18.10.2020 - 12:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Planung ist die Lösung für das Zinkl-Areal

Manche Dinge brauchen einfach ihre Zeit, bevor sie in Bewegung geraten. Ein herausragendes Beispiel dafür ist das ehemalige Zinkl-Areal gegenüber der OTH. Nach Monaten des Stillstands geht es hier jetzt ordentlich voran.

Lange Zeit war das Zinkl-Areal an der Nürnberger Straße ein Problem für die Stadtentwicklung. Jetzt gibt es eine Lösung.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Es ist kein Geheimnis, dass die Norma das ehemalige Zinkl-Areal kaufen und entwickeln will. Im Zuge der Maßnahme soll der jetzige Norma-Markt auf die andere Seite der Nürnberger Straße wechseln, wogegen aus Sicht der Verwaltung auch nichts spricht. Über die weitere Nutzung des Geländes hingegen herrschte lange Zeit Uneinigkeit. Der Investor wollte auf dem Grundstück viel Fachmarkt unterbringen, hätte nach Ansicht der Stadtverwaltung mit innenstadtrelevantem Sortiment den Geschäften in der Altstadt Konkurrenz gemacht. Es waren lange Verhandlungen nötig, jetzt stellte Baureferent Markus Kühne das Ergebnis in Form eines Aufstellungsverfahrens für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan im Bauausschuss vor.

Eng im Zusammenhang mit dem Zinkl-Areal steht laut Kühne bisher immer auch die Ertüchtigung der Pflegerkreuzung sowie des Kreuzungsbereichs Hockermühl- und Fuggerstraße. Mit dem neuen Entwurf will man diesen Prozess, der sich wohl noch über Jahre hinziehen wird, vom Zinkl-Areal abkoppeln. In enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt sei es gelungen, einen Großteil des anfallenden Verkehrs sofort auf die Bundesstraße zu lenken und so von der Kastler Straße fernzuhalten. Aber auch planerisch geht man nun neue Wege. "Wir wollten beispielsweise möglichst viele Parkplätze in eine Tiefgarage bringen", nannte Markus Kühne einen Aspekt, der bei "neuem" Bauen immer wichtiger wird.

Zinkl-Areal und Pflegerkreuzung waren bisher eng verbunden

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Dadurch entsteht auf der anderen Seite wieder viel Raum, der gewerblich oder mit Wohnungen genutzt werden kann. Um den zusätzlich zu optimieren, schwebt den Planern eine teilweise sechsstöckige Bebauung vor, um "eine Starke Geste gegenüber der OTH zu zeigen", wie es Kühne sagte. " Wir dürfen uns Höhe zutrauen – gute und richtige Höhe." Nach Einschätzung von Oberbürgermeister Michael Cerny ist das schon eine gewaltige Entwicklung, die das Areal seit der ersten Planung genommen hat, eine sehr gute, wie er meint. "Dadurch ist auf diesem Gelände künftig entgegen der ursprünglichen Annahme sogar Wohnen möglich."

Hoch, höher, am höchsten. Ein Prinzip, mit dem die Grünen ein Problem haben. Ein Stockwerk runter, dann ist alles in Ordnung, signalisierte Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Bumes. "Die Höhenentwicklung gegenüber dem Denkmal OTH hat uns einfach beschäftigt", so Bumes. "Das ist aber doch der erste Bebauungsplan, den wir nach den Vorstellungen der Grünen machen", ereiferte sich deswegen der Oberbürgermeister. "Ihr fordert doch, aus möglichst viel Höhe möglichst viel Fläche zu gewinnen", so Michael Cerny. "Und jetzt lehnt Ihr das ab." Eine Diskussion, die am Ende doch keine so gewaltige Rolle spielte, so ganz am Anfang des Planverfahrens. Bumes stimmte am Ende – wie alle anderen Stadträte auch – dem Entwurf zu.

Die CSU hatte da schon 2019 Ideen

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Kritisch sieht die Liste Amberg den mit der Maßnahme verbundenen Ausbau der Kastler Straße. "Wenn die Straße ausgebaut wird und neue Bewohner hinzukommen, dann steigt doch auch der Verkehr", zählte deren Vertreter Rudolf Scharl eins und eins zusammen. Da widersprach ihm letztendlich niemand, doch gab Baureferent Markus Kühne zu bedenken, dass die Art des Ausbaus schon dazu angetan sei, die Kastler Straße als Schleichweg unattraktiv zu machen. "Es wird aber keine Spielstraße, das wird sie künftig auch nicht", so Kühne.

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