03.06.2020 - 15:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Ambergs Hockermühlbad öffnet am 11. Juni

Viele Amberger haben darauf gewartet: Das Hockermühlbad öffnet wieder. Am Donnerstag, 11. Juni – mit starken Corona-Einschränkungen. Und zunächst auch erst einmal testweise: Patentrezepte gibt es nämlich nicht.

Die Vorbereitungen zur Hockermühlbad-Öffnung am 11. Juni laufen: Hier werden gerade die Bahnen im Schwimmerbecken markiert.
von Heike Unger Kontakt Profil

Die Saison im Amberger Freibad beginnt diesmal deutlich später – und auch unter ganz anderen Vorgaben, denn die Corona-Pandemie setzt dem Betrieb im Hockermühlbad enge Grenzen. Stephan Prechtl, Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke, die für den Bäderbetrieb in Amberg zuständig sind, findet beim Pressegespräch am Mittwoch zum Thema Freibad-Betrieb mit Corona-Vorgaben kritische Worte in Richtung Staatsregierung: "Es ist leider wieder so, dass die Politik nicht sagt, was sie möchte – sie gibt nur Mindeststandards vor."

Erstmal im Testbetrieb

Deshalb gibt es jetzt bei den Freibädern, die wieder öffnen, ganz unterschiedliche Regelungen zum Schutz vor dem Coronavirus. Einen "Schicht-Betrieb" wie ihn beispielsweise Vilseck gewählt hat, wollten die Stadtwerke nicht. Prechtl betont aber, dass das Amberger Schutz- und Hygiene-Konzept ein Test sei: Der beginnt am Donnerstag, 11. Juni, und läuft zunächst bis Donnerstag, 2. Juli. In dieser Zeit ist zunächst einmal nur das große Sportbecken zugänglich.

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Die Stadtwerke wollen schrittweise vorgehen, sprechen auch bewusst von einer "Corona-Testphase", weil sie hier Neuland betreten. Mit einer solchen Situation sei man noch nie konfrontiert gewesen und müsse deshalb tatsächlich auch ausprobieren, was wie gut funktioniert und wo man vielleicht nachjustieren muss, meint Prechtl.

Maximal 150 Menschen im Becken

Zum Start also steht den Badegästen nur das Schwimmerbecken zur Verfügung. Um den verschiedenen Interessen gerecht zu werden und dabei trotzdem die Abstandsregeln einhalten zu können, wird das Becken mit Schwimmleinen unterteilt. So entstehen vier Bahnen, jeweils eine für die Aquajogger, für Rückenschwimmer, Schwimmer und für (schnelle) Sportschwimmer, auf denen sich maximal 150 Gäste tummeln dürfen. Damit sich die Nutzer auf ihrer Spur nicht ins Gehege kommen, gilt hier quasi ein "Kreisverkehr": Jede Bahn ist durch eine Kette nochmals unterteilt, in eine Spur für die eine Richtung und eine zweite für die andere. Am Ende sind die Ketten hoch aufgehängt, damit man beim Richtungswechsel nicht tauchen muss.

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Die Stadtwerke sind laut Prechtl gezwungen, eine Maximalgrenze von Badbesuchern einzuhalten. Im Hocko liegt dieses Limit bei 200 Menschen, die sich gleichzeitig im Freibad aufhalten dürfen. Die Drehkreuze am Eingang regeln das: Wenn der 200. Gast durchgegangen ist, ist der Zutritt blockiert, bis wieder Besucher das Bad verlassen. Dann können entsprechend viele neue nachrücken. Sie müssen sich auf Einschränkungen einstellen: "Wir müssen die Wärmehallen leider geschlossen halten", kündigt Prechtl an. Hier sind auch die Toiletten und Duschen des Hocko.

Maskenpflicht auch im Freibad

Es gilt auch die übliche Abstands- und Maskenpflicht auf dem Gelände. Grundsätzlich sind Nichtschwimmer-, Springer- und Planschbecken sowie alle Innenräume des Hocko geschlossen. Duschen gibt es auch im Freien, mit kaltem Wasser an den Durchgängen zu den Schwimmbecken sowie zwei Solarduschen, die auch erwärmtes Wasser liefern. Toiletten gibt es, als Umkleide stehen "Schnecken" auf dem Gelände, eine besondere Form von Sichtschutz zum Durchgehen, in dem man sich einzeln umziehen kann. Die braunen Umkleiden im Eingangsbereich und die dortigen Schließfächer können ebenfalls benutzt werden. Mietfächer dagegen werden nicht vergeben, und auch die Liegewiesen sowie allen anderen Becken sind gesperrt.

Eine Herausforderung ist, dass die Bäder ähnlich wie schon die Gastronomie dokumentieren müssen, wer sich wann in der Einrichtung aufgehalten hat: Dies ist wichtig, um im Fall einer Corona-Infektion Kontaktpersonen finden zu können. Die Stadtwerke haben lange darüber diskutiert und sich dann im Sinne des Datenschutzes entschieden, dafür keine Listen aufzulegen, sondern eine "Corona-Testkarte" einzuführen – eine Art Dauerkarte für 15 Euro, zunächst für die erste Testphase bis 2. Juli (Vorverkauf ab 4. Juni an der Freibad-Kasse). Andere Tickets, insbesondere Einzelkarten, gibt es nicht.

