Das Gesundheitsamt will sich künftig früher einen Eindruck vom Entwicklungsstand der Kinder im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg verschaffen. "Deshalb wird ab Juli die reformierte Schuleingangsuntersuchung (rSEU) eingeführt", teilt die Behörde mit – das Untersuchungsspektrum wird erweitert. Die wichtigste Neuerung: "Die Untersuchung findet bereits im Alter von vier bis fünf Jahren statt – etwa ein Jahr früher als bisher." Am Einschulungsalter selbst ändert sich aber nichts.
Was müssen die Eltern wissen? "Zur Schuleingangsuntersuchung werden ab Juli zunächst Kinder eingeladen, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 30. September 2021 geboren wurden", teilt das Gesundheitsamt mit. Die Umstellung erfolge schrittweise über einen Zeitraum von etwa drei Jahren. "Die betroffenen Familien erhalten rechtzeitig eine Einladung vom Gesundheitsamt."
Hintergrund für die Umstellung sind laut Behörde "aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse". Im Fokus stehe nicht mehr nur die Frage, ob ein Kind "schulfähig" ist, "sondern vielmehr, ob das Kind Hilfen für den erfolgreichen Übergang vom Kindergarten in die Schule benötigt". Derzeit liegt der Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung in Bayern zwischen zwölf und drei Monate vor Schulbeginn. "Oft reicht Kindern mit Entwicklungsrückständen diese Zeit nicht aus, um bis zum Schuleintritt aufzuholen", erklärt das Gesundheitsamt: "Besonders kritisch sind auch Seh- und Hörstörungen, für deren Behandlung es eine sensible Phase in der frühen Kindheit gibt."
Lesen, Schreiben und Rechnen seien zentrale kulturelle Fähigkeiten, heißt es in der Pressemitteilung des Gesundheitsamts weiter. "Etwa jedes achte Schulkind in Deutschland hat eine Lese-Rechtschreibschwäche oder eine Rechenschwäche. Diese Störungen nehmen nicht selten einen chronischen Verlauf und können dazu beitragen, dass sich Verhaltensstörungen entwickeln." Fähigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens würden im Kindergartenalter erworben und seien in diesem Alter erfassbar. "Es bieten sich vielfache kindgerechte Möglichkeiten, diese Vorläuferfähigkeiten zu üben."
Ziel der Reform ist es, mithilfe des Screenings einen möglichen Förderbedarf frühzeitig zu erkennen, um allen Kindern bestmögliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Schulleben zu ermöglichen. Bei auffälligen Ergebnissen könnten "gezielte und kindgerechte Maßnahmen zur Förderung angestoßen werden – entweder in der Familie oder mit professioneller Begleitung". Dabei helfe ein Netzwerk aus Kindergärten, Kinderärzten, Frühförderstellen, sowie Praxen für Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Heilpädagogik und Psychotherapie. Informationen zur reformierten Schuleingangsuntersuchung sind online abrufbar.













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