Programm zum Tag des offenen Denkmals in Amberg-Sulzbach

Amberg
07.09.2022 - 11:53 Uhr

Denkmale sind Zeugen vergangener Geschichten, ihrer Bewohner und Erbauer. Beim Tag des offenen Denkmals am 11. September bekommen sie eine Stimme. Auch in Amberg, Sulzbach-Rosenberg und im Landkreis ist an diesem Sonntag einiges geboten.

Die Idee zum Tag des offenen Denkmals stammt aus dem Jahre 1984 und hatte ihren Ursprung in Frankreich. Sie war so erfolgreich, dass der Europarat den Gedanken aufgriff und somit sich seit nunmehr 38 Jahren Denkmäler öffnen, die sonst nicht unbedingt allgemein zugänglich und erlebbar sind. Am kommenden Sonntag ist es in diesem Jahr wieder so weit. Unter dem Motto „KulturSpur – Ein Fall für den Denkmalschutz“ gewährt der Tag des Denkmals interessante Einblicke. Das diesjährige Motto möchte als Inspirationsquelle dienen. Historische Bausubstanz ist reich an Indizien und Beweismaterial, die es zu entdecken gilt.

Amberg

  • Amberger Neugier – Eine Höhlenbegehung im Jahr 1535

Höhlen aufzusuchen, gilt heute als Freizeitvergnügen. Die 25 Amberger, die sich vor fast 500 Jahren auf den Weg in eine Höhle bei Breitenwinn machten, fürchteten eine enge und dunkle Welt voller Geister und Abgründe – hofften aber auch auf Schätze und Entdeckungen. Der Referent begibt sich auf die Spuren der Expedition und schildert ihr Nachleben an der Schwelle von mittelalterlicher Religiosität zu neuzeitlicher Entdeckerlust.

Vortrag: Stadtarchivar Andreas Erb; Termin: 11 Uhr; Dauer: 90 Minuten; Treffpunkt: Großer Rathaussaal

  • Das Benefiziatenhaus

Das 1724 errichtete sogenannte Benefiziatenhaus in der Badgasse 13 gehörte zur Kirchengemeinde St. Georg und dem Jesuitenkolleg Amberg. Die Bedeutung des Objekts liegt in seiner wechselhaften Geschichte als zunächst landwirtschaftliches Kleinanwesen und anschließend als privates Wohngebäude. Die teils sehr massive Bauweise zeigt sich im fast unverändert erhaltenen gewölbten Keller und in den ungewöhnlich starken und gut erhaltenen Dachbalken, die auf reichliche Baumittel schließen lassen.

Führung: Gertrud Rösch; Termine: 10, 13 und 15 Uhr; Dauer: jeweils 30 Minuten; Treffpunkt: Badgasse 13; maximal 10 Personen; Anmeldung: VHS Amberg (Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr: 09621/10-1238/-1868/-1340; E-Mail: vhs[at]amberg[dot]de)

  • Vier Altstadthäuser werden das Bootshaus

Großes öffentliches Interesse begleitet die Bauarbeiten am Bootshaus. Vier Altstadthäuser werden saniert und hier zu einem Gastronomie- und Hotelbetrieb geformt, wobei die Kleinteiligkeit der Bebauung und die Eigenart jedes Gebäudes erhalten bleiben. Im ältesten Siedlungskern Ambergs gelegen, fanden Bauherr und Architekt viele Spuren vergangener Zeiten. Wie sie in das Bauprojekt einbezogen werden, wird bei der Begehung dieser anspruchsvollen Baustelle gezeigt und erklärt.

Führung: Bauherr Klaus Herdegen und Architekt Georg Zunner; Termine: 13, 14 und 15 Uhr; Treffpunkt: Straßenecke Hinter der Veste/Schiffbrückgasse; maximal 15 Personen; Anmeldung: VHS Amberg (Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr: 09621/10-1238/-1868/-1340; E-Mail: vhs[at]amberg[dot]de)

  • Das Haus der wilden Orgien

Bei Erwähnung des früheren Josefshauses verklären sich die Blicke des mittlerweile leicht ergrauten damaligen Publikums. Als Veranstaltungsort war es legendär, doch die Geschichte des Hauses führt weiter zurück bis ins Jahr 1900. Teile davon sind sogar noch viel älter. Beate Wolters erzählt vom Josefshaus, Kolpinghaus und Prechtlhaus und zeigt die Spuren der Namensgeber am Außenbau (reine Außenführung).

