11.11.2019 - 15:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Pioniersteg in Amberg ist jetzt auch offiziell eingeweiht

Im Jahr 1961 baute der junge Wehrpflichtige Peter Risch mit rund 40 Kameraden den ersten Pioniersteg über den Stadtgraben. Am Montag war der heute 79-Jährige einer der Ehrengäste, die das Band des neuen Pionierstegs durchschnitten haben.

Mit einem vielfachen Scherenschnitt endet für die Bewohner des Eisbergviertels eine Wartezeit, die sich über mehrere Jahre hingezogen hat. Seit Montag ist der Pioniersteg über den Stadtgraben auch offiziell eröffnet.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Seit Mitte 2016 war der "alte" Pioniersteg gesperrt, der tatsächlich aber nicht mehr der ganz alte war. Denn die Brücke aus Holz, die um das Jahr 1961 die Soldaten der Panzerpionierkompanie 120 aus der Schweppermannkaserne in Kümmersbruck errichtet hatten, war zwischenzeitlich schon komplett erneuert worden - und auch schon wieder verfault. Drei Jahre lang, bis 2016 stützte noch ein hölzernes Korsett den Steg, dann musste er komplett gesperrt und abgerissen werden.

Die Geschichte der Planung, Umplanung und erneuten Planung ist lang. Am Ende stand die Entscheidung für den Entwurf des Ingenieurbüros Kampik aus selbstrostendem Cortenstahl. Doch bevor die eigentliche Brücke eingehoben werden konnte, mussten große Teile der Stadtmauer und des vorgelagerten Zwingers saniert werden, zudem wurden wegen der Barrierefreiheit eine Umverlegung und entsprechende Anpassung des Geh- und Radwegs fällig. Am Montag bei der Eröffnung war die Meinung einhellig: Es ist ein gelungenes Bauwerk, die insgesamt dafür investierten rund 1,4 Millionen Euro seien gut angelegtes Geld. Sogar Stadtrat Dieter Amann, der mit seiner SPD-Fraktion zunächst eine weitere Variante aus Holz bevorzugt hatte, zeigte sich begeistert.

Amberg

Wobei die Offiziellen, die sich am Montag bei eisiger Kälte zum Banddurchschneiden auf dem neuen Pioniersteg einfanden, irgendwie viel zu spät kamen. Denn die Amberger Bürger hatten die Eröffnung schon um Wochen vorgezogen. Auch wenn das letzte Stück Weg noch nicht gepflastert war und die Beleuchtung fehlte, herrschte auf dem Steg bereits rege Betriebsamkeit. "Die Bürger wollten den Steg einfach so schnell wie möglich haben", zeigte OB Michael Cerny Verständnis. Auch Cerny schwärmte von der gelungenen Brücke - denn ein Steg ist das deutlich verbreiterte Bauwerk ja nun nicht mehr. "Er steht eigentlich da, als ob er schon immer so geplant gewesen wäre."

Cerny ging noch einmal kurz auf die Diskussion Holz oder Corten ein, stellte aber dann mit Blick auf den einstigen Miterbauer Peter Risch fest: "Die Kosten liegen auf jeden Fall deutlich über dem, was er damals bei den Pionieren gekostet hat." 1961 war es nämlich ein Geschenk der Bundeswehr an die Stadt Amberg gewesen. Zum Schluss hatten die beiden Geistlichen Markus Brunner (katholisch) und Bernd Schindler (evangelisch) die Aufgabe, der neuen Brücke den Segen Gottes zu geben.

Bürger waren schneller

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Info:

Für den neuen Pioniersteg mussten 500 Kubikmeter Erde bewegt werden. Zusätzlich erstellten die beteiligten Firmen 1000 Quadratmeter Straßen, dazu kamen 150 Quadratmeter Pflasterbau. Der eigentliche Steg, der bei der Firma Mühlbauer gebaut wurde, ist 33 Meter lang, hat eine Fahrbahnbreite von 3,50 Meter und ein Gewicht von etwa 32 Tonnen. Die Brücke wurde in zwei Teilen angeliefert und auf einer provisorischen Mittelstütze montiert und verschweißt. Baubeginn der Stadtmauersanierung war im September 2018, die Brückenarbeiten begannen im März dieses Jahres. Fertigstellung am 8. November.

Der Nürnberger Peter Risch war einer der Pioniere, die 1961 den Steg über den Stadtgraben bauten.
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