Dieses Miteinander von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen, soziodemografischen und weltanschaulichen Hintergrund mündet in einem Begriff: Diversity. Das bedeutet übersetzt: Vielfalt. Ethnien, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, Weltanschauungen, aber auch verschiedene Arbeitsstile oder Dialekte erhöhen die Vielfalt einer Gruppe.
Dieses Miteinander von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen, soziodemografischen und weltanschaulichen Hintergrund mündet in einem Begriff: Diversity. Das bedeutet übersetzt: Vielfalt. Ethnien, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, Weltanschauungen, aber auch verschiedene Arbeitsstile oder Dialekte erhöhen die Vielfalt einer Gruppe.
Als Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte der Stadt Amberg ist Diversität für Christina Gerl ein Begriff, den sie gern und oft benutzt. Zwischen 2012 und 2017 stieg die Zuwanderung von Ausländern in Amberg kontinuierlich von 2539 auf 4628. Nicht syrische, sondern irakische Staatsbürger führen die Liste an. Zuwanderung ist aber viel weiter gefasst: Damit ist der Zuzug von Menschen mit ausländischen Pässen gemeint. Auf Rang zwei rangieren Polen (462) vor Türken (329).
Der Arbeitskreis Kultur und Religion des Bündnisses für Migration und Integration begreift diese Unterschiede als Chance und lädt deshalb zur Beteiligung an einem Mosaik-Projekt ein. „Interessierte Organisationen und Gruppierungen sind dazu aufgerufen, sich mit dem Thema Diversity auseinander zu setzen und ein Mosaik nach ihren Vorstellungen zu kreieren.“ Die Gruppen, die Interesse haben, mitzuwirken, bekommen Vorschläge zu verschiedenen Aktionen im Zusammenhang mit Vielfalt. „Das Mosaik soll ein Symbol für die Vielfalt in Unternehmen, Vereinen oder Schulen darstellen“, erklärt Gerl. Nach Ablauf der Projektfrist ist eine Ausstellung mit den entstandenen Mosaiken geplant.
Bei der Grammer AG wird intensiv mit dem Begriff Diversity gearbeitet. Das Unternehmen unterzeichnete 2012 die Charta der Vielfalt. Es sieht Diversity Management als Schlüssel zum Erfolg in einer vernetzten Welt. Mitarbeiter unterscheiden sich in Herkunft, Kultur, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Identität, Glaubensrichtungen, Weltanschauungen und physischen Fähigkeiten. „Ich sag’s mal so, ich hatte noch nicht einmal hier angefangen und wusste bereits, dass Diversity eines der Themen sein würde, die wir in diesem Jahr stark nach vorne schieben möchten“, beschreibt Natalie Zink. Ihr Aufgabenbereich liegt in der erweiterten Personal- und strategischen Talententwicklung bei Grammer. „Es gibt schon viele Punkte, die erarbeitet wurden“, so Zink. Allein für all die verschiedenen Facetten einer funktionierenden Work-Life-Balance, die vielleicht mit flexiblen Arbeitszeitmodellen wie Elternzeit oder Teilzeit arbeitet, gebe es einen dicken Ordner. Hier setzt Grammer aber noch eins drauf: Gemeinsam mit zwei Studenten-Gruppen der OTH werden neue Konzepte entwickelt. Zum einen geht es um die Ausgestaltung des Diversity-Tags am 5. Juni. Hier werden die Ideen, die bereits geboren wurden, von „Externen“ auf den Prüfstand gestellt. „Wie schafft man bei den Mitarbeitern das Bewusstsein für das Thema? Wie kann man sie begeistern? Es mündet in einer Benchmark-Analyse“, so Zink. Der andere Teil sei das Erarbeiten der verschiedenen Dimensionen: „Wie steht Grammer da? Dazu starten wir eine Umfrage. So etwas kann man intern nur schwer einschätzen, deshalb ist es gut, wenn eine neutrale Instanz so etwas abfragt. Das hat dann noch einen ganz anderen Schliff.“
Um möglichst viele Mitarbeiter am Diversity-Tag mit ins Boot zu holen, wurde ein kleinster gemeinsamer Nenner gefunden: Hunger! Tamara Rankovic, zuständig für den Bereich Employer Branding und Hochschulmarketing bei Grammer, erklärt: „Die Idee ist ,Taste Diversity@Grammer’. Das Thema Internationalität soll sich unter anderem auch in den Speisen in der Mittagspause zeigen.“ Zu den Snacks erhalten die Mitarbeiter auch Fakten. „Wir regen mit Impulsvorträgen die Diskussion an. Die Mitarbeiter selbst sollen aber wiedergeben, wie sie Diversity bisher im Betrieb wahrnehmen. Das interessiert uns. Wir machen sogenannte Cafeteria-Talks, wo man zum Beispiel auf der Tischdecke seine Notizen hinterlässt.“
Beispiele wie diese, wo Lehre und Wirtschaft ineinander verzahnen, könnte es nach Gabriele M. Murry viel mehr geben. Sie lehrt an der Fakultät Betriebswirtschaft der OTH Amberg-Weiden schon seit zwölf Jahren Diversity-Management. „Einerseits ist es natürlich ein Lehrgebiet, anderseits wird es auch gelebt.“ Gerade die Studierenden seien „gelebte Vielfalt“ aus vielen unterschiedlichen sozioökonomischen Schichten, aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen, teilweise physischen oder psychischen Einschränkungen. Sie vermittelt den jungen Leuten Diversity Management als „strategischen Ansatz des Human Relation Managements, dem „was hier in Deutschland noch Human Ressource Management genannt wird, oder traditionell: Personalwesen.“ Murry bezeichnet Diversity Management als Ansatz, der weit über Quotenreglungen hinausgeht. Bei der Herangehensweise wird die Wertschätzung von einzelnen sowie auch vielfältigen Gruppen mit dem Ziel verbunden, deren Vorteile gewinnbringend für das Unternehmen einzusetzen. Die Professorin betont, dass sie sich über jedes Unternehmen freue, das mit der Hochschule zum Thema Diversity – ähnlich wie die Grammer AG – zusammenarbeiten möchte (Kontakt: g.murry[at]oth-aw[dot]de).
Für die Mitglieder des Amberger Bündnisses für Migration ist es ebenfalls an der Zeit, ein Zeichen zu setzen: Sie wollen darauf aufmerksam machen, was Vielfalt auch in einer Gesellschaft für Chancen bringt. „Viele Menschen fühlen sich angesichts der Vielfalt überfordert. Der biologischen, aber auch beispielsweise der Meinungsvielfalt“, beobachtet beispielsweise Johann Ott, langjährigeres Bündnismitglied. Sein Ansatz: „Die Natur muss sich schon etwas gedacht haben, als sie für jeden Menschen eine unverwechselbare DNA geschaffen hat.“


































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