13.08.2018 - 11:32 Uhr
AmbergOberpfalz

Platz für einen neuen Namen

Der Name klingt nach Irgendwas - jedenfalls nach nichts Konkretem: Multifunktionsplatz wurde das Pflaster gegenüber dem Bahnhof benannt, auf dem die Bürgerskulptur steht. Es ist Zeit für eine Taufe.

Wie soll er heißen? Die Redaktion der Amberger Zeitung ist der Meinung, dass der Multifunktionsplatz gegenüber des Bahnhofs einen richtigen Namen erhalten soll.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Er hat schon Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch der Amberger gefunden, der Multifunktionsplatz. Eigentlich erfüllt der Name also seine Funktion. Er bezeichnet einen Ort so, dass jeder weiß, wo er sich befindet. Allerdings tut er das auf eine recht ungelenke Art und Weise. Der Begriff Multifunktionsplatz ist Behördendeutsch und war von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht. Viele Zwecke hat er ja bereits erfüllt, der Multifunktionsplatz. Wir erinnern uns: hier fanden bei Altstadtfesten gut besuchte DJ-Partys statt, hier wurde schon mehrfach demonstriert, im Sommer 2014 sogar per Hungerstreik und erst im Frühjahr dieses Jahres für höhere Löhne im öffentlichen Dienst.

Zum ersten Mal taucht die Bezeichnung Multifunktionsplatz in der Amberger Zeitung am 5. Januar 2000 auf. Damals allerdings als Hinweis auf den Freizeitsport der Sportgruppe Siemens Amberg; die Teilnehmer trafen sich auf dem so bezeichneten Areal ihres Betriebsgeländes. Anscheinend hat jemand in der Stadtverwaltung den Begriff als passend empfunden, als ein paar Jahre später das neu gestaltete Areal an der Einfahrt in die Bahnhofstraße benannt werden musste. Die AZ schrieb am 1. Mai 2009: "Diesen Arbeitstitel hat er (der Platz, Anm. d. Red) laut Stadt-Pressesprecherin Susanne Schwab erhalten, weil er neue Möglichkeiten für verschiedene Veranstaltungen eröffnen soll, die bislang meist am Marktplatz stattfinden mussten." Im Sommer vor neun Jahren - rechtzeitig zu den Feierlichkeiten zum 975-jährigen Stadtjubiläum - wurde das frisch mit Bodenplatten ausgestattete Karree der Öffentlichkeit übergeben. "Derzeit gibt es keine konkreten Überlegungen für eine Benennung", erklärte Schwab auf Nachfrage. Entscheidungsgremium in solchen Fällen sei der Stadtrat. Vielleicht lässt sich die Diskussion ankurbeln? Bildhauerin Hanna Regina Uber hat zusammen mit Robert Diem die Bürgerskulptur entworfen und realisiert. Ihr ist es ein Anliegen, dem Platz Würde zu verleihen. Weder den überdimensionalen roten Blumentöpfen, noch den Plastik-Sitzmöbeln kann sie etwas abgewinnen. Bei der Namenssuche hat sie einen ziemlich konkreten Vorschlag. Sie schlägt die Benennung nach Albrecht Mertz von Quirnheim (1905 bis 1944) vor, der in Amberg gelebt hat und zum Kreis der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus gezählt wird. Stadtarchivar Johannes Laschinger verweist auf die Marienbrücke - den Teil der Bahnhofstraße, der den Stadtgraben überspannt. Dieser Name ist aus dem Gedächtnis der Amberger weitgehend verschwunden. Wäre Marienplatz oder Platz an der Marienbrücke eine Alternative?

Laschinger bringt auch einen etwas abstrakteren und gerade deswegen einprägsamen Namen ins Spiel. "Nachdem sich auf dem Platz die Bürgerskulptur befindet, an deren Schaffung sich nahezu 1300 Menschen in einem einzigartigen Gemeinschaftsprojekt beteiligten, könnte der Platz auch die Bezeichnung Bürgerplatz tragen." In diese Richtung denken auch andere.

Kommentar:

Nicht zögern

Amberg verfügt über einen ordentlichen Hausstand. Es hat eine gute Stube, den Marktplatz, und einen Präsentierteller, den Multifunktionsplatz. Und was machen die Oberpfälzer, wenn sie einen Teller in die Hand kriegen? Genau. Sie drehen ihn um und schauen, welcher Name draufsteht. Jeder Porzellanteller hat so einen Stempel aufgedrückt bekommen. Klar, dass ein Präsentierteller erst recht einen Namen braucht. Einen, den man im Stadtplan präsentieren kann. Fällt Ihnen einer ein? Dann zögern Sie nicht und schreiben Sie uns! Am besten eine E-Mail an redaz[at]oberpfalzmedien[dot]de

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