30.12.2021 - 21:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Sollte man sich vor privaten Treffen die Impfausweise zeigen lassen?

Wie viele Menschen dürfen nach den neuen Corona-Regeln auf eine Beerdigung? Wie viele dürfen zusammen wandern? Und sollte man sich wegen möglicher Bußgelder vor privaten Treffen die Impfausweise zeigen lassen? Antworten auf Leserfragen.

Ein Mann und sein Impfausweis in einem Café. Sollte man den Nachweis auch bei privaten Treffen vorzeigen?
von Julian Trager Kontakt Profil

Welche Regeln gelten derzeit bei Beerdigungen?

Bei Beerdigungen gelten derzeit keine verschärften Regeln. Die Menschen sollen Abstand halten, und wenn dies nicht möglich ist, eine Schutzmaske tragen. Im Freien gibt es bei Beerdigungen aber keine Maskenpflicht und auch keine Begrenzung der Personenzahl. So schreibt es der Bestatterverband Bayern auf seiner Homepage. Allerdings können Kommunen auch schärfere Regeln verfügen. So hat etwa die Stadt Nürnberg die 3G-Regel für Beerdigungen und Trauerfeiern eingeführt.

Darf man mit rund 20 Personen eine Wanderung machen und danach vor einer Gaststätte etwas trinken?

Nein. Private Treffen sind nur noch zu zehnt erlaubt. Das gilt sowohl für drinnen als auch für draußen.

Wie kann es sein, dass Polizisten oder Mitarbeiter des Gesundheitsamts die Einhaltung von Corona-Regeln kontrollieren, aber selbst nicht geimpft sind?

Das ist ein schwieriges Thema, was auch die Verantwortlichen wissen. Mittlerweile ist die Impfquote in der bayerischen Polizei aber sehr hoch. Mitte Dezember waren laut Innenministerium 92 Prozent aller Mitarbeiter der bayerischen Polizei vollständig gegen Corona geimpft oder bereits genesen. Bei den Vollzugsbeamten lag die Quote bei 92,9 Prozent. Ein Monat zuvor hatte die Quote der geimpften oder genesenen Polizeibeschäftigten im Freistaat noch bei rund 81 Prozent gelegen. Damals sorgte diese Nachricht auch innerhalb der Polizei für Aufregung. Für den bayerischen Landesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Jürgen Köhnlein, sei die Impfweigerung nur schwer mit den Dienstpflichten zu vereinbaren, sagte er. Auch Innenminister Joachim Herrmann hielt es für "kaum vertretbar", wenn ungeimpfte Polizisten im Streifendienst mit Bürgern in Kontakt kommen oder sogar noch 2G-Regeln kontrollieren.

Wenn man mit Johnson & Johnson geimpft wurde und nun im Dezember eine Impfung mit Moderna erhalten hat – gilt man dann als geboostert?

Nein. Obwohl eine Dosis mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson – wie zum Beispiel zwei Mal Biontech – als Grundimmunisierung zu verstehen ist, gilt in diesem Fall die zweite Impfung mit Biontech oder Moderna nicht als Booster-Impfung. Laut Bundesgesundheitsministerium handelt es sich hier um eine "Optimierung der Grundimmunisierung". Dies betrifft etwa Personen mit einer schweren Immunschwäche, aber eben auch Menschen, die zur Grundimmunisierung eine einmalige Impfstoffdosis von Johnson & Johnson erhalten haben.

Impfdurchbruch nach zweimaliger Impfung: Wie lautet der Impfstatus?

In diesem Fall gilt man gilt als vollständig geimpft, aber nicht als geboostert.

Wann sollte man sich nach einem Impfdurchbruch boostern lassen?

Nach mindestens drei Monaten. Das empfiehlt das Robert-Koch-Institut.

Impfdurchbruch im Herbst, der Genesenennachweis gilt bis April 2022: Wird dieser Nachweis bei 2G plus anerkannt?

Nein. Impfdurchbrüche – also vollständig Geimpfte, die sich trotzdem mit Corona infiziert haben – gelten in Bayern nicht als geboostert. Sie müssen sich also testen, wenn die 2G-plus-Regelung besteht.

Auch Geimpfte müssen Bußgeld zahlen, wenn sie mit Ungeimpften bei einem privaten Treffen sind, und die Kontaktbeschränkungen nicht eingehalten werden: Gilt das auch, wenn man nicht wusste, dass jemand ungeimpft ist?

Das kommt darauf an. Sollte gegen die Kontaktbeschränkungen verstoßen werden, machen das zwar alle anwesenden Personen, unabhängig vom Impfstatus. Aber: "Zu beachten ist, dass nur Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen sanktioniert werden, die vorsätzlich oder fahrlässig erfolgt sind", teilt das bayerische Gesundheitsministerium auf Nachfrage mit.

Sollte man sich dann bei privaten Treffen von jedem den Impfausweis oder Genensenennachweis zeigen lassen?

Nein, das muss nicht sein. Grundsätzlich ist zwar laut Gesundheitsministerium jeder bei Treffen mit anderen Personen verpflichtet, die Vorgaben zu den Kontaktbeschränkungen einzuhalten, wobei aber die "jeweiligen Umstände des Einzelfalles" zu berücksichtigen seien. Dabei dürfe kein überzogener Maßstab herangezogen werden. "Es besteht keine generelle Pflicht, als Teilnehmer eines privaten Treffens den Impfstatus der anderen Teilnehmer abzufragen oder zu überprüfen." Das Ministerium könne hier keine pauschalen Regelungen treffen. Vielmehr müsse die Situation im Einzelfall von den zuständigen Behörden bewertet werden. Klar ist: Wer weder geimpft noch genesen ist, weiß das und kann demnach nicht an einem privaten Treffen mit mehr als einem weiteren Hausstand teilnehmen.

Corona-Fragen zu Booster und Bußgeld

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