06.10.2020 - 11:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Nachfolge von Alois Karl: Potenzielle Kandidaten halten dicht

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Ein Posten in Berlin - sieben Namen: In Neumarkt haben sich bereits zwei mögliche Nachfolger für den CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl aus der Deckung getraut. Im Raum Amberg und Amberg-Sulzbach noch keiner.

Alois Karl war früher Oberbürgermeister von Neumarkt. 2005 trat er die Nachfolge des CSU-Bundestagsabgeordneten Rudolf Kraus aus Schnaittenbach an - übrigens nach einer Kampfabstimmung bei der Nominierungsversammlung in Kastl.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Wer tritt im Herbst 2021 im Wahlkreis Amberg als Kandidat der CSU für den Bundestag an? Die drei Kreisverbände Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt hätten jetzt Gelegenheit, sich zu sortieren, sagt der bisherige Mandatsinhaber Alois Karl (69). Der Neumarkter hatte ja im Sommer erklärt, dass er nicht mehr antreten werde. Postwendend gewann die Nachfolge-Diskussion an Fahrt. Fünf Namen aus den Kreisverbänden Amberg und Amberg-Sulzbach werden bisher als mögliche Nachfolger gehandelt. Keiner von ihnen meldet bislang aber offiziell Ambitionen an.

In Neumarkt hingegen haben sich bereits zwei Kandidaten aus der Deckung gewagt. Zum einen CSU-Kreisvorsitzende Susanne Hierl. "Wenn man den Kreisvorsitz übernimmt, dann ist die logische Konsequenz, dass man auch politische Verantwortung übernehmen will", sagte sie zur Frage der Kandidatur den Kollegen der Neumarkter Nachrichten. Zum anderen CSU-Kreisrat und Vorsitzender der Stadtratsfraktion Neumarkt, Marco Gmelch. "Es geht um ein frei werdendes Mandat, da kann es mehrere Kandidaten geben, das ist kein Kampf, sondern eine Wahl", wird er zitiert.

Kandidat überhaupt aus Amberg?

Ob das Amberger Lager überhaupt einen Kandidaten ins Rennen schickt und wenn ja, wen - das ist weiterhin offen. Über fünf Namen wird derzeit immer wieder gesprochen: Michaela Frauendorfer (Kreisvorsitzende Amberg), Barbara Gerl (Bezirksvorsitzende der Frauen Union und Kreisrätin aus Freudenberg), Patrick Fröhlich (Vorsitzender der Bundeswahlkreiskonferenz und Fraktionschef in Sulzbach-Rosenberg), Stefan Braun (Bürgermeister von Kastl und stellvertretender Landrat) und Andreas Otterbein (Zweiter Bürgermeister von Kastl).

Die Amberger Kreisvorsitzende Michaela Frauendorfer sieht erstmal keinen Zeitdruck. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien verweist sie darauf, dass ja zunächst die Delegierten gewählt werden müssten. Zu gegebener Zeit werde die Personalie auch intern diskutiert werden. Ähnlich äußert sich der Vorsitzende des Kreisverbands Amberg-Sulzbach, Harald Schwartz. "Wichtig ist mir eine gute Abstimmung unter den Beteiligten, insbesondere auch mit dem Kreisverband Amberg-Stadt", erklärt er. Schwartz: "Eine Abstimmung über das Personalangebot hat bei uns noch nicht stattgefunden – allerdings beginnen diese Gespräche aktuell."

Barbara Gerl pflegt die hohe Kunst der Diplomatie: "Als Bezirksvorsitzende der Frauen Union freue ich mich sehr, dass wir im Jahr 2020 soweit sind, dass in unserem Bundeswahlkreis gleich mehrere Frauen als mögliche Kandidaten genannt werden." Mehr lässt sie sich unter Verweis auf parteiinterne Gespräch nicht entlocken. Ebenso Stefan Braun. Er fühle sich geehrt, ins Spiel gebracht worden zu sein, erklärt der Kastler Bürgermeister und lässt offen, ob er antreten würde. Und auch Andreas Otterbein will sich derzeit öffentlich nicht festlegen. Es sei noch nicht die Zeit dafür, sagt er und reiht sich damit in die Linie für das Amberger Lager ein.

Delegiertenversammlung trotz Corona?

Vorsitzender der Bundeswahlkreiskonferenz und damit die Person, bei der die Fäden in Sachen Kandidatenfrage organisatorisch zusammenlaufen, ist Patrick Fröhlich. Er habe sich noch keine finalen Gedanken gemacht, ob er antrete, teilt er mit. "Für mich steht nach wie vor der Ablauf der Nominierung im Vordergrund." Er müsse bei mehreren tausend Mitgliedern im Bundeswahlkreis "ein verantwortungsvolles, faires und korrektes Vorgehen" zur Nominierung hinbekommen. Dies sei aufgrund der Corona-Situation durchaus schwierig. Jahrzehntelang hat die Nominierungsversammlung an der Nahtstelle der Landkreise Neumarkt und Amberg-Sulzbach, in Kastl, stattgefunden. Im Saal des Gasthauses Forsthof sind die 160 Delegierten (diesmal 83 aus Neumarkt, 59 aus Amberg-Sulzbach und 18 aus Amberg) immer zusammengekommen. Ob das unter Corona-Vorzeichen auch so sein kann, scheint fraglich.

Der Mitgliederstichtag für die Berechnung von Delegiertenzahlen und Vorstandspositionen wurde von der CSU-Landesleitung auf den 30. September 2020 festgelegt. Daran schließen sich für die Entscheidungen in den unterschiedlichen Parteigliederungen folgende Zeitkorridore an:

  • Ortshauptversammlungen (mit Wahl der Delegierten): 31. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021
  • Kreisversammlungen (die dann die Delegierten in die Aufstellungsversammlung entsenden): 1. Februar 2021 bis 31. März 2021
  • Delegiertenversammlung im Bundeswahlkreis zur Aufstellung des Kandidaten: im Anschluss an die entsprechenden Kreisversammlungen, demzufolge April/Mai 2021
  • Bezirksparteitage: 1. Juni 2021 bis 31. Juli 2021

Fünf potenzielle Kandidaten aus dem Raum Amberg-Sulzbach

Amberg

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