Amberg
16.10.2026 - 07:00 Uhr

Neue Folge „Crime Daheim“ zum Fall Klaus-Peter Beer: Das Gedenken nach der Tat

In der dritten Folge der Miniserie zum Fall Klaus-Peter Beer beleuchtet das Podcast-Team den langen und steinigen Weg des Gedenkens in Amberg und wie sich das Leben als queere Person in den 90ern von heute unterschieden hat.

Nelken zieren am Tag der Tat vor 31 Jahren den Gedenkstein am Vilssteg. Archivbild: Stefanie Kraus
Nelken zieren am Tag der Tat vor 31 Jahren den Gedenkstein am Vilssteg.

Zwei Amberger Neonazis töteten Klaus-Peter Beer in der Nacht auf den 7. September 1995 – weil dessen Homosexualität nicht in deren ideologisches Weltbild passte. Doch offiziell wird der 49-Jährige von den Behörden in der Statistik erst ein Vierteljahrhundert später als Opfer rechter Gewalt aufgeführt. Durch eine Neubewertung, die durch das Polizeipräsidium Oberpfalz im Dezember 2020 veranlasst wurde, ist der Fall mittlerweile als „politisch motivierte Kriminalität“ aufgeführt.

Dass der Weg des Erinnerns und auch der Einordnung der Tat in Amberg lange Zeit beschwerlich gewesen sei, schildert der Autor und Gewerkschafter Stefan Dietl im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Der Sulzbach-Rosenberger ist außerdem Sprecher des „Bündnisses gegen das Vergessen“, das sich dem Gedenken an Klaus-Peter Beer widmet. Acht Jahre nach der Tat, im Jahr 2003, habe die erste Demonstration in Amberg stattgefunden. „Für uns war das unglaublich, dass da jemand ums Leben kam, ohne dass irgendjemand das thematisiert oder dass es da irgendeine Art des Erinnerns gibt.“

Miniserie zu Klaus-Peter Beer

In Folge drei der Miniserie zum Fall Klaus-Peter Beer geht das Podcastteam von „Crime Daheim“ der Frage nach, warum der Weg des Gedenkens lange und steinig war und wie sich das Leben als queere Person in der Oberpfalz in den verschiedenen Jahrzehnten unterscheidet. Die beiden vorherigen Folgen drehen sich um das Leben und den Tod Klaus-Peter Beers sowie um die juristische Aufarbeitung des Falls. Außerdem wird die extreme Rechte in der Oberpfalz von den 90er-Jahren bis heute beleuchtet und welche Rolle die Täter darin innehatten.

Teil 3 der neuen Podcast-Serie zum Fall Klaus-Peter Beer ist ab dem 16. Oktober auf allen bekannten Podcast-Playern und auf der Webseite von Onetz zu hören. Viele weitere spannende Aspekte rund um die Arbeit des Gerichtsteams gibt es außerdem in den sozialen Medien, zum Beispiel auf Instagram unter crimedaheim_podcast.

OnetzPlus
Amberg02.10.2026
OnetzPlus
Amberg18.09.2026
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.