02.06.2020 - 11:52 Uhr
VilseckOberpfalz

Erstes Freibad mit Corona-Eröffnungsplan

Ab dem 8. Juni dürfen Freibäder ihre Tore ganz offiziell für Badegäste wieder öffnen. Die Vorbereitungen der Badbetreiber laufen auf Hochtouren. Vorreiter mit konkreten Wiedereröffnungsplänen ist das städtische Höhenschwimmbad Vilseck.

Auch im Waldbad Sulzbach-Rosenberg werden erste Überlegungen angestellt, wie die strengen Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten werden können.
von Theresia KasparProfil

Bereits in der jüngsten Stadtratssitzung am 26. Mai wurde einstimmig beschlossen, dass das Freibad ab dem 13. Juni wieder für Schwimmbegeisterte geöffnet werden soll. Die bayerische Staatsregierung hält sich jedoch mit konkreten Vorgaben für die Umsetzung sehr zurück. Hier springt die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen ein. Diese hat einen 32-seitigen Fachbericht herausgegeben, wie die Rückkehr zur Normalität in Bäderbetrieben aussehen muss.

Weitere Informationen zum Fachbericht: Pandemieplan Bäder

Pro Gast zehn Quadratmeter

Beispielsweise sollen pro Badegast zehn Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen. Das Freibad Vilseck verfügt über 1 500 Quadratmeter und kann somit grundsätzlich bis zu 150 Personen auf einmal Einlass gewähren. Eine Voranmeldung mit Datenaufnahme des Besuchers, wie es derzeit in Gaststätten üblich ist, wird es, aufgrund des zu hohen Aufwandes, nicht geben. Zusätzlich kommen 15 Quadratmeter Liegewiesen hinzu, die pro Person zur Verfügung stehen sollen. Jetzt wird die Hochrechnung etwas komplizierter. Meist liegen mehrere Personen gemeinsam auf einer Decke, oder zumindest sehr nah beieinander. Begrenzungsmarkierungen der Liegeflächen wird es ebenfalls keine geben. Außerdem halten sich nicht alle Anwesenden ständig im Wasser, oder eben auf der Wiese auf.

"Freibad-Franz" übersteht Coronavirus nur knapp

Mitterteich

Bürgermeister Hans-Martin Schertl hofft deshalb, dass bis zu 400 Gäste auf einmal hereindürfen. Allerdings wartet er noch auf genauere Vorgaben der Regierung. In der Vergangenheit hatte das Vilsecker Freibad in Spitzenzeiten täglich bis zu 1 800 Besucher. Für Schertl lohnt es sich trotzdem zu eröffnen: "Ein Freibad kann nie mit schwarzen Zahlen betrieben werden. Es werden immer Hunderttausende Euros draufgelegt. Das ist es aber trotzdem wert, weil wir unseren Bürgern einfach die Möglichkeit zum Baden geben wollen. Der große Sommerurlaub kann ja nicht wie gewohnt stattfinden."

Zwei-Schicht-Modell realistisch

Beckenrand-Duschen, Toiletten und Umkleidekabinen werden, wie sonst auch üblich, zur Verfügung stehen und regelmäßig desinfiziert. Nur die Gemeinschaftsduschen bleiben geschlossen. Der allgegenwärtige Mund-Nasen-Schutz darf auch hier im Höhenschwimmbad nicht fehlen. Zumindest beim Betreten und Verlassen des Geländes ist das Tragen Pflicht. "Beim Gang zum Becken kann er allerdings weggelassen werden - außer die Regierung macht doch noch eine andere Vorgabe", ergänzt Schertl. Die Vilsecker Stadträte haben sich außerdem für ein Zwei-Schicht-Modell entschieden. Das bedeutet, die erste Tranche an Badegästen können sich von 9 Uhr bis 13 Uhr im Bad aufhalten. Danach erfolgt eine Räumung, inklusive kompletter Desinfektion, die etwa eine Stunde in Anspruch nehmen sollte. Die zweite Besucher-Tranche kann dann bis 20 Uhr den Tag im Schwimmbad genießen. Das bedeutet, die Öffnungszeiten - bis auf diese eine Stunde Mittagspause - bleiben die Gleichen wie auch die letzten Jahre. Eine Regelung, wie der Umgang mit Vereinen oder Schulen gehandhabt wird, gibt es noch keine. Diese haben selbst momentan mit ihrer Neustrukturierung zu kämpfen und daher andere Sorgen als Schwimmunterricht.

"Das Bad wird nicht mehr der Freizeit-Treffpunkt für große Gruppen sein, wie es früher war. Es wird wohl zukünftig eher für das sportliche Schwimmen genutzt werden", sagt Schertl voraus. Eine gute Nachricht hat er dennoch. Trotz erhöhten Betriebskosten, werden die Preise nicht steigen. Im Gegenteil. Eine Familienkarte kostet fünf Euro, ein Erwachsener zahlt zwei Euro und Kinder sowie Jugendliche zahlen einen Euro für den Eintritt. Die Jahreskarte wird es für die kurze Saison nicht zu kaufen geben.

Noch sind die Jalousien im Eintrittskarten-Verkaufshäusschen heruntergelassen. Die gähnende Leere in den Freibädern soll aber bald ein Ende haben.
Campingplätze:

Campingplätze bereits geöffnet

Die weiteren Freibäder in der Region fällen ihre Entscheidungen, wie genau der Betrieb in Pandemie Zeiten aussehen soll, in den nächsten Tagen. Zumindest die angeschlossenen Campingplätze freuen sich - mit diversen Einschränkungen - seit Freitag wieder auf Urlauber.

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