Die Hauptbeschuldigte ist vor wenigen Wochen vom Amberger Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Bei der 33 Jahre alten Schwandorferin hatten Drogenfahnder im Rahmen einer Hausdurchsuchung ein Büchlein gefunden, in dem sie fein säuberlich alle ihre "Geschäftsbeziehungen" eintrug. Ein Glücksfall für die Polizei und ein Drama für solche, die in fast schon tabellarischer Form namhaft gemacht worden waren.
Das "Schuldnerbuch" zieht sich jetzt fast schon wie ein roter Faden durch eine Vielzahl von Prozessen. Manche sind schon abgeurteilt, andere warten noch auf ihre Verfahren. Der für Drogen bei der Amberger Staatsanwaltschaft zuständige Holger Bluhm hat gegen sie Haftbefehle erwirkt, holt die Leute nun nach und nach auf die Anklagebank.
In dem Heft der 33-Jährigen standen nicht nur Kunden, die sich in ihrer Schwandorfer Wohnung ein Stelldichein gaben und Crystal Sped zum Grammpreis von 100 Euro kauften. Die Frau hatte auch einen Kreis von Beschaffern notiert. Dazu gehörte ein 29-Jähriger, der nun vor dem Amberger Schöffengericht saß und dazu aus der U-Haft vorgeführt wurde.
Der Mann, so wurde deutlich, hatte von der 33-Jährigen rund 3 000 Euro erhalten, um bei Großdealern Crystal Speed zu erwerben. Auch er machte sich zum "Einkäufer", um mit seiner Provision die eigene Rauschgiftsucht zu finanzieren. Den erteilten Aufträgen kam er allerdings nicht gänzlich nach, eine Restsumme blieb der Mann schuldig. Auch das ließ sich den Aufzeichnungen der Frau entnehmen.
Die in Nürnberg inhaftierte Drogenhändlerin hätte eigentlich als Zeugin vorgeführt werden sollen. Doch da die Schwandorferin in den bisherigen Verfahren keine Angaben machte, verzichtete das unter Vorsitz von Kathrin Rieger tagende Schöffengericht darauf, sie aus ihrer Haftzelle bringen zu lassen. Sie musste auch gar nicht aussagen. Denn der 29-Jährige legte ein Geständnis ab und ebnete damit den Weg für einen kurzen Prozess.
Der Drogenbeschaffer, anwaltlich vertreten von Verteidiger Helmut Mörtl (Regensburg), erhielt für seine illegalen Dienste zwei Jahre und zehn Monate Haft. Parallel dazu wurde ihm vom Schöffengericht eine Drogenentzugstherapie zugestanden. Dass sie notwendig ist, hatte die medizinische Sachverständige Anna-Christine Wunder-Lippert attestiert.















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