Führung: Stadtheimatpflegerin Beate Wolters; Termine: 16 und 17 Uhr; Treffpunkt: Wingershofer Tor

  • Spurensuche im Stadtmuseum

Im Juli 1989 eröffnete das neue Amberger Stadtmuseum im Baustadel. Seit 1983 war dieses 500 Jahre alte Bauwerk aufwendig saniert und umgebaut worden. Obwohl sich das Ensemble durch den Neubau zur Landesausstellung 2003 noch einmal veränderte, sind bis heute viele Spuren ursprünglicher Sanierungen zu finden. Passend zur Sonderausstellung „Zurück in die 80er“, die noch bis 8. Januar zu sehen sein wird, beleuchtet ein Rundgang den Umbau in den 1980ern und die damit verbundene Neuaufstellung des Stadtmuseums. Dabei wird auch auf die wechselhafte Nutzungsgeschichte des Baustadels eingegangen.

Führung: Michael Herzog vom Stadtmuseum; Termine: 15 und 16 Uhr; Treffpunkt: Stadtmuseum (Zeughausstraße); maximal 25 Personen; Anmeldung: VHS Amberg (Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr: 09621/10-1238/-1868/-1340; E-Mail: vhs[at]amberg[dot]de)

  • Auf den Spuren unserer Straßennamen

Feststehende Straßennamen gab es nicht immer. Seit 1926 bestehen die heutigen Bezeichnungen der Amberger Straßen in der Altstadt. Wieviel sie aus dem Leben der vergangenen Zeiten erzählen, erfahren Teilnehmer bei diesem Stadtrundgang.

Führung: Stadtheimatpflegerin Beate Wolters; Termin: 14 Uhr; Treffpunkt: Hochzeitbrunnen am Marktplatz

  • Eine Hommage mit Fotografien von Helge Weindler

Die Ausstellung zu Helge Weindler versteht sich als umfangreiche Hommage an den 1996 verstorbenen Künstler, der heuer am 16. Juli 75 Jahre alt geworden wäre. Der Fokus liegt dabei auf seinen Fotografien und Polaroids sowie den biografischen Verknüpfungen zur Oberpfalz und im Speziellen zu Amberg, wo Helge Weindler zur Schule ging und sein Handwerk erlernte. Gezeigt werden Fotografien (s/w) und Polaroids (Farbe) aus dem bildgestalterischen Oeuvre Weindlers. Ausgewählte Objekte ergänzen die Präsentation. Simon Hauck, Kurator der Ausstellung, führt zum Tag des offenen Denkmals durch die Stadtgalerie. Er beleuchtet unter anderem den Entstehungsprozess der Hommage und die Hintergründe der unterschiedlichen Werke. Gezeigt werden exklusiv auch weitere Werke Helge Weindlers, die nicht Teil der Ausstellung sind.

Führung: Kurator Simon; Termin: 11.30 Uhr; Treffpunkt: Stadtgalerie Alte Feuerwache

  • Führung in der Glaskathedrale

Amberg besitzt mit der Glaskathedrale, dem ehemaligen Rosenthal-Glaswerk, das einzige Bauwerk von Walter Gropius in der Oberpfalz. Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums im Jahr 2019 wurde dieses verborgene Juwel für Interessierte zugänglich gemacht. Den Besucher erwartet im neuen Ausstellungsraum eine moderierte Multimedia-Show. Es ist eine Reise von den Anfängen der Glaskathedrale in den 60er-Jahren bis in die Gegenwart. Umfassendes Bildmaterial vermittelt einzigartige Einblicke.

Termin: 16 Uhr; Treffpunkt: Rosenthalstraße 12; Kosten: regulär 10, ermäßigt 8, Kinder 4 Euro; Altersempfehlung: ab 14 Jahre; Anmeldung: Stadtmuseum Amberg oder Tourist-Information Amberg

Landkreis Amberg-Sulzbach

  • Freudenberg-Wutschdorf: Molzmühle – Geschichte einer Müllerfamilie

Mit original erhaltener Mühlentechnik aus dem 18. Jahrhundert dokumentiert das historische Mühlenanwesen in Wutschdorf die einstige Arbeitsweise des Müllerhandwerks.

