02.05.2021 - 15:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Leichtathletik im Freien: ESV Amberg versteht strenge Corona-Auflagen nicht

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ESV-Vorsitzender Bernhard Saurenbach versteht es nicht. Nach den immer noch strengen Einschränkungen für Vereinssport im Freien dürfen jetzt bis zu fünf ESV-Kinder Leichtathletik trainieren. "Aber bei 76 Kindern: Was machst du da?"

Bernhard Saurenbach, Vorsitzender des ESV Amberg, kann nicht nachvollziehen, warum Kindern kontaktloser Sport im Freien nur in Fünfergruppen erlaubt ist.
von Heike Unger Kontakt Profil

Bernhard Saurenbach, der Vorsitzende des Eisenbahner-Sportvereins (ESV), hat grundsätzlich keine Probleme mit den Corona-Regeln. Aber die strengen Vorgaben für den Vereinssport im Freien kann er nicht nachvollziehen. „Warum kann man nicht Kinder auf einem großen Platz laufen lassen?“ Die ESVler trainieren eigentlich im FC-Stadion: Das ist der „große Platz“, von dem Saurenbach spricht.

Der Verein mit rund 190 Mitgliedern betreibt auch keinen Kontaktsport, sondern Leichtathletik – also Disziplinen wie Laufen oder Weitsprung. „Alles kontaktlos“ und im Freien, sagt Saurenbach. Und fügt dann kopfschüttelnd hinzu: „Ich versteh’ das nicht mehr.“ Nicht nur ihm geht es so. Der Frust im Verein sei in den vergangenen Wochen groß gewesen, berichtet Saurenbach: „Die Übungsleiter sind in den Startlöchern. Und die Kinder warten auch. Und ich muss ihnen sagen: Ihr dürft nicht auf den Platz.“

Training in Fünfergruppen

Das hat sich Ende vergangener Woche zwar geändert, allerdings unter weiterhin strengen Auflagen, die dem Verein organisatorisch viel abverlangen: Seit 28. April dürfen Kinder unter 14 Jahren draußen in Fünfergruppen kontaktfrei trainieren. Die Übungsleiter brauchen einen negativen Coronatest, Eltern müssen schriftlich bestätigen, dass ihre Kinder symptomfrei sind und keinen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten. „Ein kleiner Lichtblick und ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, meint Saurenbach trotzdem. Er wünscht sich aber mehr. Zumal die Medizin betone, „dass Bewegungsmangel und fehlende soziale Kontakte zu einer psychischen Belastung führen“. Die Wissenschaft bestätige außerdem, dass Sport im Freien kein Inzidenztreiber ist und Corona-Gefahren „nicht auf dem Sportplatz lauern“. Vor allem nicht bei kontaktlosen Disziplinen mit Hygienekonzept.

Bayern lockert das Sportverbot für den Nachwuchs

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Ab Montag will der EVS nun trotzdem die neuen Vorgaben ausschöpfen und wieder in seinen Trainingsbetrieb einsteigen. Aber der Vorsitzende verschweigt nicht, was das bedeutet: Unter diesen Vorgaben den 76 Nachwuchssportlern im Verein ein Training zu ermöglichen, sei „ein irrer Aufwand, den wir betreiben“, vor allem für den Spartenleiter. Der hat für vier Übungsleiter und erst einmal rund 50 Kinder für Montag einen detaillierten Plan für vier Übungseinheiten à 45 Minuten zwischen 15 und 18.45 Uhr ausgetüftelt.

Verein versucht, Mitglieder zu halten

Ältere Jugendliche dürfen derzeit nur zu zweit trainieren. Draußen. Das tun die betroffenen ESV-Sportler dann im Landesgartenschaugelände, das sie sich aber mit Spaziergängern, Radlern und anderen Hobbysportlern teilen müssen. Das behindere natürlich. Und Disziplinen wie Sprint, Weit- oder Hochsprung mit Spikes sind hier laut Saurenbach gar nicht möglich. Um dem Nachwuchs im Lockdown zumindest ein bisschen Sport unter Anleitung zu ermöglichen, haben Sparten- und Übungsleiter in den vergangenen Wochen Trainingseinheiten per Video organisiert, bei denen die Kinder zu Hause mitmachen konnten. Der Verein bemühe sich nach Kräften, die Aktiven an Bord zu halten, sagt Saurenbach dazu. Lediglich die fünf Kadersportler des ESV, die auf Bayern- oder deutscher Ebene aktiv sind, durften regulär trainieren. Auch in der Halle.

Dass unter solchen Bedingungen manche trotzdem die Lust verlieren, spürt der ESV inzwischen schon sehr konkret: Rund zehn Mitglieder haben laut Bernhard Saurenbach gekündigt. Gerade jetzt, im Frühjahr, kämen normalerweise immer Neuzugänge dazu – „aber die sind ausgeblieben“. Corona verhindert also auch diesen Ausgleich der Verluste.

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