Nach knapp zwei Jahren Vorbereitungszeit ist es soweit: Die "Kirwa im Amberg-Sulzbacher Land" soll zum immateriellen Kulturerbe erhoben werden. Darauf macht das Landratsamt in einer Pressemitteilung aufmerksam. Die Touristikerin des Landkreises Amberg-Sulzbach, Regina Wolfohr, und der Kreisheimatpfleger für Kirwa, Dieter Kohl, haben die Bewerbung beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat eingereicht. "Sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt, damit unsere lebendige Kirwa-Tradition, die ein Zeugnis unserer kulturellen Identität ist, von der Unesco gewürdigt wird", lobt Landrat Richard Reisinger das Engagement der beiden: "Jetzt drücken wir die Daumen, dass wir damit in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes kommen."
"Gut 400 Arbeitsstunden haben Regina Wolfohr und Dieter Kohl für die Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen investiert, sie wollten nichts dem Zufall überlassen", betont Landkreis-Pressesprecherin Christine Hollederer. Gründliche Recherchen in den hiesigen Archiven in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Archivaren waren die ersten Schritte. "Parallel dazu wurde ein detaillierter Fragebogen für die Bevölkerung erstellt, woraus sich ein erfreulicher Rücklauf von über 1000 Einsendungen ergab", berichtet Hollederer. Die Umfrageanalyse habe einige Erkenntnisse erbracht, die in die Bewerbung mit einfließen konnten. "Die Bürger schickten unter anderem alte Fotos, Zeitungsartikel, Plakate, Speisekarten und Ausschnitte aus Chroniken ein, die für die Rekonstruktion der Kirwa-Historie von großer Bedeutung waren."
Uni Regensburg ist auch dabei
Doch damit nicht genug: Studierende aus dem Studiengang "Vergleichende Kulturwissenschaften" der Universität Regensburg hatten sich unter der Leitung von Privatdozent Dr. Manuel Trummer ebenfalls an der Materialerhebung beteiligt. Im Zuge der Bewerbung wurde auch eine neue Homepage eingerichtet. Dort werden Fakten aus der Umfrage widergegeben und die Brauchkultur im Allgemeinen erklärt. Eine Blogrubrik soll künftig mit Geschichten aus der Region gefüllt werden. "Damit möchten wir sicherstellen, dass die wertvolle Informationssammlung über die Kirwa-Kultur im Amberg-Sulzbacher Land nicht einfach nur in der Schublade schlummert", erklärte Regina Wolfohr.
Eine Aufnahme in das Verzeichnis des Bayerischen Immateriellen Kulturerbes würde den Organisatoren eine würdige Wertschätzung für die Erhaltung und Weiterentwicklung dieses umfangreichen und gesichtsträchtigen Brauchtumskomplexes entgegenbringen, sagte Dieter Kohl. Zudem würde wieder eine Lücke in der Oberpfalz geschlossen. Ob die Bewerbung erfolgreich war, wird man erst in rund anderthalb Jahren erfahren. Doch egal wie die Entscheidung ausfällt: "Die erhobenen Daten sowie die Archivfunde und Anekdoten der Bürger sind bereits jetzt ein echter Gewinn für unsere Heimatpflege", lobte der Landkreis-Chef.
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