die Vertreter der beteiligten Vereine und der Stadtwerke treffen sich schon mal zur Vorbesichtigung im Kurfürstenbad.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Fast zwei Jahre gibt es keine Schwimmkurse für Anfänger mehr in Amberg. Zwei Jahre, in denen zahlreiche Kinder einfach nicht gelernt haben, sich über Wasser zu halten. Entsprechend lang sind inzwischen die Wartelisten beim Betreiber der Amberger Bäder, den Stadtwerken. Aber auch die Vereine, die normalerweise Schwimmkurse anbieten, Wasserwacht, DLRG oder CIS Amberg, werden mit entsprechenden Anfragen besorgter Eltern überhäuft. Der Leidensdruck ist inzwischen so groß, dass Vereine und Stadtwerke jetzt gemeinsam ein Konzept entwickelt haben, wie dem abzuhelfen ist.

Ab Montag, 30. August, wird es im Kurfürstenbad zunächst einmal elf Schwimmkurse für Kinder geben. Sollte danach noch Bedarf bestehen "und wenn es funktioniert", werden noch weitere aufgelegt, versprach am Mittwoch der Geschäftsführer der Stadtwerke, Stephan Prechtl. "Wir können immer zwei Kurse parallel im Nichtschwimmer- und im Sportbecken machen", so Prechtl. Anmelden können sich alle Interessierten ab sofort über die Homepage des Kurfürstenbads (www.kurfuerstenbad-amberg.de) – und ausschließlich nur dort, wie Bäderleiter Günter Schwarzer betont.

Stadtwerke gehen in Vorleistung

Um diese Kurse zu ermöglichen, gehen die Stadtwerke enorm in Vorleistung, wie Stephan Prechtl sagt. "Eine normale Betriebswoche im Kurfürstenbad kostet rund 80.000 Euro", nennt er eine Größenordnung. Natürlich wird für die Schwimmkurse nicht das ganze Bad in Betrieb genommen, doch müssen die benötigten Teile – Nichtschwimmer- und Sportbecken sowie die Schülerumkleiden im Keller – eigens dafür hergerichtet werden.

Derzeit befindet sich das Kufü noch im Corona-Tiefschlaf, in den es im November vergangenen Jahres versetzt worden ist. Um die Schwimmkurse anbieten zu können, muss unter anderem erst einmal das Wasser abgelassen werden. Anschließend können die Becken von Algen gereinigt werden, die sich hier inzwischen angelagert haben. "Wir haben ja in den vergangenen Monaten kaum mehr gechlort", nennt Bäderleiter Günter Schwarzer einen Grund dafür. Zudem begünstige das durchsichtige Foliendach den Wuchs des unerwünschten Grün.

Zwei Wochen Vorlaufzeit

Fast zwei Wochen wird es dauern, bis das Bad für die Kurse vorbereitet ist. "Man kann ja nicht einfach einen Schalter umlegen und das Wasser aufheizen." Neben den technischen Voraussetzungen braucht es laut Prechtl natürlich auch das entsprechende Personal, das sich derzeit noch in Kurzarbeit oder dem Betriebsurlaub befindet. Alleine das schrittweise Aufheizen der Becken dauert laut Schwarzer vier bis fünf Tage. "Wir gehen da einen Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und diesem Angebot", machte Stephan Prechtl deutlich, dass die Kurse für die Stadtwerke mit Sicherheit kein Geschäft sein werden.

Wie groß der Bedarf für Anfänger-Schwimmkurse für Kinder ist, zeigt die Tatsache, dass alleine bei den Stadtwerken rund 60 E-Mails mit entsprechenden Anfragen eingegangen sind. Die beiden Fachangestellten der Bäderbetriebe, Benjamin Wood und André Schneider, haben darüber hinaus noch einmal 80 Kinder auf ihrer Vormerkliste stehen. Ähnlich sieht es bei den beteiligten Vereinen aus, wie Michaela Grüter (Wasserwacht Amberg), Jens Günther (Wasserwacht Vilstal-Kümmersbruck) und Rainer Kratzer (DLRG) übereinstimmend sagten.

Ende September für die Öffentlichkeit

Ende August öffnet das Kurfürstenbad also zunächst ausschließlich für die Schwimmkurse, Ende September oder Anfang Oktober soll dann auch die Öffentlichkeit wieder Zugang haben zu Ambergs beliebten Schwimmtempel. Mit den entsprechenden Beschränkungen und Bedingungen unter Corona natürlich – aber immerhin. Dann sollen die Schwimmkurse für Anfänger übrigens in die Aquafit-Halle mit ihrem beweglichen Beckenboden verlegt werden, um die Einschränkungen für die übrigen Badegäste nicht zu groß werden zu lassen.

Fehlende Schwimmkurse sind auch anderswo ein Thema

Weiden in der Oberpfalz
Service:

Alles Wissenswerte rund um die Schwimmkurse

  • Start der Kurse: 30. August.
  • Von Montag bis Freitag können elf Kurse stattfinden - verteilt auf das Zeitfenster von 12.30 bis 18.30 Uhr.
  • Kursdauer 45 Minuten plus 15 Minuten Umkleidezeit
  • Mindestalter: sechs Jahre
  • Gebühr: 75 Euro pro Kurs zuzüglich Eintrittsgebühr für das Kufü
  • Teilnehmerzahl: maximal zehn Kinder pro Kurs
  • Kursanmeldung ab sofort unter www.kurfuerstenbad-amberg.de, Rubrik Kurse
  • Der Badeintritt in Höhe von 15 Euro wird am ersten Kurstag an der Kasse berechnet
Kommentar:

Es ist höchste Zeit geworden

Wer selbst kleine Kinder hat, kennt diese Situation. Die Familie liegt irgendwo an einem See, passt einen Augenblick nicht auf – und schon ist der oder die Jüngste spurlos verschwunden. Die Aufregung ist so schon groß, kann das Kind dann zusätzlich nicht schwimmen, bricht die Angst aus, es könnte ins Wasser gefallen sein. Das zeigt schon, wie wichtig es ist, dass Kinder möglichst früh das Schwimmen lernen. Dass sie schnell lernen, wie sie sich selbst in Sicherheit bringen können, wenn sie beispielsweise im Freibad einmal ein anderes Kind versehentlich ins Becken schubst.

Von Andreas Ascherl

"Eine normale Betriebswoche im Kurfürstenbad kostet rund 80.000 Euro"

Stephan Prechtl, Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke

Stephan Prechtl, Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke

 

 

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