15.03.2020 - 14:54 Uhr
IllschwangOberpfalz

Pastoralbesuch von Bischof Hanke in der Pfarrei Illschwang

Zum ersten Mal war der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, zu einem Pastoralbesuch in der Pfarrei Illschwang. Er bewältigte ein umfangreiches Tagesprogramm und hatte dabei zahlreiche Möglichkeiten der persönlichen Begegnung.

Für den Oberhirten der Diözese Eichstätt gab es in Illschwang vielfältige Möglichkeiten der persönlichen Begegnung.
von Norbert WeisProfil
Beim Besuch in der Schule (von links): Bürgermeister Dieter Dehling, die Schulverbandsvorsitzende Brigitte Bachmann, Pfarrer Konrad Willi, Bischof Gregor Maria Hanke, Dompropst Alfred Rottler, Rektorin Gabi Pirner und die Kinder, die ein Gedicht vortrugen und einen Blumenstrauß überreichten.

Mit dem Bischof war Dompropst Alfred Rottler gekommen, dessen Aufgabe es in der Diözese Eichstätt unter anderem ist, Pastoralbesuche des Bischofs in den Pfarreien vorzubereiten. Früher habe man in diesem Zusammenhang von einer Visitation gesprochen. Heutzutage gehe es vor allem darum, dass die Gläubigen bestärkt werden, in Zeiten starker Veränderungen, sich zum Christsein zu bekennen.

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Falk lenkte, beim Abend der Begegnung im Saal des Pfarrzentrums Patrona Bavariae, den Blick besonders auf die aktuelle Situation der Pfarrei St.Vitus, die nach dem Weggang von Pfarrer Markus Priwratzky im vergangenen Jahr keinen eigenen Geistlichen mehr hat. Gleichzeitig betonte sie, dass die Gläubigen Pfarrer Konrad Willi, der die Leitung der Pfarrei Illschwang mit übernommen hat und dabei von Pater Ryszard tatkräftig unterstützt wird, inzwischen schon sehr in Herz geschlossen haben. Die Belastbarkeit eines Pfarrers dürfe Grenzen nicht überschreiten, schließlich haben beide mit Ursensollen und Kastl auch noch eigene Pfarreien, sagte sie.

Falk bedauerte, dass das Sakrament der Firmung nicht mehr in Illschwang gespendet wird. Die heilige Erstkommunion empfangen die Kinder heuer erstmals nicht in ihrer Pfarrei, sondern in Ursensollen. Der schöne Pfarrhof sei mittlerweile unbewohnt. Die Pfarrkirche St. Vitus mit den Filialkirchen in Götzendorf, Frankenhof und Stifterslohe stelle für jeden Pfarrer eine besondere Herausforderung dar. Sie wies darauf hin, dass bis auf Stifterslohe die drei anderen Simultankirchen sind.

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende hob hervor, dass wichtige Entscheidungen gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde getroffen werden müssen. Bei Illschwang handelt es sich um eine Pfarrei mit über 40 Ortschaften. Abschließend sagte Andrea Falk an den Bischof gewandt: "Wir hoffen sehr, dass wir, mit Ihrer Hilfe, unseren Pfarrhof wieder durch einen Priester, vielleicht auch durch einen Ruhestandsgeistlichen, mit Leben füllen."

Der Pastoralbesuch von Bischof Hanke und Dompropst Rottler hatte in der Früh mit einem Besuch in der Grundschule begonnen. In der Aula gab es mit dem Lied "Einfach Spitze, wenn du da bist" einen musikalischen Willkommensgruß. Rektorin Gabi Pirner übernahm die Begrüßung und freute sich über den Besuch aus Eichstätt. Sie stellte einige charakteristische Merkmale der Schulgemeinschaft vor. Die Schulverbandsvorsitzende Brigitte Bachmann, die gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Dehling gekommen war, sprach von einem Novum, dass in Illschwang ein Bischof von einer evangelischen Bürgermeisterin begrüßt wird. Dies sei ein Beispiel gelebter Ökumene. Kinder trugen ein Gedicht vor und überreichten einen Blumenstrauß. Der Bischof nutzte die Gelegenheit eine Unterrichtsstunde mit Religionslehrerin Franziska Kneißl zu erleben, in der es um den Gründer des Bistums Eichstätt, dem Heiligen Willibald ging.

