04.12.2019 - 16:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Metzgerinnung kündigt an: Fleisch und Wurst werden teurer

"Fleisch und Wurst werden teurer": Die Metzgerinnung Amberg-Sulzbach warnt schon mal vor – in einer Pressemitteilung. Und erklärt darin auch den Hintergrund.

Steigende Schweinefleischpreise wegen zunehmendem Interesse in Asien machen sich jetzt auch bei den hiesigen Metzgereien bemerkbar.
von Heike Unger Kontakt Profil

"Das Metzgerhandwerk muss auf steigende Schweinefleischpreise reagieren", heißt es in der Mitteilung, die die Innung am Mittwoch herausgegeben hat. Und weiter: "Vor allem durch die deutlich gestiegenen Exporte nach Asien erleben die Preise für Schweinefleisch derzeit einen extremen Höhenflug." Die Unternehmen des Metzgerhandwerks stelle das vor besondere Herausforderungen.

Mehr Exporte nach Asien

Allein seit Jahresbeginn seien "die Preise für Schweinefleisch um mehr als 40 Prozent gestiegen", erläutert die Metzgerinnung in ihrem Schreiben. Als Grund nennt sie zunehmende Exporte aus Europa nach Asien. "Dort wütet nach wie vor die Afrikanische Schweinepest." Die dadurch entstehenden Versorgungsengpässe versuche man unter anderem durch verstärkte Einkäufe in Europa auszugleichen. "Das treibt den Preis in die Höhe."

Das Metzgerhandwerk sieht in dieser Entwicklung "eine besondere Herausforderung". Durch die regionale Versorgung zahle ein Handwerksmetzger auch so schon meist höhere Einkaufspreise als die industriellen Verarbeiter. "Preissprünge belasten das Handwerk in diesem Segment also besonders stark", heißt es in der Pressemitteilung. Obwohl der Lebensmitteleinzelhandel, mit dem die Handwerksmetzgereien im Wettbewerb stünden, die Verkaufspreise bereits im Sommer erhöht habe, sei der Preis-Wettbewerb unvermindert im Gang. "Nach wie vor wird vielerorts auch Billigfleisch zu extrem niedrigen Preisen angeboten."

Kunden zeigen Verständnis

„Das Metzgerhandwerk wird aber auch in dieser Situation definitiv am hohen Qualitätsstandard festhalten", betont die Amberg-Sulzbacher Innung: "Wir werben weiter darum, dass trotz dieser Preissituation handwerklich hochqualitative Produkte aus der Region gekauft werden“, wird Obermeister Daniel Hirsch in dem Schreiben zitiert. Die Mitgliedsbetriebe des Fleischerverbandes Bayern informierten die Kunden bereits seit Anfang des Jahres über die Preisentwicklungen. Und diese reagierten mit Verständnis, wie Hirsch hinzufügt: "Denn auch wenn Fleisch und Wurst nun etwas teurer geworden sind, so gibt es nach ersten Erhebungen der Fleischerverbände bislang keine rückläufige Nachfrage."

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Kommentare

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Hans Weber

Diese Thema erinnert mich stark an den Versuch vor einigen Jahren, die Milchpreiserhöhung mit steigender Nachfrage aus dem "asiatischen Raum" zu begründen.
Um dann jedoch nach geraumer Zeit diese "Presseente" zurück zu nehmen, weil die diese besagten Asiaten auf Grund von körperlichen Begebenheiten gar keine Milch bzw. Milchprodukte vertragen.

Und wenn ist nun kurz vor Weihnachten schon keinen großen Skandal mit Lebensmittel gibt, dann muss eben mit solchen Meldungen Unruhe geschürt werden.

Reicht es noch nicht, wie viel in Metzgereien am Tresen verlangt wird?

Schuster bleib bei Deinen Leisten - was soll dieser Expansionskurs bringen, wäre nicht das erste Mal, wenn dann Betriebe geschlossen werden müssten, auch wegen hygienischer Missstände.

Also ich als Kunde habe sicherlich kein Verständnis für diese angekündigte Preiserhöhung ( Versuch ), weil die Belegschaften schlecht entlohnt werden, sich jedoch die Arbeitgeber sich selber gute Entlohnungen/Gewinne gönnen - da ist also noch viel finanzielle Luft intern vorhanden für die mittelständischen Betriebsarbeitgeber seinen Arbeitnehmer mitkommen zu lassen.

05.12.2019