08.12.2020 - 15:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Oberpfälzer Projektseminaristen vernetzt im Kampf gegen Plastikmüll

Es war ein Versuch – und er klappte auf Anhieb und zu aller Freude. Oberstufenschüler von zwei Oberpfälzer Gymnasien haben die Arbeiten ihrer jeweiligen Projektseminare einfach vernetzt.

Einfallsreichtum und künstlerisches Talent zeigten die Oberschülerinnen des Dr. Johanna-Decker-Gymnasiums Amberg bei der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema "Kampf dem Plastikmüll" im Rahmen eines überregionalen P-Seminars.
von Adele SchützProfil

Gemeinsam im Kampf gegen den Plastikmüll – das nahmen die Schüler zweier Oberpfälzer Gymnasien wörtlich und verknüpften die Arbeiten aus ihren P-Seminaren. Dass die Klimaerwärmung die junge Generation nicht kalt lässt und ein nachhaltiges Leben sowie Umweltschutz bei den Jugendlichen großes Interesse weckt, zeigte die überraschen große Beteiligung an dem am Pindl-Gymnasium Regensburg angebotene Projektseminar zum Thema „Kampf dem Plastikmüll“.

Die Dr.-Johanna-Decker-Schulen sind auch Umweltschulen

Amberg

Weil in dieses Projekt Alvaro Dill, der Sohn von Catherine Dill, der Leiterin der Amberger Freiwilligenagentur , beteiligt war, ließ bei der die Idee reifen, daraus ein überregionales Dauerprojekt zu machen. Projektleiter Rainer Seyfried war begeistert von der Idee einer überregionalen Vernetzung mehrerer Oberpfälzer Schulen. Wobei für Catherine Dill die Öffentlichkeitsarbeit für dieses Projekt eine besondere Rolle spielt, die über die von den Schülern gestalteten Plakaten und Ausstellungen ihrer Arbeiten an den Schulen und in öffentlichen Einrichtungen erfolgen soll.

Zwei Schulen machen den Anfang

Das bereits im Herbst angelaufene Projekt forderte schnellen Handlungsbedarf, um die Ideen in die Tat umzusetzen. Aus diesem Grund wurden zunächst nur die Amberger Gymnasien zwecks einer überregionalen Vernetzung kontaktiert. Eine spontane Zusage erhielt Catherine Dill vom Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium, wo die Kunstlehrerin Veronika Thomann ein Projekt-Seminar zum Thema „Lebensraum Vils“ betreute. Sie zeigte große Flexibilität und ihre Schülerinnen setzten künstlerisch das Thema „Klima- und Umweltschutz“ um. Fundierte Informationen zum nachhaltigen Leben und zum bewussten und klimafreundlichen Umgang mit der Umwelt lieferten die Oberstufenschüler des Pindl-Gymnasiums aus Regensburg. Den Druck der dazu gefertigten Plakate zum Thema „Schützt den Planeten – uns rennt die Zeit davon“ finanzierte die Freiwilligenagentur.

Das Plakat informiert, dass die Deutschen 227,5 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr produzieren, 80 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr weltweit in den Meeren landen und 320 000 Einwegbecher pro Stunde in Deutschland ausgegeben werden. Die ökologischen Folgen sind die Zerstörung von Lebensräumen und die Beschleunigung des Artensterbens. Die gesundheitlichen Folgen sind Krebs und Entwicklungsstörungen bei Kindern.

Mehrweg statt Einweg

Das Plakat gibt aber auch wertvolle Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll: Mehrweg anstelle von Einweg, Vermeidung von Plastikverpackung, Unterstützung von Unverpackt-Läden, Recycling und Mülltrennung statt Restmüll sowie lange Nutzung von Kleidung, Handys und anderem statt Neukauf.

„Für uns wurde die überregionale Vernetzung zum Zufallsprodukt und Glücksgriff, so dass wir ab dem nächsten Jahr diese Vernetzung auf mehr Schulen in mehreren Städten ausweiten und breiter aufstellen wollen, um daraus ein Dauerprojekt zu machen“, informiert Catherine Dill. Sie plant im Rahmen des Großprojekts ab nächsten Jahr dann auch eine Ausstellung mit den Arbeiten der Schüler in allen beteiligten Schulen und eine Veröffentlichung von Plakaten mit den zusammengefassten Ergebnissen der Projektarbeiten. „Die überregionale Vernetzung dieser Projekt-Seminare hat für einen regelrechten Motivationsschub bei den Schülern gerade zu Coronazeiten gesorgt, was uns wiederum ermutigt, das Projekt zu forcieren“, bemerkt Catherine Dill. Sie will diesbezüglich auch eng mit der Klimabeauftragten der Stadt, Corinna Loewert, zusammenarbeiten und Schulen in weiteren Städten wie beispielsweise in Weiden kontaktieren.

Dass die Klimaerwärmung die junge Generation ebesowenig kalt lässt wie der Umweltschutz, zeigte das große Iteresse des von Projektleiter Rainer Seyfried und Schulleiter Bernd Ackermann am Pindl Gymnasium Regensburg (Hinten v.l.) angebotenen Projekt-Seminar "Kampf dem Plastikmüll", das auf großes Interesse der Pindlschüler stieß und nun sogar zum überregionalen, ausbaufähigen Dauerprojekt auf Initiative der Freiwilligenagentur in Amberg wird.

 

 

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