28.06.2019 - 13:30 Uhr
AmbergOberpfalz

Schweben ins Glück - Caroline Wellnhofer ist jüngste Flugschülerin der Luftsportgruppe Amberg

„Segelfliegen ist einfach genial, das fühlt sich an wie Schweben“, sagt Caroline Wellnhofer, während sie sich auf ihren 74. Flug vorbereitet. Bald darf sie alleine starten.

Caroline Wellnhofer hebt gerne ab. Sie ist die jüngste Flugschülerin der Luftsportgruppe Amberg.
von Autor EWAProfil

Caroline Wellnhofer ist mit ihren 14 Jahren die jüngste Flugschülerin bei der Luftsportgruppe Amberg. Doch bevor sie das erste Mal alleine in die Luft steigen kann, stehen zunächst noch einige Stunden mit Fluglehrer Christoph Debler auf dem Programm. Wie diese ablaufen, weiß vorher niemand so genau – das kommt beim Segelfliegen immer auf die Thermik an. Und darauf, wie gut der Pilot es schafft, sich diese zunutze zu machen. Die Sonne strahlt vom weiß-blauen Himmel, das Thermometer zeigt 20 Grad, es herrscht starker, böiger Westwind. Fast ideales Flugwetter – aber nur fast. „Das könnte heute etwas ruppiger werden“, sagt Fluglehrer Christoph Debler. „Wir haben heute eine hohe Feuchtigkeit und ein bisschen viel Wind. Aber das ist gut zum Üben.“ Eine Herausforderung für seine Flugschüler, doch diese lassen sich die Vorfreude von so ein bisschen Wind nicht nehmen. „In der Luft ist einfach alles anders“, sagt Caroline Wellnhofer, während sie zusammen mit den anderen die Flugzeuge auf den Platz und in Startposition bringt. „Ich freue mich immer wahnsinnig drauf, wenn ich da oben meine Ruhe habe. Da ist man einfach ganz weit weg vom Alltagsstress.“ Doch bevor Caroline in die Luft gehen kann, muss erst noch einiges erledigt werden. „Hier ist alles Teamwork“, sagt Christoph, während er sich auf den Check der ASK21 vorbereitet. „Da müssen zunächst alle mit anpacken.“ Christoph selbst entdeckte 2006 seine Leidenschaft fürs Segelfliegen. „Ursprünglich war ich Segler“, erzählt er und lacht. „Aber als ich dann hierher gezogen bin und feststellen musste, dass es hier keine Gewässer zum Segeln gibt, bin ich eben vom Wasser auf die Luft umgestiegen.“

Wunderbarer Blick auf Landschaft

Und das hat durchaus seinen Reiz. „Das Schöne ist, dass man die Landschaft von oben sieht – und wie sich diese während des Jahres verändert. Dann ist da natürlich noch der sportliche Gedanke …“ Sein bisher weitester Flug mit dem Segelflugzeug: 500 Kilometer nach Budweis und zurück. Davon kann Caroline gerade nur träumen. Ihr großes Ziel im Moment: der erste Alleinflug. „Ein Schüler muss so weit kommen, dass er instinktiv reagiert“, erklärt der Fluglehrer. „Erst dann darf er alleine in die Luft.“ Egal ob allein oder mit Fluglehrer: Bevor ein Segelflieger startet, muss zunächst das Flugzeug gecheckt werden: Montage- und Zustandskontrolle sowie Steuerkontrolle stehen auf dem Programm. „Ruder voll links.“ „Links.“ „Ruder voll rechts.“ „Rechts.“ „Ruder neutral.“ „Neutral.“ Caroline und Christoph sind ein eingespieltes Team, so kann der Check bald abgeschlossen werden. Anschließend bereiten sich die beiden auf den Flug vor. „Beim Windenstart haben wir rund 400 Meter Ausklinkhöhe“, erklärt Christioph. „Wenn kein Anschluss an die Thermik gelingt, kann der Flug auch schon nach wenigen Minuten wieder zu Ende sein. Wenn es jedoch klappt, kann man auch schon mal mehrere Stunden in der Luft bleiben.“ Caroline hat Glück: Sie schafft es, sich die Thermik zunutze zu machen und einen Flug von 45 Minuten in einer Höhe von 1300 Metern zu absolvieren. Ihre Belohnung: eine herrliche Aussicht von oben auf Amberg, Köfering und Ursensollen. „Das Krasse am Segelfliegen ist einfach, dass man sich ohne jeglichen Antrieb so lange in der Luft halten kann“, sagt Caroline begeistert nach ihrer erfolgreichen Landung. „Es fühlt sich an wie Schweben.“ Zum Hobby Schweben kam die Schülerin übrigens durch einen Schnupperkurs, wie er regelmäßig bei der Luftsportgruppe angeboten wird. „Viele denken immer, das kann sich doch keiner leisten“ sagt Caroline. „Aber wenn ich zum Beispiel zum Reiten gehen würde, wäre das teurer. Wir zahlen hier nur unseren jährlichen Beitrag und die Minuten, die wir in der Luft sind.“ Sie freut sich schon jetzt wieder auf ihren nächsten Segelflug. Denn nirgendwo ist es wohl schöner als über den Wolken.

Und jetzt ... über die Wolken.
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