Nächste Station des Besuchs war das Pfarrzentrum Patrona Bavariae.

Nahtlos war der Übergang zur Kindertagesstätte St. Vitus. Mit dabei war hier auch Ordinariatsrat Rainer Kastl, der in der Diözese für die kirchlichen Kindergärten zuständig ist. Die Mädchen und Buben überreichten Bilder, die sie extra zu diesem Anlass gemalt hatten. Die Leiterin der Kita, Sabrina Stibbe, führte durch die Räumlichkeiten. Kirchenpfleger Peter Falk gab Informationen zu der in diesem Jahr geplanten umfassenden Renovierung des Gebäudes. Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Dieter Dehling freuten sich über den Eintrag des Bischofs in das Goldene Buch des Landkreises und der Gemeinde.

Erste Station am Nachmittag war die Simultanfilialkirche in Götzendorf. Dort betete der Bischof mit den Gästen eine Kreuzwegandacht. Die Mitglieder der Kirchenverwaltung überreichten ihm ein Geschenk, verbunden mit dem Wunsch, dass er sich für eine möglichst baldige Innenrenovierung der Kirche einsetze und diese zeitnah stattfinden kann. In Illschwang spendete der Eichstätter Bischof einem Ehepaar die Krankenkommunion. Wichtig war Hanke auch ein Gespräch dem evangelischen Pfarrer Thomas Schertel, an dem auch Pfarrer Konrad Willi teilnahm. Erfreut zeigte sich Schertel, dass in die Baumaßnahme in Götzendorf Bewegung kommt.

Die Mädchen und Buben der Kindertagesstätte St. Vitus suchten die Nähe zum Bischof, beobachtet von der Leiterin der Einrichtung, Sabrina Skibbe, und Erzieherin Sandra Schmidt, mit einem Kind am Arm.

Weiteres Thema war die Kindertagesstätte, die auch von vielen evangelischen Kindern besucht wird. Der evangelische Pfarrer lobte das gute ökumenische Miteinander, das in Illschwang herrscht. Zeit nahm sich der Bischof auch für eine Begegnung mit den Ministranten, denen er für ihren wichtigen Dienst dankte.

Die gesamte Bevölkerung war am Abend zum Pontifikalgottesdienst eingeladen. Mit den Fahnenabordnungen der Gemeinde zog der liturgische Dienst in die Pfarrkirche ein. Für die musikalische Mitgestaltung sorgte der Männergesangverein Illschwang geleitet von Clemens Lindner und Organist Markus Lommer. In seiner Predigt befasste sich der Bischof mit der Frage, wie es mit dem Glauben in 15 Jahren aussehen wird und welche christlichen Werte man dann noch spürt. Er wandte sich entschieden dagegen, dass Kirche langweilig ist. Das Tragegerüst des Miteinanders, der Glaube, dürfe nicht zu Fall gebracht werden. Es sei wichtig, dass es Strukturen in der Kirche gibt. Er bezog sich auf die Berufungsgeschichten von Jesus, in denen er Menschen dazu auffordert in der Gemeinschaft einzutreten und Erfahrungen des Herzens zu machen. Durch Zeugenschaft werde Kirche lebendig. Er wünschte den Gläubigen, dass es ihnen gelingt eine Liebesbeziehung zu Jesus einzugehen und die Glut des Heiligen Geistes in sich wirken zu lassen. Zum Ausklang waren alle noch zu einem Abend der Begegnung in den Pfarrsaal eingeladen.

Beim Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde und des Landkreises (von links) Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Dieter Dehling und Kirchenpfleger Peter Falk.
Konzelebration beim Pontifikalamt (von links): Pater Ryszard, Bischof Gregor Maria Hanke, Dompropst Alfred Rottler und Pfarrer Konrad Willi.
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