16.09.2021 - 13:21 Uhr
AmbergOberpfalz

PWG Amberg unterstützt beim Bürgerentscheid Ten-Brinke-Bau

Der Bürgerentscheid zum Bürgerspitalgelände hat die Park- und Werbegemeinschaft (PWG) zu einer Stellungnahme herausgefordert. Ihr Vorsitzender Andreas Raab verweist in der Presseinfo auf einen Aspekt, der bisher zu kurz gekommen sei.

Andreas Raab, der Vorsitzende der Amberger PWG, hat sich mit einer eindeutigen Stellungnahme in Sachen Bürgerentscheid zum Bürgerspitalgelände zu Wort gemeldet.
von Externer BeitragProfil

„Das Thema Ten-Brinke-Bau berührt auf besondere Weise die Arbeit der PWG“, schreibt Andreas Raab in seiner Begründung, warum er es für notwendig hält, auf die Konsequenzen der zu fällenden Entscheidung in Sachen Bürgerspital-Areal hinzuweisen. „Seit fast 38 Jahren geht es für uns um die Schönheit und Leistungsfähigkeit der Altstadt Amberg.“

Laut Raab kann man bei der Diskussion um das Spitalgelände viele berechtigte Argumente hören. Vor allem die Gegner des Projekts seien sehr laut geworden, „was oft in solchen demokratischen Prozessen ein falsches Bild über die tatsächliche Akzeptanz und Ablehnung eines Projekts widerspiegelt“.

Ein Aspekt ist nach Meinung der PWG aber bisher viel zu kurz gekommen. Denn die Belange des Denkmalschutzes seien zwar ehrenwert und für eine Stadt wie Amberg wichtig, die Frage sei aber, ob sich jedes Argument dem des Denkmalschutzes unterordnen müsse.

Wovon die Größe abhängt

„Dass eine Stadt liebenswert sein soll und mit sehr viel Grün ausgestattet, ist ebenso klar und wird jeder, Befürworter wie Gegner des Ten-Brinke-Objekts, bejahen. Auch sollte man das Gesamtbild der Stadt im Auge behalten.“ Hier setzt Raab nun an: Die Größe eines Gebäudes hänge natürlich von der Umgebung ab, aber auch von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Überlegungen.

„Lebenswert bedeutet auch echte Aktivitäten, die zum Beispiel durch echte Kunden und echte Bewohner zustande kommen und nicht nur durch passive Spaziergänger und gelegentlich genießende Ruheständler, deren Wohnungen außerhalb der Altstadt liegen.“

Aktives Leben bedeute Einkaufsmöglichkeiten, Arztbesuche, Erledigungen und Genießen der Gastronomie in der Altstadt. „Es bedeutet auch Wohnen junger Leute in gut ausgestatteten, bezahlbaren Wohnungen nach modernen Standards. Die notwendigen Gebäude dafür zu bauen, ist eine echte, aktive Belebung unserer Stadt“, so Raab weiter.

Gebäude müssen laut dem PWG-Vorsitzenden nach wirtschaftlichen Maßstäben geplant werden, um zu hohe Mieten für Arztpraxen, Nahversorgungs-Unternehmen oder Wohn-Interessierte zu verhindern. Raab gibt zu bedenken: „Wenn man fordert, dass der Lebensmittelladen mit einer Fläche von 600 qm auskommen soll, dann muss man auch fragen: Findet man einen Unternehmer, der einen kleineren Laden anmietet, obwohl heute die Ansprüche der Kunden dafür gesorgt haben, dass man solche Ladengrößen plant? Sind die Gänge zwischen den Warenregalen breit genug für unsere Senioren, die oft auf einen Nahversorger angewiesen sind, ist das Sortiment ausreichend?“

Andere Gebäude wuchtiger

Aktuell gebe es gerade einen einzigen Supermarkt in der Weststadt. Eine aktive Stadt sei eine Mischung aus Geschäftigkeit und zeitgemäßem Wohnen, aus Flair und Erreichbarkeit, aus einem guten Mix junger und älterer Stadtbewohner. „Das von Ten Brinke geplante Gebäude wurde unter all diesen Gesichtspunkten geplant und auch nochmal nachkorrigiert, um gerade nicht wie ein Klotz in unserer Altstadt zu wirken.“ Viele Gebäude in der Altstadt seien wuchtiger oder in einem Baustil, der überhaupt nicht altstadtgerecht wirke.

In den 70er Jahren sei im Sanierungsgebiet „Paradiesgasse/Lange Gasse“ ein Wohnkomplex errichtet worden, der viele Auszeichnungen erhalten habe, für altstadtgerechte Sanierung. Raab: „Dieser Gebäudekomplex ist innerhalb unserer Altstadt größer geraten als das, worüber heute diskutiert wird.“

"Nicht noch weitere Jahre der Brache"

Wenn nun ein Planer versuche, auf die Wünsche der Amberger Bürger genauso wie auf die des Denkmalschutzes einzugehen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit eines Projekts im Auge haben müsse, „sollte man nicht noch weitere Jahre der Brache heraufbeschwören“. Raab findet: „Es wird Zeit, dass ein seit über zehn Jahren bestehender Schandfleck beseitigt wird!“ Das Bebauungsplanverfahren „Leben am Spitalgraben“ müsse weitergeführt werden.

Die Schlussbemerkung in der Mitteilung lautet: „Die PWG und der Stadtmarketing-Verein kämpfen seit Jahren für eine schöne und leistungsfähige Amberger Altstadt, eine nochmalige Verzögerung durch ein neues Planungsverfahren würde die Attraktivität unserer Stadt stark beschädigen – das können wir uns nicht leisten, nicht in den Zeiten, wo der Internethandel gewaltige Zuwächse erfährt. Vielleicht gefällt auch ihnen das Bauwerk von Ten Brinke nicht in Gänze, aber die Alternative wäre eine Katastrophe für die Stadt Amberg!“

Worüber beim Bürgerentscheid abzustimmen ist

Amberg

 

 

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