Führung: Uli Piehler; Termin: 11 Uhr; anschließender Weißwurst-Frühschoppen; Anmeldung: info[at]die-moltzmuehle[dot]de; Rahmenprogramm: Kirchweih in Freudenberg mit Festbetrieb und Baumaustanzen um 14.30 Uhr

  • Bergbau- und Industriemuseum in Theuern

Das Bergbau- und Industriemuseum in Theuern bietet mehrere Führungen in den Außenstellen des Museums an. Die Bausubstanz und die Geräte können oft viel erzählen und zeigen wertvolle Spuren auf, die im Zusammenhang mit der regionalen Industriegeschichte in Verbindung stehen.

Führung durch die ansonsten nicht zugängliche Schachtanlage Bayernland (Maschinenhaus und Förderturm): 11 und 15 Uhr; Kosten: 2 Euro

Geführte Besichtigung des Hammerwerks: 13.30 Uhr; Eintritt: 1 Euro; Treffpunkt: vor Außenanlage „Spiegelglasschleife“

  • Vilseck: Frühmesser-Haus

Das an die Stadtmauer angelehnte ehemalige Frühmesserhaus stammt in seinen ältesten Bauteilen aus dem Spätmittelalter. Es wurde 1701 saniert und gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt Vilseck.

Führung: Dorothee Schulze-Zumhülsen und Philipp Lindner; Termine: 11 und 14 Uhr; Zutritt: 10 bis 16 Uhr; Treffpunkt: Kirchgasse 16 (Kirchplatz der Pfarrkirche St. Ägidius); Rahmenprogramm: Kreuzbergfest

  • Neukirchen: Ockerstube

Im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde der Raum Neukirchen-Königstein-Edelsfeld Hauptabbaugebiet für Farberden. In der Ockerstube finden sich Reste einstigen bergmännischen Geschehens.

Führung: Ortsheimatpfleger Walter Schraml; Termine: 14 bis 17 Uhr alle 60 Minuten; Dauer: jeweils 60 Minuten; Treffpunkt: Bahnhofsvorplatz

  • Hirschbach: Corpus-Christi-Kirche in Eschenfelden

Besichtigung der Corpus-Christi-Kirche mit anschließender Glockenturmführung.

Führung: Florian Rieger; Termin: 14 Uhr; Dauer: 60 Minuten

Sulzbach-Rosenberg

  • Die Spitalkirche St. Elisabeth

Die Spitalkirche wurde als Simultankirche des Jahres 2022 gewürdigt. Als einstige Kapuzinerkapelle (ab 1738) und spätere Kirche des Bürgerspitals (ab 1804) bietet sie viele Einblicke in Sulzbachs spannende Religionsgeschichte.

Am Vorabend, 19 Uhr, Vortrag mit Orgelbaumeister Christoph Schindler zur Restaurierung der Hößler-Orgel (1743) mit abschließendem Orgelspiel durch Dekanatskantor KMD Gerd Hennecke.

Am Sonntag: 11 bis 15 Uhr jeweils zur vollen Stunde Führungen mit einführendem 15-minütigem Orgelspiel (Kantor Gerd Hennecke)

  • Großer Stadtbrand 1822

Ein Feuerwerk vor dem Rosenberger Tor sollte im Juni 1822 die Einwohner der Stadt erfreuen. Doch starker Ostwind trieb die Funken innerhalb weniger Minuten in Richtung Stadt. Das so entstandene Feuer fand an den schindelgedeckten Dächern reichlich Nahrung. Ein Großteil der Altstadt, mittendrin die Alte Hofapotheke, brannte ab.

Führung zum Stadtbrand und Wiederaufbau: Stadtheimatpfleger Markus Lommer; Termine: von 14 bis 16 Uhr alle 60 Minuten, Dauer: jeweils zirka 45 Minuten; Treffpunkt: Alte Hofapotheke am Luitpoldplatz

Führung für Familien mit Spurensuche zum Stadtbrand: Tanja Weiß; Termin: 14 Uhr, Dauer: zirka 90 Minuten; Treffpunkt: Geschichtsbrunnen Luitpoldplatz (beim Rathaus)

Führungen durch Sonderausstellung zum einstigen Geschehen im Stadtmuseum: Stadtmuseums-Leiterin Edith Zimmermann; Termin: 11 bis 16.30 Uhr; Treffpunkt: Neustadt 14-16

Soweit nicht anders angegeben, ist keine Anmeldung erforderlich und die Veranstaltungen sind kostenlos.

 
 

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