09.01.2019 - 15:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Münze braucht langen Atem

Vielleicht muss die Planung erst einmal einen Schritt zurück, um zwei Schritte nach vorne zu kommen. Wenn es um das ehemalige Kaufhaus Storg und Forum geht, ist vor allem eins gefragt: Geduld.

Zwischen 30 und 40 Millionen Euro wird es nach Schätzung von OB Michael Cerny wohl kosten, das seit vielen Jahren leerstehenden Kaufhaus Forum wieder zu beleben. Im Augenblick dient der Innenhof, der in dieser Form erhalten bleiben muss, als Baustofflager.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Seit Jahren schon ist es die Frage des Jahres: Wann geht es endlich los beim Forum? Die Antwort ist nicht so einfach zu geben, auch wenn sich OB Michael Cerny redlich bemüht. Aber ein paar Jahre werden wohl noch ins Land gehen, bis das Forum Geschichte und die Neue Münze Realität sein wird. Denn erstens braucht eine gute Planung Zeit, zweitens müssen jede Menge Fördergelder beantragt werden und drittens baut sich ein so riesiger Komplex nicht von heute auf morgen um.

Es wird ziemlich teuer

Aber zurück zum Anfang. Nachdem unter anderem der aus Sicht vieler Amberger doch eher verunglückte Entwurf für die alte/neue Fassade der Neuen Münze beim Landesamt für Denkmalpflege durchgefallen war, musste die städtische Gewerbebau als Objektentwickler erst einmal einen Schritt zurück in ihren Planungen, so Cerny. Daraus resultiert hätten intensive Gespräche mit dem Landesamt und der Regierung der Oberpfalz. Mit dem Ergebnis, dass es wohl noch im Januar ein sogenanntes Plangutachten geben soll.

Das sieht so aus, dass einigen Architekten - in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege - Entwürfe vorlegen, wie sie sich die Fassade - hier geht es vor allem um die Bahnhofstraße 12 - vorstellen könnten. Immer unter Einbeziehung der denkmalrechtlichen Aspekte. "So, wie sich das Landesamt das vorstellt, wird es natürlich deutlich teurer", macht Michael Cerny keinen Hehl aus den zu erwartenden Kostensteigerungen. "Was nicht heißen muss, dass das dann schlechter wird." Im Gegenteil: Cerny erwartet sich durch diesen Schritt eine Verbesserung der Situation mit dem Effekt, dass das gesamte Viertel deutlich belebt wird. Schwierigkeiten erwartet er da, wo das Denkmal in Form historischer Mauern und Wände aufwendig erhalten werden muss. Aber auch der Keller sei nicht unproblematisch. "Der wurde erst nachträglich bergmännisch unter das Haus gesetzt", gibt er einen Ausblick darauf, was die Statiker noch alles erwartet. Dass das nicht billig wird, sei auch klar. "Um eine Hausnummer zu nennen: 30 bis 40 Millionen Euro wird das alles wohl schon kosten", sagt Cerny, ohne eine Gewähr für diese Summe übernehmen zu wollen.

Entsprechend hoch muss nach den Worten des Oberbürgermeisters die Förderung ausfallen. Eine Liste der Regierung der Oberpfalz über die Förderfähigkeit einzelner Gewerke liege inzwischen vor. Allerdings müsse man jetzt erst einmal erfassen, was überhaupt zu welchem Preis gemacht werde, bevor konkrete Anträge auf Städtebauförderung gestellt werden könnten. "Wir reden da über richtig viel Geld, um das es da geht." Möglicherweise sei es daher sinnvoll, sich einen externen Partner für die Entwicklung zu suchen. Denn für ein Unternehmen wie beispielsweise Ten Brinke sei so ein Vorhaben nur eines unter vielen. Die Gewerbebau hingegen, könne es ruinieren.

Die beste Lösung finden

Eines macht Michael Cerny deutlich: "Wir machen das nicht, nur weil das Forum als Leerstand beseitigt werden soll." Die zu findende Lösung soll vielmehr die bestmögliche sein, um der Bahnhofstraße und den angrenzenden Vierteln wieder entsprechenden Schwung zu verleihen. "Wir wollen, dass es möglichst schnell losgeht", sagt Cerny, rechnet aber mit einer reinen Bauzeit von zwei bis drei Jahren. Der Ankermieter sei nach wie vor an Bord, er sei bereit, die Entwicklung mitzutragen. "Es ist aber sicher nicht die Lösung mit der höchsten Rendite."

Die Weichen sind nach den Worten des Oberbürgermeisters gestellt, nur eine wichtige Entscheidung ist noch zu treffen: Was wird aus dem Storg-Innenhof? Den würde Cerny gerne aus dem Gesamtpaket herausnehmen und in die Verantwortung der Stadt Amberg legen. "Wir könnten den Innenhof als öffentlichen Platz entwickeln", so sagt er. "Für mich wäre das ein kleiner Marktplatz mit Überdachung." Angemerkt

Wie geht es weiter beim Bürgerspitalgelände?:

Im Augenblick ist Ten Brinke am Zug. Der Investor muss den konkreten Bauantrag stellen. Wie OB Michael Cerny ausführt, werden auf dem ehemaligen Bürgerspitalgelände noch nicht gleich die Bagger anrollen. Seiner Einschätzung nach dauert die Planungsphase beim holländischen Investor noch bis März oder April. „Wenn es gut geht, fangen die dann Ende nächsten Jahres mit dem Baggern für die Tiefgarage an.“ Das wäre der vereinbarte Zeitplan, wie er im Durchführungsvertrag mit Ten Brinke vorgesehen sei. Zudem habe der Investor ja selbst Interesse, möglichst bald anzufangen. Wären da noch die möglichen Klagen gegen den Bebauungsplan und das Projekt selbst. „Ich weiß, dass die IG Menschengerechte Stadt Leute in der Nachbarschaft anspricht“, sagt Michael Cerny. Von daher rechnet er auch fest mit einer oder mehreren Klagen. „Auf der anderen Seite kann es ja nicht unser Leitthema sein: Was macht die IG Menschengerechte Stadt?“ Er müsse davon ausgehen, dass alle Planungen rechtssicher sind. Das Schlimmste, was seiner Ansicht nach passieren kann, ist, dass das Gericht der Stadt aufgebe, einen Fehler zu bereinigen. Aufhalten könne man das Projekt aber definitiv nicht. „Das ist nicht das Schreckgespenst“, so Cerny

Zwischen 30 und 40 Millionen Euro wird es nach Schätzung von OB Michael Cerny wohl kosten, das seit vielen Jahren leerstehenden Kaufhaus Forum wieder zu beleben. Im Augenblick dient der Innenhof, der in dieser Form erhalten bleiben muss, als Baustofflager.
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