16.08.2020 - 11:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Neubesetzung des Pfarrverbands Illschwang, Ursensollen und Kastl

Kompletter Wechsel im Pfarrverband Illschwang, Ursensollen und Kastl: Ab dem 1.September werden Pfarrer Johannes Arweck und Pfarrvikar Thomas Sanikommula für die drei Pfarreien zuständig sein.

im Illschwanger Pfarrgarten (von links): Illschwangs Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Falk, Pfarrer Johannes Arweck, Pfarrvikar Thomas Sanikommula und Illschwangs Kirchenpfleger Peter Falk
von Norbert WeisProfil

Die Pfarrstelle in Illschwang wurde seit einem Jahr vom Pfarrer von Ursensollen Konrad Willi mitbetreut. Willi wechselt nun in den Pfarrverband Bergheim, Joshofen und Unterstall. Pater Richard Kubiszyn (bisher in Kastl)wird neuer Pfarrer in Pilsach/Litzlohe. Somit galt es für Diözese Eichstätt eine komplett neue Lösung zu finden. In Zukunft werden somit zwei Priester drei Pfarreien betreuen, wobei Arweck Leiter des Pfarrverbandes wird und Pfarrvikar Thomas ihn unterstützt. Wohnen wird Arweck in Ursensollen und Pfarrvikar Thomas in Illschwang. Das Pfarrteam ergänzen die beiden Religionslehrerinnen Franziska Kneissl und Waltraud Geitner.

In einem Gespräch mit den Oberpfalzmedien stellten sich die beiden Pfarrer in Illschwang der Öffentlichkeit vor. Mit dabei waren die örtliche Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Falk und der örtliche Kirchenpfleger Peter Falk. Johannes Arweck, ein gebürtiger Passauer, stammt aus einer religiös geprägten Familie. Sein Vater war Redakteur des dortigen Bistumsblatts. Kirche und Glauben standen für ihn schon als Schüler immer im Mittelpunkt. Ab zehn Jahren übte er in seiner Heimatpfarrei St. Severin und St. Gertraud in der "Innstadt" den Ministrantendienst aus. Beeindruckt war er von der Einfachheit des Ordens der Kapuziner, die es in Passau gab. Zehn Jahre lang stellte sich Arweck als freiwilliger Helfer bei der Betreuung der vielen Pilger im Wallfahrtsort Lourdes, jeweils für eine Woche, zur Verfügung. Die Entscheidung für einen kirchlichen Dienst fiel bereits mit seinem Abiturabschluss. Er studierte zunächst zwei Jahre an der philosophisch-theologischen Hochschule in Passau, anschließend ein Jahr in Jerusalem und die restlichen zwei Jahre an der Universität in Regensburg. Nach dem Studium nahm sich der Theologe eine Auszeit, um im Nahen Osten -vor Ort in Ägypten und in Israel- das Judentum mitzuerleben. Dabei war er am ökumenischen Institut tätig. Schließlich reifte in ihm die Entscheidung, Priester zu werden. In Eichstätt beschritt er das letzte Wegstück bis hin zur Diakons- und Priesterweihe. Für ein paar Monate kam er als Kaplan zunächst nach Weißenburg, danach in den Pfarrverband Lauterhofen. Schließlich war er seit 2016 Domkaplan in Eichstätt. Dort war er auch mit einer Viertelstelle als Seelsorger für rund 1000 Pfadfinder in 12 Stämmen tätig.Nach fünf Jahren als Kaplan entstand in ihm der Wunsch, eine eigene Pfarrei zu führen. In der Zwischenzeit hatte er verschiedenste Aspekte kirchlichen Lebens kennengelernt. Nun tritt er am 1.September die Stelle als Leiter des Pfarrverbands an.

Pfarrvikar Thomas Sanikommula wuchs mit einer Schwester in Südindien, in der Region Andrah-Pradesh, auf. Seine Muttersprache ist Telegu. Lange hat er in der Landwirtschaft der Eltern mitgeholfen. Die meisten in seinem Dorf sind Katholiken. Er besuchte eine Schule, in der die Kinder von Ordensschwestern unterrichtet wurden. In verschiedenen Stufen durchlief er das Priesterseminar. Im Jahr 2010 emfing er die Weihe. Danach war er als Kaplan je zwei Jahre in der Diözese Guntur und in einer kleinen Wallfahrtskirche tätig. 2014 gab es eine Anfrage aus Deutschland, ob nicht indische Geistliche Lust haben, zum Zwecke priesterlicher Unterstützung hierher zu kommen. Thomas Sanikommula zeigte sich daran interessiert. In Eichstätt erlernte er, im Rahmen eines Förderprogramms, die deutsche Sprache und wurde mit liturgischen Besonderheiten vertraut gemacht. Seit Juli 2016 unterstützt er im Pfarrverband Velburg als Kaplan den dortigen Stadtpfarrer Martin Becker, zu dem auch Oberweiling und Klapfenberg gehören. Darüber hinaus war er auch zu Aushilfen und Vertretungen im pastoralen Raum der Region unterwegs. Während der vier Jahre im Velburger Raum hat Thomas viele Freunde und Unterstützer gefunden, was sein von ihm gegründetes Förderprogramm für die schulische Ausbildung der Kinder in seiner Heimatregion anbelangt. Damit soll den Buben und Mädchen bessere Berufsausbildungschancen geboten werden. Er hofft, dass er im neuen Pfarrverband auch dafür Unterstützung erfährt.

Die beiden Geistlichen wünschen sich, dass sich in den drei Pfarreien, die sie in wenigen Tagen übernehmen, ein schwungsvolles Christsein entwickelt. Als Gläubige seien wir immer gemeinsam unterwegs, was positiv wahrgenommen werden sollte. Keiner sollte in den Pfarreien vergessen werden. Dankbar sind sie für Hinweise auf Personen, die die Krankenkommunion empfangen möchten.Arweck und Sanikommula hoffen auf ein gutes Zusammenwachsen des Pfarrverbands.

Die Illschwanger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Falk und Kirchenpfleger Peter Falk wünschen sich, seitens der Geistlichen einen offenen, herzlichen Umgang mit den Menschen. Das Lächeln solle im Gottesdienst nicht zu kurz kommen. Wichtig sei es, im Bereich der Kirche, eine positive Stimmung zu vermitteln.

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