19.07.2020 - 12:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Ring-Theater wird zur Galerie

Corona hin, Corona her: "Wir bringen Kunst!", heißt es auf der Internetseite des A.K.T.-Kunstvereins. Und das hat am Freitagabend im und vor dem Ring-Theater einwandfrei funktioniert.

Der Münchener Künstler von Heiko Herrmann zeigt im Ring-Theater seine Arbeiten. Hier steht er neben seinem Werk „Raumgreifer“.
von Karin HegenProfil

"Bitte halten Sie sich an das Hygienekonzept, denn wir wollen zwar überregional bekannt werden, aber nicht durch das Virus, dessen Namen nicht genannt werden darf." Unter anderem mit diesen Worten begrüßte am Freitagabend Marcus Trepesch launig die zahlreichen Besucher der Vernissage von Heiko Herrmann: "Der Himmel der Hölle." Trepesch hatte als Vorsitzender des Amberger Kunstvereins A.K.T. zur ersten Ausstellung in neuen Räumen eingeladen. Zu sehen waren die Werke im Foyer des ehemaligen Ring-Theaters. "Es war ein harter Ritt", sagte er über die Arbeit rund um den Umzug, aber dieser sei mit unzähligen Freiwilligen wunderbar gemeistert worden. Die Räume erstrahlen in hellem Weiß und geben das passende Ambiente für Herrmanns Werke der vergangenen zehn Jahre. Johann Sturcz übernahm es für den Schaffenden, aus dem Werdegang zu erzählen. Im Alter von 20 Jahren hatte Heike Herrmann den romantischen Gedanken, Maler zu werden. Nach einer einjährigen Lehre bei Heimrad Prem studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München. Dann hatte er "in die Scheiße der Solokarriere eines Künstlers gegriffen", war aber sehr stolz, sein erstes "Lüngerl mit Knödel" in der Wirtschaft erpinselt zu haben. Herrmann vergleicht Malen mit Stricken - den Materialien Leben einflößen. Er verschiebe und verstricke Bildgefüge, um ihnen festen Boden unter den Füßen zu geben. Eine Diskussion zwischen gegenständlich und abstrakt führe seiner Meinung nach in eine Sackgasse.

Heiko Herrmanns ausdrucksstarken Gemälde in leuchtenden Farben nehmen den Betrachter mit auf eine Reise in die eigene Vorstellungskraft. "Jeder Hund hat einen Namen" und deshalb ließ er sich für jedes Bild Titel einfallen wie "Verwirrte Geister", "Das Paradies ist nebenan" oder "Im Auge des Betrachters". Seine Skulpturen sind ebenfalls aus den unterschiedlichsten Materialien und spielen mit der Fantasie der Besucher. Unter anderem stehen gegenständliche Keramikarbeiten in starkem Kontrast zu Eisengussformen, die in ihrer harten Abstraktheit faszinieren.

Musikalisch wurde die Einführung stimmungsvoll von Accoustic Soul Food Melanie Dotzler (Gesang) und Michael Dandorfer (Gitarre) im Freien gestaltet und bereitete für die Kulturausgehungerten auch akustisch einen Hochgenuss. Für Interessierte ist die Ausstellung bis 2. August immer freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Ein ungewohntes Motiv: Noch bis 2. August dient das alte Ring-Theater als Ausstellungsort. Die Werke sind freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr zu sehen.
Michael Dandorfer und Melanie Dotzler sorgen für die passende Musik.

Kulturzentrum: Die Pläne für das Ring-Theater

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