17.05.2021 - 10:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Schläge und Raub im Amberger "Zombieweg"

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Der bei jungen Leuten gerne "Zombieweg" genannte Pfad liegt am Stadtrand von Amberg. Dort spielte sich am 1. April 2019 ein Raubüberfall ab, dessen Aufarbeitung später zu mehreren Gerichtsverhandlungen führte. Jetzt gab es eine weitere.

Im sogenannten "Zombieweg" ist es in Amberg zu einem Raubüberfall gekommen.
von Autor HWOProfil

Es war ein hinterlistiges Verbrechen. Zwei Männer und eine Frau hatten einen jungen Amberger zum abseits gelegenen "Zombieweg" bestellt und dem Drogenabhängigen mitgeteilt, er möge 100 Euro zum Kauf von Rauschgift mitbringen. Als der 22-Jährige kam, wurde er von den beiden männlichen Tätern angefallen, übel mit Schlägen traktiert und ausgeraubt. Die mit an den Tatort gekommene Frau (25) hielt sich zwar zurück. Doch in ihrer Unterwäsche fand man später Teile des erbeuteten Geldes.

Der Fall wurde zunächst vor einem Schöffengericht verhandelt. Einer der Räuber (24) erhielt eine längere Haftstrafe und durfte eine Entzugstherapie antreten. Dieses Urteil akzeptierte der Mann ebenso wie die mitangeklagte Frau, die eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe bekam.

Berufung und Revision

Damit war die Aufarbeitung des Raubverbrechens nicht beendet. Ein an dem Übergriff beteiligter 52-Jähriger, der sich damals in Amberg aufhielt, wurde vom Schöffengericht für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis geschickt. Dabei spielte seine lange Vorstrafenliste eine nicht unerhebliche Rolle.

Das Urteil mochte der Mann nicht akzeptieren. In der Hoffnung, er würde milder davonkommen, zog er vor das Landgericht und ließ in dem Berufungsverfahren erneut anklingen, er sei an dem Raub nicht aktiv beteiligt gewesen. Als Zeugen das widerlegt hatten, bekam er vier Jahre Haft und damit mehr als in erster Instanz.

Auch damit war kein finaler Strich gezogen. In einer Revision zum Bayerischen Obersten Landesgericht beanstandete Rechtsanwalt Hans-Wolfgang Schnupfhagn (Weiden) das Urteil. Wegen rein formaler Fehler wurde die Sache anschließend zu einer erneuten Verhandlung an das Amberger Landgericht zurückverwiesen. Diesmal allerdings vor der 4. Strafkammer, die Richter Peter Frischholz führte.

Täter lehnt Therapie ab

Am Schuldspruch war letztlich nicht zu rütteln. Er stand fest. Auch im Urteil blieb es bei vier Jahren Haft für den 52-Jährigen. Allerdings wurde diesmal eine einjährige Gefängnisstrafe, die er gerade absitzt, mit in die Entscheidung einbezogen. Auch über eine Therapie hätte geredet werden sollen. Solche Maßnahmen lehnte der 52-Jährige allerdings ab.

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