03.05.2021 - 15:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Landkreis Amberg-Sulzbach startet ab Mittwoch in Wechselunterricht

Ab Mittwoch ist für Schüler im Kreis Amberg-Sulzbach wieder Wechselunterricht angesagt. Das ist nicht die einzige Lockerung, die fünf Tage unter der Inzidenz von 100 bringen. Auch die Erwachsenenbildung ist wieder möglich.

Ab Mittwoch können voraussichtlich mehr Schüler im Kreis Amberg-Sulzbach zurück ins Klassenzimmer. Das Landratsamt hat wohl genügend Tests an die Schulen verteilt.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Am Montag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Bombe platzen lassen: Kommende Woche soll die Grenze für den Distanzunterricht in Bayern auf die 165er-Inzidenzmarke für Grundschulen angehoben werden. Im Landkreis müssen Eltern und Schüler dabei gar nicht mehr so lange auf den Tag warten, den sie sich vermutlich lange herbeigesehnt haben. Schon am Montag kam die Mitteilung aus dem Landratsamt: Der Landkreis hat am Montag seit fünf aufeinanderfolgenden Tagen den 7-Tages-Inzidenzwert von 100 unterschritten. Für Schüler bedeutet das wieder eine Umstellung. Wie Christine Hollederer, Sprecherin des Landratsamts, mitteilt, treten ab Mittwoch neue Regeln in Kraft. Ab da soll wieder an allen Schulen im Landkreis Präsenz- oder Wechselunterricht angeboten werden.

Ob und wie die Änderung umgesetzt werden soll, ist von Schule zu Schule verschieden. Hollederer: "Die konkrete Entscheidung, ob Präsenz- oder Wechselunterricht stattfindet, obliegt der jeweiligen Schule." Das betrifft auch Kindergärten und Kindertagespflegestellen, sofern diese "die Betreuung in festen Gruppen" gewährleisten können. Im Fachjargon spricht man bei dieser Regelung vom "eingeschränkten Regelbetrieb".

Landratsamt hat vorgesorgt

Wer in den Unterricht muss, muss einen Corona-Selbsttest machen. Auf die Frage, ob die Schulen auch genügend Tests zur Verfügung haben, wenn es wieder losgeht, sagt Hollederer: "Erst am vergangenen Donnerstag wurden mehr als 60 000 Tests an Schulen und Kindertagesstätten sowie Tagesmütter ausgegeben. Das ist die Lieferung für den Monat Mai. Künftig melden die Einrichtungen ihren Bedarf bei uns und erhalten dementsprechend Tests." Auch Anfang April hatte die Verwaltungsbehörde dieselbe Zahl an Tests an die Schulen im Kreis verteilt.

Auf Schulen gemünzt bedeutet das, dass das Landratsamt eine Berufsschule, das Gymnasium in Sulzbach-Rosenberg sowie die beiden Realschulen in Auerbach und Sulzbach-Rosenberg, das Sonderpädagogische Förderzentrum und nicht zuletzt 24 Grundschulen und zehn Mittelschulen mit Tests ausstatteten musste.

Musik in Präsenzform

Für Musiker gibt es ab Mittwoch wohl zudem Lockerungen. Hollederer teilt mit, dass Instrumental- und Gesangsunterricht, wenn auch nur als Einzelunterricht, in Präsenzform möglich ist. Dabei gilt, dass ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen Lehrer und Schüler eingehalten werden muss.

Hollederer sagt dazu Folgendes: "Für das Lehrpersonal gilt zudem eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske, für Schüler gilt FFP2-Maskenpflicht." Trompeter, Posaunisten und Klarinettisten brauchen sich deshalb aber keine Sorgen machen. Laut Hollederer gelten diese Bestimmungen nur, wenn "das aktive Musizieren" es zulässt, eine Maske zu tragen. Musikunterricht mit Einschränkung ist also wieder möglich.

Erwachsenenbildung startet

Die neuen Regeln betreffen nicht nur Menschen im schulpflichtigen Alter. Wie Hollederer mitteilt, können auch "Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung und vergleichbare Angebote anderer Träger in Präsenzform unter Einhaltung des Mindestabstands" wieder stattfinden.

Die Entscheidung, dass die Schulen ab Mittwoch in den Wechselunterricht zurückkehren, basiert auf der sogenannten "Fünf-Plus-Zwei-Regelung". Demnach ist Präsenzunterricht im Wechsel nach zwei Tagen nach Ablauf von fünf Tagen unter einer Inzidenz von 100 möglich. Die Regeln werden derzeit von der bayerischen Staatsregierung neu angepasst. Kommende Woche könnten in ganz Bayern die Grundschulen wieder öffnen.

So sieht es in Weiden und im Kreis Neustadt/WN aus

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Das steckt hinter dem Wechsel in den Präsenzunterricht

  • Unterschreitet die Inzidenz in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt wie Amberg an fünf aufeinander folgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz von 100, so können Schüler zwei Tage später wieder zurück ins Klassenzimmer kommen, wenn auch weiterhin Wechselunterricht angesagt ist.
  • Andersherum ist die Regelung ein weinig anders: Überschreitet der Wert die 100 erneut, so gilt nicht mehr die Frist von „Fünf-Plus-Zwei“ Tagen, sondern eine Frist von drei plus zwei Tagen. Dann heißt es derzeit, dass die Schüler zurück ins Homeschooling müssen.
  • Seit diesem Montag wurden die Karten für die kommende Woche neu gemischt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat bekannt gegeben, dass die bisher bekannten Regeln ab kommender Woche obsolet sein werden. Wie sich Söder am Montag zu Wort meldete, wird der Freistaat vermutlich die bundesweit geltende Grenze von einer Inzidenz von 165 dann ebenfalls für gültig erklären. Konkret bedeutet das, dass Grundschulen auf breiter Front die Klassenzimmertüren öffnen werden.

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