Amberg
25.07.2019 - 15:37 Uhr

Neuer K&L-Investor: Was bedeutet das für die Filialen in der Region?

Die Modekette K&L hat einen Investor gefunden. Schuh-Schmid wird das insolvente Unternehmen übernehmen. 75 Prozent der Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Was das für die Filialen in Amberg und Weiden bedeutet, ist noch unklar.

Die K&L-Ruppert-Filale Amberg. Bild: Stephan Huber
Die K&L-Ruppert-Filale Amberg.

Die insolvente Modekette K&L wird von der Schmid-Gruppe (Schuh-Schmid) aus Augsburg übernommen. Das teilte K&L in einer Pressemeldung mit. Demnach hat die Gläubigerversammlung am Donnerstag dem Insolvenzplan und der Übernahme zugestimmt. Man habe eine Lösung gefunden, die den mehr als 1000 Beschäftigten eine "gute Perspektive unter einem branchenerfahrenen Eigentümer biete", erklärt Christian Gerloff, K&L-Geschäftsführer, in der Mitteilung. Das Unternehmen will mehr als 75 Prozent der Arbeitsplätze "langfristig erhalten".

Was das für die Filialen in der Region - Amberg, Weiden, Neumarkt, Regensburg, Bayreuth - bedeutet, ist noch unklar. Bleiben sie erhalten? Werden sie doch geschlossen? Müssen Mitarbeiter gehen? Auf Nachfrage unserer Zeitung antwortete das Unternehmen, dass es keine "Antworten auf diese Fragen zur Verfügung stellen kann". Ende des vergangenen Jahres arbeiteten rund 110 Menschen in diesen fünf Filialen.

Weiden in der Oberpfalz10.10.2018

Angesichts der schwierigen Situation im deutschen Textileinzelhandel, der unter Warenüberangebot, Margendruck und der nachlassenden Konjunktur leide, sei die Übernahme "alles andere als selbstverständlich und letztlich auch nur durch eine Reihe von Zugeständnissen der Vermieter, so auch der Familie Ruppert, möglich", sagt Gerloff. Das Eigenverwaltungsverfahren könne am 1. September 2019 aufgehoben werden. Damit ist das Unternehmen mit Sitz in Weilheim wieder "freier Marktteilnehmer und Geschäftspartner", heißt es in der Mitteilung weiter.

Mit dem ersten Halbjahr 2019 ist das Modehaus zufrieden, es berichtet von einer "positiven Geschäftsentwicklung". Der Umsatz - ohne die Filialen, die geschlossen werden - steigerte sich um fünf Prozent. Zudem wurden die Margen verbessert, der Rohertrag gesteigert. "Dies zeigt, dass wir in den letzten zwölf Monaten einen guten Job gemacht haben", sagt Jens Bächle, K&L-Geschäftsführer, laut Mitteilung. Die "Ergebnissituation" habe sich im Rahmen des Insolvenzverfahrens im Vergleich zum Vorjahr "wesentlich verbessert", heißt es in dem Schreiben weiter - auch durch die Sanierungsmaßnahmen. Es sei gelungen, die Voraussetzungen zu schaffen, "K&L wieder zukunftsfähig aufzustellen und einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten", sagt Bächle.

Im Zuge des Insolvenzverfahrens hatte die Modekette beschlossen, 14 Filialen zu schließen, unter anderem in Hof. Die Filiale in Cham schließt Ende des Jahres. Die "bisher erfolgreich eingeleitete Neuausrichtung" werde fortgesetzt. Dazu zählten die weitere Verbesserung des Modesortiments, die Stärkung der Kundenbindung sowie die Steigerung der Effizienz und Attraktivität der Verkaufsflächen. Darüber hinaus möchte man auch mit dem neuen Eigentümer, der Schmid-Gruppe, zusammenarbeiten, "Synergiepotenziale" schaffen.

Weiden in der Oberpfalz24.01.2019

Trotz einiger Filialschließungen will die Modekette weiter wachsen - an "strategisch günstigen Standorten" ist eine weitere Expansion geplant. Erst vor einem Monat wurde in Bietigheim-Bissingen eine neue Filiale eröffnet.

K&L kämpft bereits seit längerer Zeit mit Managmentfehlern aus der Vergangenheit, aber auch mit der wachsenden Konkurrenz, den Discountern aus dem Ausland sowie dem Internet.

Christian Gerloff, während des Insolvenzverfahrens Restrukturierungsgeschäftsführer, wird laut Mitteilung wie geplant nach Umsetzung der Investorenlösung wieder aus der Geschäftsführung ausscheiden.

 
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