14.09.2021 - 10:28 Uhr
AmbergOberpfalz

Klinikum Amberg gibt Handbuch für gesunde Ernährung heraus

Peter Fischer und Elisabeth Gaulard-Hirth haben am Amberger Klinikum St. Marien vielen Krebspatienten gesunde Küche schmackhaft gemacht. Auf Anregung der Patienten ist nun ein Handbuch für gesunde Ernährung entstanden.

Autor Peter Fischer, Leiter der Klinik-Gastronomie von St. Marien Amberg, und Co-Autorin Elisabeth Gaulard-Hirth haben viel Herzblut in ihr Buch "Natürlich.Bewusst.Genießen" gesteckt.
von Adele SchützProfil

„Ich bin froh, dass ich selbst etwas tun kann, um gesund zu werden“: Der Kerngedanke des Amberger Modells Integrative Onkologie am Klinikum St. Marien geht vielen Krebspatienten durch den Kopf. Und findet im neuen Projekt, einem Handbuch für gesunde Enährung, eine weitere Möglichkeit, genau das zu tun. Peter Fischer und Elisabeth Gaulard-Hirth sind beim Thema Ernährung bei Krebserkrankung die zentralen Figuren im Amberger Klinikum. Sie vermitteln in Workshops Wissen zur gesunden Küche. Diese Tipps findet man nun auch in einem Handbuch für gesunde Ernährung.

„Wir haben am Klinikum Amberg ein Modellprojekt, das sicherlich einmalig ist und Hervorragendes für die Patienten leistet. Die Versorgung ist hier patientenkonzentriert. Umso mehr freut mich das jüngste Projekt der Integrativen Onkologie am Klinikum mit dem Handbuch für gesunde Ernährung mit dem Titel ‚Natürlich. Bewusst. Genießen‘ aus der Klinikums-Küche“, lässt Professorin Jutta Hübner von der Stiftungsprofessur für Integrative Onkologie der Deutschen Krebshilfe wissen. Die Krebs-Therapie beanspruche den ganzen Körper, umso wichtiger sei die Ernährung gerade in der Onkologie.

Nicht nur für Krebspatienten

Autor Peter Fischer, Leiter der Klinik-Gastronomie, und Co-Autorin Elisabeth Gaulard-Hirth haben viel Herzblut in dieses Buch gesteckt. Beide wissen, nicht nur eine Mangelernährung, sondern auch eine Fehlernährung kann zu stärkeren Nebenwirkungen in der Therapie führen. „Entspannung, Bewegung und eben auch die Ernährung sind zentrale Elemente, um gesund zu werden und gesund zu bleibe, was auch viele Studien zeigen“, betonte Fischer. Dementsprechend sei das Handbuch nicht nur etwas für Krebspatienten, sondern für alle, die wissen wollen, wie "gesund" schmecken kann. Auf mehr als 150 Seiten sind viele Informationen rund um das Thema Lebensmittel, vom Einkauf bis zur Ernährungslehre und Zubereitung zu finden.

„Meine Erfahrung zeigt: Nach der Diagnose fühlen sich viele als hilfloses Objekt im Medizinbetrieb. Selbst etwas zur Genesung beitragen zu können, hat für viele etwas Befreiendes. Patientenautonomie und Selbstermächtigung sind etwas sehr Wertvolles, um wieder die Oberhand über sein Leben zu bekommen. Genau dazu trägt das Handbuch bei“, freute sich Professor Anton Scharl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Direktor der Frauenklinik Amberg-Tirschenreuth-Weiden. „Die Erkrankung Krebs ist eine erschütternde Diagnose, die die eigene Existenz bedroht und häufig aufzeigt, dass das Leben Grenzen hat. Wir erleben im Klinikalltag viele Patienten, die nicht Opfer ihrer Erkrankung sein wollen, diese Diagnose so nicht einfach hinnehmen wollen, sondern persönlich aktiv an ihrer Genesung mitwirken möchten“, betonte der Klinische Leiter des Onkologischen Zentrums, Dr. Ludwig Fischer von Weikersthal, bei der Buch-Vorstellung. Er machte auch darauf aufmerksam, dass die Entstehung des Handbuchs ein Gemeinschaftsprojekt sei, auch in Kooperation mit dem langjährigen Partner Ostbayerische technische Hochschule (OTH) Amberg-Weiden.Sein Dank galt Professor Michael Thiermeyer (Fakultät für Medienlehre, Mediengestaltung und Kommunikationsdesign). Die Studentin Ha Pham hat über ihre Bachelorarbeit das Layout und die Gestaltung des Buches übernommen und der Student Daniel Hermann die Fotos für das Kochbuch gemacht hat.

Von Weikersthal erwähnte auch die Koordinatorin der Integrativen Onkologie, Doris Kölbl, "als Seele des Buches", weil sie mit ihrer Energie und Ausdauer alle Hindernisse in der Herstellung umschifft und dem Buch Gesicht und Inhalt gegeben habe. Einen Dank richtete er auch an jene hiesigen Firmen, die den Druck des Buches durch Spenden gedeckt hätten. Das erste Exemplar bekam Bürgermeister Franz Badura als Vertreter der Stadt. Da die Integrative Onkologie weiter auf Spenden angewiesen ist, fließt der Erlös des Buchverkaufs zu 100 Prozent in das Amberger Modell zurück. Ab sofort ist das Buch für 20 Euro erhältlich. Kontakt per E-Mail (kochbuch[at]klinikum-amberg[dot]de) oder Telefon (09621/384049).

Krebszentrum Amberg arbeitet mit vernetztem Forschungswissen

Amberg
Bei der Buchpräsentationen gab es auch kleine Kostproben von Rezepten aus dem Buch.
Der Klinische Leiter des Onkologischen Zentrums, Dr. Fischer von Weikersthal (rechts), bei der Präsentation des ersten Handbuchs für gesunde Ernährung im Kreis seines Teams und der geladenen Gäste.

 

 

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