13.01.2022 - 09:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Wohnung: Das müssen Mieter wissen

Wenn der zukünftige Vermieter einen Schlüssel zur Wohnung behalten will, ist Vorsicht geboten. Was es außerdem für ein funktionierendes Mietverhältnis zu beachten gibt, weiß der Fachanwalt Martin Asmus aus Amberg.

Vor dem Einzug in eine neue Wohnung steht der Mietvertrag. Hier gibt es einiges zu beachten.
von Adele SchützProfil

Für die meisten Menschen bedeutet der Einzug in eine neue Wohnung auch der Start in einen neuen Lebensabschnitt. Damit das neue Mietverhältnis dauerhaft glückt, ist einiges zu beachten. „Ein neues Wohnraummietverhältnis ist der Start in ein neues Lebenskapitel, da es hier schließlich um den eigenen Lebensmittelpunkt geht“, sagt Martin Asmus, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht der Kanzlei Dr. Wilfurth Rechtsanwälte in Amberg. „Diese Bedeutung hat auch der Gesetzgeber erkannt, indem er selbst im Grundgesetz mit Artikel 13 den Schutz und die Privatsphäre der Wohnung als unverletzlich deklariert hat.“

Richtig wohnlich wird es selbstverständlich nur, wenn das Mietverhältnis möglichst reibungslos und ungestört abläuft. Die wichtigste Voraussetzung für ein geglücktes Mietverhältnis sei Ehrlichkeit, sagt der Fachanwalt. „Nur wer als Mieter auch bei Beginn des Mietverhältnisses mit offenen Karten spielt und wahre Angaben macht, riskiert nicht, dass das Mietverhältnis sehr schnell zerrüttet wird.“

Keine falschen Angaben machen

Die Angaben des Mieters betreffen vor allem die eigenen Verhältnisse, die Personenanzahl, die das Objekt bewohnen wird, und ob Haustiere vorhanden sind. Seiner Erfahrung nach reagieren Vermieter meist sehr empfindlich auf falsche Angaben, wenn sie feststellen müssen, dass sie das Mietverhältnis unter anderen Konditionen geschlossen haben als gedacht.

Empfehlenswert für den Mieter sei es auch – wenn möglich –, ein Gespräch mit dem Vormieter zu führen, da dieser meist sehr ehrlich über die persönliche Natur des Vermieters Auskunft geben könne. Zudem sei es sehr ratsam, den nahezu immer ausschließlich vom Vermieter vorgelegten Mietvertrag vor der Unterschrift juristisch überprüfen zu lassen. „Denn ist er einmal unterschrieben, so gelten auch die getroffenen Vereinbarungen, solange sie nicht gesetzlich unzulässig sind“, so Asmus. „Dies gilt insbesondere, wenn der Vermieter keinen gängigen Vordruck verwendet, sondern einen selbst oder anwaltlich entworfenen Mietvertrag.“

Übergabeprotokoll anfertigen

Auch sei bei der Anfertigung des Übergabeprotokolls zu Mietbeginn darauf zu achten, tatsächlich jeden Mangel aufzunehmen und sämtliche Räume vor dem Betreten zu fotografieren. „Denn wenn das Mietverhältnis endet und nicht erfasste Mängel vorhanden sind, wird davon ausgegangen, dass die Mängel während der Mietzeit entstanden sind und somit die Kosten zur Behebung vom Mieter zu zahlen sind.“

Wichtig zu wissen sei auch, dass der Vermieter keinen Schlüssel behalten darf. Ein Vermieter, der das verlange, sollte einen potenziellen Mieter stets stutzig machen. „Sollten sich im Laufe des Mietverhältnisses Mängel zeigen, so ist es dringend anzuraten, diese dem Vermieter gleich anzuzeigen. Denn tut dies der Mieter nicht und der Mangel breitet sich aus, so macht er sich schadensersatzpflichtig.“ Bei der Kommunikation helfe es, rät der Anwalt, den Vermieter darauf hinzuweisen, dass es bei der Mangelbehebung schließlich auch um den Erhalt seines Eigentums geht, „was ihn oft viel verständnisvoller reagieren lässt“.

Mängel sind nicht gleich Mängel

Ob etwas einen Mangel darstelle, hänge oft damit zusammen, ob ein Neubau oder ein Altbau bezogen werde. „So stellen zugige Fenster in einem Neubau mit Sicherheit einen Mangel dar, welchen der Vermieter abzustellen hat.“ In einem Altbau sei eine gewisse Luftdurchlässigkeit der Fenster dagegen wohl hinzunehmen, wohl kaum aber ein starker Durchzug. Im Einzelfall helfe auch hier eine juristische Beratung.

„Die anwaltliche Praxis hat gezeigt, dass vor allem auch die Einrichtung eines Dauerauftrags zur Überweisung des Mietzinses bereits erheblich viele Streitigkeiten vorbeugen kann“, sagt der Fachanwalt. Die Vorteile eines Dauerauftrags: Die Miete kommt stets pünktlich, die Überweisung kann nie vergessen werden und der Mieter hat anders als bei einer Barzahlung einen sicheren Nachweis. „Allein dies lässt ein Mietverhältnis schon um einiges reibungsloser verlaufen.“

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Martin Asmus ist Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht in der Kanzlei Dr. Wilfurth Rechtsanwälte in Amberg.
Der zukünftige Mieter sollte einen genauen Blick auf den Mietvertrag werfen, bevor die Unterschriften folgen.

 

 

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