Öffnungszeiten unverändert

Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: Das Hocko ist ab 11. Juni täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist um 18.30 Uhr. Da immer nur maximal 200 Menschen im Bad und davon maximal 150 im Wasser sein dürfen, setzt Prechtl auf ein faires Miteinander: "Wir bitten die Badegäste, ihre Zeit im Bad auf zwei Stunden zu begrenzen" und dann den Zutritt frei zu machen für andere Besucher. "Je länger jemand drin bleibt, desto länger muss draußen jemand warten", so fasst es der Stadtwerke-Chef zusammen. Er setzt darauf, dass die Gäste hier mitziehen. Wem die zwei Stunden nicht reichen, der könne mit seiner Karte auch zweimal am Tag ins Bad gehen und so dazwischen den Weg für andere frei machen. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt, bis zu 14-Jährige müssen aber von einem Erwachsenen begleitet werden.

Viele Vorgaben, aber ohne die geht es nicht. "Ich glaube, die Amberger wollen, dass das Freibad aufmacht: Sie sind heiß drauf, ins Wasser zu gehen, viele wollen einfach mal wieder schwimmen", so sieht es Benni Wood, Fachangestellter für Bäderbetriebe, der schon viele entsprechende Äußerungen gehört hat. Stephan Prechtl merkt an, dass Änderungen der Vorgaben möglich sind – wenn sich im Testzeitraum zeigt, dass sie erforderlich werden oder wenn "wieder was spontan von der Politik kommt". Er fügt hinzu: "Wir wollen die drei Wochen nutzen, um zu schauen, was funktioniert." Er hoffe auch, in der Testphase "ohne Security und mit der Vernunft der Badegäste" zurechtzukommen.

Stadtwerke rechnen mit Einbußen

Der Aufwand sei natürlich größer als im Normalbetrieb. Für die Mitarbeiter gibt es den seit März nicht mehr, einige sind seither zu 100 Prozent in Kurzarbeit, durch ihre Tarifverträge aber gut abgesichert, weil sie Kurzarbeitergeld (95 Prozent) bekommen. Auf die Stadtwerke allerdings werden größere Einbußen zukommen, wie Prechtl ankündigt: "Die Besucherzahlen werden deutlich weniger sein, die Kosten deutlich steigen." Das habe manchen anderen Betreiber in der Region dazu bewogen, sein Freibad heuer gar nicht aufzumachen. Die Stadtwerke tun das trotzdem, wohl wissend, wie Prechtl es ausdrückte: "Alleine, was wir in dieses Becken hineinheizen, wird nicht durch den Verkauf der Corona-Testkarten wieder hereinkommen."

Und wie sieht's mit dem Kurfürstenbad aus? "Das Kufü bleibt weiterhin geschlossen", sagt Prechtl. Wann es wieder öffnen könne, "da müssen Sie die Staatsregierung fragen". Denn in deren neuer Verordnung, die die Öffnung der Freibäder möglich mache, "kommen Ganzjahresbäder nicht vor".

Gut zu wissen:

Corona-Regelungen im Hockermühlbad Amberg

  • Schrittweise Öffnung: Von Donnerstag, 11. Juni (Fronleichnam), bis Donnerstag, 2. Juli, ist ausschließlich das Sportbecken (Schwimmerbecken) in Betrieb.
  • Nichtschwimmer-, Springer- und Planschbecken sowie Liegewiesen und Innenräume bleiben geschlossen.
  • Maximal 200 Menschen dürfen sich zeitgleich im Hockermühlbad aufhalten; im Becken sind höchsten 150 Besucher erlaubt.
  • Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: Täglich von 8 bis 20 Uhr, letzter Einlass 18.30 Uhr.
  • Zutritt nur mit der personalisierten Eintrittskarte (Corona-Test-Karte/mit Angabe persönlicher Daten); diese gilt für die Zeit von 11. Juni bis 2. Juli als Dauerkarte und kostet 15 Euro. Erhältlich ist sie nur an der Kasse des Hockermühlbades (am 11. Juni von 8 bis 13 und 14 bis 18 Uhr geöffnet, 12. Juni bis 2. Juli täglich von 9 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr).
  • Badegäste, die im vergangenen Jahr eine Saisonkarte hatten, können die Corona-Test-Karte per E-Mail (kufue[at]stadtwerke-amberg[dot]de) vorbestellen. Abholung dann am nächsten Werktag an der Hocko-Kasse (nur Barzahlung).
  • Vorverkauf der Eintrittskarten/Corona-Test-Karte an der Bad-Kasse: Donnerstag, 4. Juni, 11 bis 15 Uhr; Freitag, 5. Juni, 15 bis 18 Uhr; Samstag, 6. Juni, 10 bis 14 Uhr; Montag, 8. Juni, 8 bis 12 Uhr; Dienstag, 9. Juni, 15 bis 18 Uhr; Mittwoch, 10. Juni, 11 bis 14 Uhr.
  • Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt; Kinder bis 14 Jahre haben Zutritt nur in Begleitung eines Erwachsenen.
  • Auf dem Badgelände gelten die auch sonst üblichen Corona-Schutzmaßnahmen.

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