21.07.2019 - 11:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Landwirte hinterfagen Nitrat-Messtellen

Ist die Landwirtschaft für die hohen Nitratwerte an einigen Stellen im Landkreis Amberg-Sulzbach verantwortlich? Einige Bauern wollen das nicht glauben und hinterfragen das Mess-Verfahren.

Ortstermin an der Messstelle Laubberg. Von links: Georg Rauch, der FDP-Abgeordnete Christoph Skutella, Georg Straller und Stefan Schönberger.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Ausweisung der sogenannten „roten Gebiete“ im Rahmen der Düngemittelverordnung stößt vor allem im Landkreis Amberg-Sulzbach bei Landwirten auf Unverständnis. Sie hegen Zweifel daran, dass die Landwirtschaft für die Nitratbelastung des Grundwassers an einigen Messstellen im Gebiet des Hahnbacher Sattels und im Burglengenfelder Malm verantwortlich ist. Neu im Verdacht steht nun das Militär, genauer gesagt die bayerischen Rüstungsaltlasten.

Im Gespräch mit der Interessensgemeinschaft Sauberes Trinkwasser Amberg-Sulzbach sowie dem Landwirt Georg Straller und dem Landtagsabgeordneten Christoph Skutella (FDP) sei deutlich geworden, dass Politik, Verwaltung und Landwirtschaft an einem Strang ziehen müssten, wenn es um das gemeinsame Ziel des Trinkwasserschutzes gehe, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Büro des Landtagsabgeordneten.

Bei einem Ortstermin am Laubberg bei Hahnbach unterrichteten die landwirtschaftlichen Vertreter der IG Sauberes Trinkwasser Amberg-Sulzbach, Georg Rauch, Christian Ehbauer, Stefan Schönberger sowie Georg Straller den Abgeordneten über die Problematik bei der Nitratbestimmung in den beiden Oberpfälzer Problemgebieten. Die Messstelle Laubberg beispielsweise liegt im Straßengraben der vielbefahrenen Staatsstraße 2120. Dieser Standort sei der Interessensgemeinschaft zufolge maximal ungeeignet, um den landwirtschaftlichen Einfluss auf die Bodenbelastung darzustellen und stehe exemplarisch für eine Vielzahl an nicht aussagekräftigen Messstellen.

Weniger offensichtlich aber dennoch als mögliche schlummernde Gefahr unter der Erde betrachtete Straller die sogenannten Rüstungsaltlasten-Verdachtsstandorte. Diese seien in vielen Bereichen deckungsgleich mit den roten Gebieten und könnten für die zusätzliche Bodenbelastung verantwortlich sein.

Auf eine Anfrage der FDP an die Staatsregierung berichtet das zuständige Umweltministerium, dass sieben Messstellen des Messnetzes der Wasserrahmenrichtlinie, welche für die Gebietsausweisung verwendet wurden, innerhalb von militärischen Altlastenverdachts-, bzw. Altlastenflächen liegen. Weiterhin verweist das Ministerium darauf, dass diese nur für maximal 30 Milligramm pro Liter Nitrat verantwortlich seien.

Haupteintragsquellen und Grund der Überschreitungen des Schwellenwerts seien demnach anderweitige Quellen, unter anderem die Landwirtschaft und der Verkehr. Letzteres wirft für die Landwirte wieder die Frage nach der Eignung der Messpunkte auf, gerade im Hinblick auf Messstellen wie dem Laubberg.

Das Thema Nitratwerte beschäftigt die Bauern bereits seit geraumer Zeit

Gebenbach
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