03.06.2020 - 15:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Schwimmbad und Coronavirus: Keine Übertragung übers Wasser

Wie gefährlich ist die Öffnung der Freibäder in Coronazeiten? Die Weltgesundheitsorganisation hat keine Hinweise darauf, dass das neue Virus auf dem Wasserweg übertragen wird.

Kann ich mich im Schwimmbad-Becken mit dem Coronavirus infizieren? Die Weltgesundheitsorganisation hat derzeit keine Hinweise darauf.
von Heike Unger Kontakt Profil

Vilseck hatte als erste Kommune angekündigt, sein Freibad zu öffnen, in Amberg soll das Hockermühlbad nächste Woche in Betrieb gehen – natürlich mit Hygiene- und Sicherheits-Einschränkungen. Bleibt die Frage, welche Erkenntnisse es zur Übertragung des Coronavirus im Schwimmbad und speziell im Wasser gibt: Dr. Roland Brey, dem Leiter des Gesundheitsamts in Amberg, "erscheint das Infektionsrisiko beherrschbar". Er verweist dabei auf das Umweltbundesamt.

Risiko wie an allen belebten Orten

Zur Frage "Kann ich mich beim Schwimmbadbesuch mit dem SARS-CoV-2 (Coronavirus) infizieren?" teilt die Behörde mit, dass in einem Hallen- oder Schwimmbad grundsätzlich ein Infektionsrisiko bestehe – wie überall, wo viele Menschen versammelt seien. Die Gefahr beruhe vor allem "auf der direkten Übertragung der Erreger von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion". Dies sei auch der Grund dafür, dass solche Einrichtungen "im Zuge der verschärften Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus" geschlossen worden seien.

"Generell ist eine direkte Übertragung von SARS-CoV-2 über das Schwimm- und Badewasser höchst unwahrscheinlich", heißt es in der Stellungnahme des Umweltbundesamts. Das Wasser in Frei- oder Hallenbädern unterliege einer ständigen Aufbereitung: "Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik bietet einen weitreichenden Schutz, auch vor unbekannten Organismen und chemischen Stoffen. Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Bakterien und Viren." Und ganz konkret, zu den Coronaviren, erklärt die Behörde, diese seien "behüllte Viren, die durch Desinfektionsverfahren leichter zu inaktivieren sind als unbehüllte Viren wie Noroviren oder Adenoviren".

WHO: Keine Hinweise

Das Wasser in Bädern mit biologischer Aufbereitung enthalte kein Desinfektionsmittel, daher gehe von solchen Einrichtungen "generell ein gewisses Infektionsrisiko mit Mikroorganismen aus": Darauf sollte "der Badegast vor Ort hingewiesen werden", betont das Umweltbundesamt. "Bisher gibt es nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber keine Hinweise darauf, dass das neuartige SARS-CoV-2 über den Wasserweg übertragen wird.“

Das Amberger Freibad öffnet wieder - welche Auflagen gelten, erfahren Sie hier.

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