28.04.2021 - 10:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Lokale Kunst in der praktischen Amberger Covidium-Mappe

Zwei Dinge treffen bei dieser Kunstaktion in Amberg aufeinander. Erstens können Künstler gerade jetzt jeden Cent gebrauchen. Und zweitens dürfen die Menschen wegen des Lockdowns gerade kaum etwas kaufen. Beiden Seiten wird geholfen.

Die erste offizielle Amberger Kunstmappe ist fertig. Ganz vorsichtig nimmt Julia Riß, die Leiterin des Stadtmuseums, Joe Ferstls "Unter schwerem Himmel" heraus. Kulturreferent Fabian Kern (Mitte) und A.K.T.-Vorsitzender Marcus Trepesch freuen sich auf mögliche Käufer.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Stadt Amberg besitzt einen kleinen Etat für den Ankauf von Kunstwerken. Dafür können und sollen Bilder oder Skulpturen von vornehmlich lokalen Künstlern angekauft und damit die regionale Kulturszene ein bisschen unterstützt werden. Gerade in Zeiten von Corona haben auch bildende Künstler kaum eine Chance, ihre Werke zu zeigen oder gar zu verkaufen. Hier setzt die erste offizielle Amberger Kunstmappe an. Die stellten jetzt Kulturreferent Fabian Kern, die Leiterin des Stadtmuseums, Julia Riß, sowie der Vorsitzende des A.K.T.-Kunstvereins, Marcus Trepesch, vor.

Das Mappenwerk enthält je zehn Drucke unterschiedlichster Technik von zehn Künstlern aus Amberg und Umgebung in einer Auflage von 30 Stück. Damit soll ein etwas größeres Publikum angesprochen werden, ohne aber den Wert der Kunstwerke durch allzu häufige Vervielfältigung zu reduzieren, wie Kulturreferent Fabian Kern den Hintergrund der Aktion erläuterte. "Die Künstler bekommen so ein kleines Honorar und der Kunstverein erhält Geld, um seine Ausstellungen finanzieren zu können", so Kern. Kosten soll die Mappe 330 Euro, Mitglieder von A.K.T. erhalten sie für 300 Euro, wie Marcus Trepesch sagte.

Wichtig war bei der Erstellung der Mappe, dass alle Künstler ein bestimmtes Thema behandeln sollten: Corona. Die Umsetzung passierte bei dem einen oder der anderen sehr schnell, andere Künstler wie Gina Uber haderten lange und ausführlich mit ihrem Beitrag, bevor sie endlich zufrieden waren. Der Titel des Mappenwerks ist übrigens sehr treffend, wie Julia Riß, Fabian Kern und Marcus Trepesch finden: Covidium – eine Mischung aus Covid und Kompendium. A.K.T.-Mitglied Stefan Reuther hat ihn erfunden.

Obwohl das Thema Corona an sich wenig Helligkeit in sich trägt, ist die Ausstrahlung der zehn Werke nicht automatisch düster. Zwischen finsteren Blättern zeigen sich durchaus Sonnenstrahlen der Hoffnung. Das mag auch an den ganz unterschiedlichen Frauen und Männern liegen, die sich an der Mappe beteiligt haben: Joe Ferstl, Heini Hohl, Achim Hüttner, Heike Lepke, Marion Mack (sie lieferte ihren Beitrag aus Taipeh, wo sie derzeit wegen Corona festsitzt), Isabelle Prüfling, Johann Sturcz, Marcus Trepesch, Hanna Regina Uber und Erika Wakayama. Erhältlich ist das Mappenwerk beim A.K.T. Kunstverein Amberg, www.akt-kunstverein-amberg.de.

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